In der Freitagsansprache vom 26. September 2025 ging Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba) auf einige Begebenheiten ein, die sich während der Verteilung der Beute aus der Schlacht von Hunain ereigneten.
Seine Heiligkeit (aba) erwähnte, dass der Prophet Muhammad (saw) einen großen Teil des Khums – des Fünftels der Beute, das unter der Verwaltung von Allah und Seinem Gesandten (saw) steht – den Führern der Quraisch zugeteilt hatte, um die gegenseitigen Bande zu stärken. Daraufhin äußerten einige junge Muslime aus den Reihen der Ansar (den aus Medina stammenden Muslimen) Unmut. Sie meinten, sie hätten mehr Anrecht auf diesen Anteil, da sie größere Dienste für den Islam gebracht hätten. Manche sagten sogar, in schweren Zeiten habe man stets auf sie zurückgegriffen, nun aber erhielten sie nichts.
Der Heilige Prophet (saw) ließ daraufhin Hadhrat Saʿd bin ʿUbada (ra), den Anführer der Ansar, rufen und bat ihn, alle Ansar zu versammeln. In seiner Ansprache erinnerte er sie an die gewaltigen Segnungen, die Allah ihnen durch ihn gewährt hatte: Sie seien zuvor auf einem falschen Weg gewesen, doch Allah habe sie durch ihn rechtgeleitet und zu Brüdern gemacht. Die Ansar bestätigten, dass dies zutreffe. Dann fügte der Heilige Prophet (saw) hinzu, sie könnten ebenso erwidern: „Als die Menschen den Propheten ablehnten, haben wir an ihn geglaubt; als andere ihn verstoßen haben, haben wir ihm Zuflucht gewährt.“ Bei diesen Worten senkten die Ansar beschämt ihre Köpfe.
Darauf erklärte der Heilige Prophet (saw), warum er den Quraisch größere Anteile gegeben hatte: Viele von ihnen seien erst kürzlich Muslime geworden und müssten durch Gesten der Güte und Nähe im Glauben gefestigt werden. Außerdem hätten die Quraisch in früheren Schlachten große Verluste erlitten. Dann stellte er den Ansar die Frage: „Seid ihr nicht zufrieden, wenn die anderen mit Kamelen und Schafen zurückkehren, während ihr mit Allah und Seinem Gesandten (saw) heimkehrt?“ Er erklärte es ihnen anhand eines Gleichnisses: die anderen seien sein äußeres Gewand, während die Ansar jedoch sein inneres Gewand seien – sprich das, was auf der Haut liegt. Schließlich sagte er ihnen, dass sie ihn am Tage der Auferstehung an einem Becken des Paradieses treffen würden, und betete für sie, dass Allah sich ihrer erbarmen möge. In Tränen aufgelöst erklärten die Ansar, dass sie mit der Verteilung vollkommen zufrieden seien.
Seine Heiligkeit (aba) zitierte diesbezüglich auch Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud Ahmad (ra), den Zweiten Kalifen der Ahmadiyya Muslim Gemeinde, der erklärte: Nicht alle Ansar hatten sich beklagt, sondern nur einige wenige, doch die ermahnenden Worte des Heiligen Propheten (saw) zeigten, dass es großen Unmut ausgelöst hatte. Aus diesem Grund erklärte der Prophet (saw) den Ansar auch, auf welche Art von Belohnung sie eigentlich ihren Blick richten sollten: die Nähe zu Allah und Seinem Gesandten. Durch diesen Vorfall wurde ihnen jedenfalls der weltliche Herrschaftsanspruch dauerhaft versagt – ein Ergebnis der Naivität einzelner, das jedoch zum Verhängnis für die gesamte Gruppe wurde. Die Geschichte belege, dass Völker verschiedener Nationen durch den Islam Herrschaft und Einfluss erlangten – mit Ausnahme der Ansar. Das sei ein Hinweis auch für heute: Wer Opfer bringe in der Erwartung von Rang, Macht oder Reichtum, solle dem Ruf des Statthalter Gottes nicht folgen. Wahrer Dienst sei nur der, der allein um Allahs willen geleistet werde – und solch aufrichtige Opfer gingen nie verloren.
Zurückkommend auf die Verteilung der Beute berichtete Seine Heiligkeit (aba), dass sich Beduinen in drängender Weise an den Heiligen Propheten (saw) gewandt und Anteile gefordert hatten. In dem Gedränge blieb sogar sein Umhang am Dorn eines Ast hängen. Doch der Prophet Muhammad (saw) reagierte nicht mit Strenge, sondern sagte lächlend: „Auch wenn ich so viele Kamele hätte wie Dornen an diesem Baum, würde ich sie euch geben, denn ich bin nicht geizig.“ Dies war die schöne Art und Weise, wie der Prophet Muhammad (saw) auf das grobe Benehmen der Beduinen reagierte.
Seine Heiligkeit (aba) erwähnte, dass sich in Anbetracht der Begebenheiten historisch auch die Frage stellt, ob nur die Quraisch und die Bedürftigen etwas erhielten oder auch die Kämpfer selbst. Manche Überlieferungen lassen dies offen. Einige Historische Berichte deuten jedenfalls darauf hin, dass die Teilnehmer ihren üblichen Anteil erhielten – etwa vier Kamele oder vierzig Ziegen je Person. Der Rest ging an die Quraisch und Bedürftige.
Seine Heiligkeit (aba) erwähnte von einer weiteren Begebenheit, dass ein Beduine sich an den Propheten (saw) wandte und um einen Anteil bat. Der Prophet (saw) erwiderte: „Freue dich!“ Daraufhin sagte der Beduine, dass ihm diese Worte schon zuvor gesagt worden seien, die Zuteilung jedoch bisher nicht erfolgt sei. Diese Antwort missfiel dem Propheten (saw), und er wandte sich ab. In diesem Moment bemerkte er Hadhrat Bilal (ra) und Hadhrat Abu Musa (ra), die in der Nähe standen, und wies sie an, die frohe Botschaft anzunehmen und sich zu freuen.
Der Heilige Prophet (saw) nahm Wasser, verrichtete damit die rituelle Waschung (Wudhu) und gab anschließend den verbleibenden Teil des Wassers den beiden Gefährten, damit auch sie die Waschung vollziehen und trinken konnten. Dies alles geschah in der Nähe des Zeltes der gesegneten Ehefrau des Propheten (saw), Hadhrat Umm Salama (ra), die den beiden Gefährten zurief, doch auch etwas Wasser für sie aufzuheben.
Ein anderes Mal bat jemand um eine ganze Herde Schafe, die der Heilige Prophet (saw) ihm ohne Zögern überließ. Der Mann kehrte zu seinem Volk zurück und bezeugte, dass der Prophet (saw) keine Angst vor Armut habe, und rief sie auf, den Islam anzunehmen.
Seine Heiligkeit (aba) erwähnte, dass er weitere Begebenheiten dieser Zeit in den kommenden Freitagsansprachen fortsetzen werde.
Abschließend ehrte Seine Heiligkeit (aba) zwei kürzlich verstorbene Mitglieder der Gemeinde mit einem Nachruf: Herr Faheemuddin Nasir aus Rumänien und Herr Abdul Aleem Farooqi aus Kanada.





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