In der Freitagsansprache vom 05. September 2025 schilderte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba) weitere Geschehnisse der Schlacht von Hunain.
Seine Heiligkeit (aba) ging zunächst auf die Bedeutung des Gehorsams gegenüber dem Ruf des Propheten ein und hob hervor, wie entscheidend das sofortige Befolgen des Rufes eines Propheten ist. Unter Bezug auf die Erklärung von Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud Ahmad (ra) erläuterte Seine Heiligkeit (aba) den Koranvers:
»Erachtet nicht den Ruf des Gesandten unter euch gleich dem Ruf des einen von euch nach dem anderen.« (24:64)
Dieser Vers verdeutlicht, dass der Ruf eines Propheten niemals wie der Ruf irgendeines Menschen behandelt werden darf. Selbst wenn gerade im Gebet steht, hat man es zu unterbrechen, um dem Ruf zu folgen. Wahrer Glaube zeigt sich in diesem Gehorsam
Dies wurde in Hunain eindrucksvoll sichtbar: Als die muslimische Armee durch den Überraschungsangriff der Bogenschützen auseinanderbrach, standen nur noch wenige an der Seite des Heiligen Propheten (sa). Der Prophet ließ Hazrat Abbas (ra), dessen Stimme weithin zu hören war, die Geflohenen zurückrufen. Als die Muslime hörten, dass der Gesandte Allahs sie rief, kehrten sie augenblicklich um und sammelten sich erneut um ihn. Innerhalb kurzer Zeit wuchs die zersprengte Schar wieder zu einem starken Heer von 10.000 Kämpfern zusammen, und aus drohender Niederlage wurde Sieg.
Einige Gefährten, so berichtet Hadhrat Ibn Masʿud (ra), wichen überhaupt nicht von der Seite des Propheten (saw), etwa achtzig Männer aus den Reihen der Muhādschirun und Ansār. Der Heilige Prophet (saw) wich keinen Schritt zurück, sondern schritt entschlossen voran. Er nahm eine Handvoll Erde und schleuderte sie den Feinden entgegen. Anschließend befahl er den Muhādschirun und Ansār zum Angriff – und die gegnerische Armee begann zu fliehen.
Nach einer Überlieferung erschien in diesem Moment dem Propheten Muhammad (saw) auch der Engel Gabriel (as), der ihm die gleichen Worte lehrte, die einst auch Moses (as) beim Durchzug durchs Meer begleitet hatten.
Seine Heiligkeit (aba) erwähnte auch die Rolle der muslimischen Frauen in dieser Schlacht. Einige Gefährtinnen des Heiligen Propheten (saw) zeigten außergewöhnliche Standhaftigkeit: Umm Sulaim (ra), die trotz ihrer Schwangerschaft eine Waffe bei sich trug und erklärte, sie würde jeden Angreifer ohne Zögern niederstrecken; Umm Ammāra (ra), die sich einem feindlichen Bannerträger entgegenstellte und ihn im Kampf tötete; ebenso Nasiba bint Kaʿb (ra), Umm Haris (ra) und Umm Salīt (ra), die ebenfalls mitten im Schlachtgeschehen ausharrten. Während viele Männer flohen, hielten diese Frauen stand.
Seine Heiligkeit (aba) schilderte ein weiteres Ereignis aus der Schlacht: Als das Gefecht in vollem Gange war, sprach der Heilige Prophet (saw) ein Gebet, griff dann zu einer Handvoll Kieselsteine und warf sie in Richtung des feindlichen Heeres. Dabei rief er aus: »Bei dem Herrn Muhammads!« – in einer anderen Überlieferung heißt es: »Bei dem Herrn der Kaaba, diese Leute sind besiegt!«
Hadhrat Abbas (ra) berichtet, dass in dem Augenblick, als der Prophet Muhammad (saw) die Kiesel warf, der Schwung der gegnerischen Truppen nachließ und ihre Niederlage sich abzeichnete.
In einer weiteren Überlieferung wird berichtet, dass die feindlichen Kämpfer kurz darauf damit begannen, sich untereinander über ein brennendes Gefühl in ihren Augen zu beklagen und anfingen, sich die Augen zu reiben.
Seine Heiligkeit (aba) berichtete außerdem von Feinden, die in dieser Schlacht den Weg zur Wahrheit fanden. Einer davon war Shaiba bin Usman, der mit Hass auf den Propheten (saw) in die Schlacht zog. Sein Vater wurde in der Schlacht von Uhud getötet, weshalb er schwor, Rache zu nehmen. Er sagte, dass selbst wenn die ganze Welt den Propheten Muhammad (saw) anerkennen würde – er würde es niemals tun. Als er sah, dass viele Muslime flohen, witterte er seine Chance. Er näherte sich entschlossen, doch er bemerkte, dass auf der einen Seite Hadhrat Abbas (ra) stand, auf der anderen Abu Sufyan (ra). Als er sich also von hinten anschlich, erblickte er plötzlich lodernde Flammen, die ihn zu verschlingen drohten. In diesem Moment hörte er den Propheten (saw), der ihn bei seinem Namen rief. Shaiba trat vor. Der Prophet (saw) lächelte, legte seine Hand auf Shaibas Brust und sprach ein Gebet, dass Allah den Satan von ihm nehmen möge. Shaiba berichtet, dass er in diesem Moment innerlich gereinigt wurde und der Prophet Muhammad (saw) ihm von da an lieber war als alles andere.
Nach der Schlacht suchte er den Propheten (saw) in dessen Zelt auf. Der Heilige Prophet (saw) sprach ihn auf die Gedanken an, die er in jenem Moment gehegt hatte, und sagte, dass das, was Allah für ihn bestimmt habe, weitaus besser sei als das, was er beabsichtigt hätte. Shaiba bat um Vergebung, und der Heilige Prophet (saw) betete daraufhin für seine Vergebung.
Seine Heiligkeit (aba) erwähnte anschließend Nudhair bin Haris, einen weiteren Mekkaner, der aus Rachsucht nach Hunain gekommen war, da sein Bruder in der Schlacht von Badr getötet worden war. Er wollte die Gelegenheit ergreifen, um sich dem feindlichen Heer anzuschließen.
Als die Muslime ins Wanken gerieten, versuchte auch er, den Heiligen Propheten (saw) anzugreifen. Doch er sah Gestalten mit weißen Gesichtern, die ihm mit eindringlichen Worten befahlen, sich zurückzuziehen. Er erschrak so sehr, dass er floh und sich mehrere Tage im Wald versteckte.
Später, als der Islam den Sieg davongetragen hatte und die Menschen massenhaft eintraten, kam er zurück, um ebenfalls dem Islam beizutreten. Der Heilige Prophet (saw) sagte zu ihm, dass dies besser für ihn gewesen sei als das, was er am Tag von Hunain beabsichtigt hatte, als Allah sich zwischen ihm und seinem Vorhaben stellte. Nudhair erklärte daraufhin, dass er erkannt habe: wenn es einen anderen Gott gegeben hätte, wäre er erfolgreich gewesen. Er sprach das Glaubensbekenntnis und nahm den Islam an.
Nach der Schlacht erhielt er wie einige andere mekkanische Anführer, die neu zum Islam gekommen waren, zur Versöhnung ihrer Herzen hundert Kamele. Später entwickelte er sich zu einem guten Muslim.
Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass weitere Begebenheiten in kommenden Ansprachen geschildert werden.




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