Aus den Schriften des Verheißenen Messias (as)

Der Grund des Erscheinens des Verheißenen MessiasAS

Aus den Worten (Malfūẓāt) des Verheißenen MessiasAS

1891

Der Grund des Erscheinens des Verheißenen MessiasAS 

Hadhrat Maulvi Abdul Karim SahibRA erzählt: »Ich erinnere mich noch gut daran, und ich habe es auch in meinem Notizbuch aufgeschrieben, dass eine Person in Jalandhar seine Heiligkeit, unseren wahrhaftigen Imam, Hadhrat Mirza SahibAS fragte, was der Grund seines Erscheinens auf der Welt sei. Der Verheißene MessiasAS antwortete: ›Ich bin gekommen, um die Menschen in ihrem Glauben zu stärken.‹

Die Arten des Glaubens

Es gibt noch eine weitere Begebenheit, die in meinem Notizbuch festgehalten ist, und  die sich ebenfalls in Jalandhar abspielte. Ein Mitglied unserer Jamaat, unser Bruder Munshi Muhammad Arora Sahib, fragte: ›Eure Heiligkeit, wie viele Arten des Glaubens gibt es?‹ Der Verheißene MessiasAS gab eine ebenso wunderschöne wie feinsinnige Antwort: ›Es gibt zwei Arten des Glaubens – den groben und den feinen. Der grobe Glaube besteht darin, die grundlegenden Glaubenspraktiken strikt zu befolgen, ohne tieferes Verständnis (dīnu l-ʿaǧāʾiz), und der feine Glaube besteht darin, mir zu folgen.‹«

1895

Der verehrte Mufti Muhammad Sadiq SahibRA schreibt: »Sogar im Jahr 1895, als ich den Verheißenen MessiasAS zu besuchen pflegte, schrieb ich schon damals begierig seine gesegneten Worte auf ein Blatt Papier und nahm dies immer mit nach Lahore, wo ich es den Ahmadi Brüdern in unseren wöchentlichen Sitzungen vorlas. Einiges davon, woran ich mich aus der damaligen Zeit erinnere, möchte ich den Lesern hier präsentieren. Da ich zu jener Zeit das genauere Datum nicht mit aufgeschrieben habe, werden alle folgenden Ereignisse undatiert zitiert.«

Das Treuegelübde und Reue

Es ist wichtig zu verstehen, worin der Nutzen und die Notwendigkeit liegt, ein Treuegelübde [baiʿat an der Hand eines spirituellen Führers] zu leisten. Solange man den Nutzen und Wert einer Sache nicht kennt, kann man sie auch nicht wertschätzen. Beispielsweise besitzt der Mensch bei sich zu Hause verschiedene Güter, wie Rupien, Paisa, Kori bis hin zu Feuerholz usw. Je nach Art der Sache wird sie entsprechend aufbewahrt. Für die Aufbewahrung einer Kori wird eine Person nicht den gleichen Aufwand betreiben wie für Paisa oder Rupien. Das Feuerholz und dergleichen wird üblicherweise einfach in einer Ecke des Hauses liegen gelassen. Dementsprechend behütet man eine Sache umso mehr, je mehr Schaden durch ihren Verlust entsteht. Gleichermaßen ist der bedeutendste Aspekt des Treuegelübdes [baiʿat] die Reue [tauba], was soviel bedeutet wie Umkehr [rujūʿ]. Reue verweist auf jenen Zustand, worin der Mensch sich der Stricke, die ihn an seine Sünden binden, entledigt. Wenn jemand in einem Leben aus Sünde versunken ist, fängt er an, in diesem Zustand zuhause zu sein und die Sünde wird sozusagen zu seiner Heimat. Tauba bedeutet also, diese Heimat zu verlassen und rujūʿ, die Umkehr, bedeutet, sich zu reinigen. Es fällt einem Menschen schwer, die Heimat zu verlassen und man ist tausenden von Schwierigkeiten ausgesetzt. Man verspürt schon Schmerzen, wenn man sein Haus verlässt, aber beim Verlassen der Heimat muss man sich sogar von all seinen Freunden und Lieben trennen und sich von allen Dingen wie Bett und Küche, den Nachbarn, den Straßen und Wegen und den Marktplatz verabschieden. Man ist gezwungen, in ein neues Land auszuwandern und kehrt nie wieder in die alte Heimat zurück. Das ist die Bedeutung von tauba. Die Freunde der Sünde sind andere als die Freunde der Rechtschaffenheit (taqwā). Diese Wandlung haben Sufis einen Tod genannt. Eine Person, die bereut, muss viele Verluste ertragen. Tatsächlich erfordert wahre Reue große Opfer, aber Allah der Allmächtige ist gnädig und großmütig. Er lässt niemanden sterben, ohne ihm einen besseren Ersatz für all die erlittenen Verluste zu geben. Genau darauf deutet der Vers hin:

»Allah liebt die sich Bekehrenden«

Wenn eine Person bereut, wird sie hilflos und bedürftig, und aus diesem Grund schenkt Allah der Erhabene ihr Liebe und Zuneigung und nimmt sie in die Gemeinschaft der Frommen auf. Andere Völker erachten Gott nicht als gnädig und großzügig. Die Christen betrachtet Gott als grausam und Seinen Sohn für barmherzig, da der Vater sich weigerte, Sünden zu verzeihen, während der Sohn für die Vergebung der Sünden anderer sein Leben opferte. Wie absurd ist dieser derartige Unterschied zwischen Vater und Sohn. Zwischen einem Vater und einem Sohn bestehen üblicherweise immer Ähnlichkeiten in Tugend und Gewohnheit, aber hier ist genau das Gegenteil der Fall. Wäre Allah nicht barmherzig, würde der Mensch nicht einen Augenblick überleben. Wie kann man sich vorstellen, dass Er, der sogar bereits vor dem Ausüben irgendeiner Tat des Menschen tausende Dinge zu dessen Nutzen erschaffen hat, seine Reue und guten Taten nicht annehmen würde?

Referenz: Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS, Malfūẓāt, Bd. 1, S. 1-3

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