Freitagsansprachen

Das Leben des Heiligen Propheten Muhammad (saw) – Anfängliche Expeditionen

Zusammenfassung der Freitagsansprache vom 09. Juni 2023

Nach der Rezitation von tašahhud, ta’awwuḏ und Sure al-Fātiḥa sagte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba), dass in der vergangenen Freitagsansprache die verschiedenen Umstände nach der Auswanderung des Heiligen Propheten (saw), die zur Schlacht von Badr führenden Faktoren und die Anstrengungen zur Verteidigung gegen die Ungläubigen erwähnt wurden. Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass er heute einige der Expeditionen erwähnen werde, die vor der Schlacht von Badr stattfanden, sowie die Vorbereitungen, die die Muslime für die Schlacht gegen die Ungläubigen von Mekka trafen.

Die Expedition von Sif al-Bahr

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass Sariyyah Hadhrat Hamzah bzw. Sariyyah Sif al-Bahr die erste Expedition war. Der Heilige Prophet (saw) schickte eine Gruppe von 30 Reitern im Ramadan des ersten Jahres nach der Hidschra unter der Führung von Hadhrat Hamzah (ra). Diese Gruppe reiste nach Ees, das etwa 240 Kilometer von Medina entfernt war. Als sie dort ankamen, zog zufällig eine Karawane aus Mekka vorbei. Es wäre fast zu einem Kampf gekommen.

Die Expedition von Ubaidah bin Harith

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass die nächste Expedition Sariyyah Ubaidah bin Harith im Monat Schawwal des ersten Jahres nach der Hidschra stattfand. 60 Muslime wurden unter der Führung von Hadhrat Ubaidah bin Harith (ra) nach Sani’ah al-Mar’ah geschickt. Dort trafen die Muslime auf eine Gruppe von Mekkanern. Es kam lediglich zu einem Pfeilwechsel. Hadhrat Sa’d bin Abi Waqqas (ra) wurde die Ehre zuteil, den ersten Pfeil zu schießen.

Die Expedition von Sa’d bin Abi Waqqas

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass es dann die Expedition Sariyyah Sa’d bin Abi Waqqas gab. Einigen zufolge fand diese im ersten Jahr nach der Hidschra statt, während anderen zufolge diese im zweiten Jahr nach der Hidschra stattfand. Zwanzig Muslime wurden unter der Führung von Hadhrat Sa’d bin Abi Waqqas (ra) entsandt mit der Anweisung, nicht weiter als das Kharar-Tal zu gehen. Ihr Ziel war es, eine Handelskarawane der Quraisch aufzuhalten, doch bei ihrer Ankunft stellten sie fest, dass sie die Karawane um einen Tag verpasst hatten.

Die erste Expedition, an der der Heilige Prophet Muhammad (saw) teilnahm

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass eine weitere Expedition Ghazwah Waddan war, die im Monat Safar im zweiten Jahr nach der Hidschra stattfand. Historikern zufolge ist das die erste Expedition, an der der Heilige Prophet Muhammad (saw) selbst teilnahm. Der Heilige Prophet (saw) ernannte Hadhrat Sa’d bin Ubadah (ra) als Führer von Medina. Ziel dieser Expedition war es, eine Handelskarawane der Quraisch aufzuhalten, doch die Muslime verfehlten sie. Während dieser Reise schloss der Heilige Prophet (saw) jedoch einen Friedensvertrag mit dem Stamm Banu Damrah. Diese Expedition dauerte 15 Tage. Waddan ist ein Ort zwischen Mekka und Medina, etwa 100 km von Juhfa entfernt. Dies ist der Ort, wo die Mutter des Heiligen Propheten (saw) begraben wurde.

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass er die Details der verschiedenen Orte deshalb erwähne, damit diejenigen, die während ihrer Umrah auch diese Orte besuchen, einen Einblick in die Geschichte bekommen können.

Die Expedition von Buwat

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass die Expedition Ghazwah Buwat im Monat Rabi’al-Awwal im zweiten Jahr nach der Hidschra stattfand. Der Heilige Prophet (saw) nahm auch an dieser Expedition teil und ernannte Hadhrat Sa’d bin Mu’adh (ra) an seiner Stelle zum Führer von Medina. Der Heilige Prophet (saw) brach mit zwei Gefährten auf, um eine Handelskarawane der Quraisch aufzuhalten, die aus 100 Quraisch und 500 Kamelen bestand. Als sie in Buwat ankamen, stellten sie fest, dass sie die Karawane verpasst hatten und kehrten schließlich nach Medina zurück. Buwat liegt etwa 100 km von Medina entfernt.

Die Expedition von Dhu al-Ushairah

Seine Heiligkeit (aba) erwähnte dann Ghazwah Ushairah. Der Heilige Prophet (saw) erfuhr, dass eine Handelskarawane der Quraisch Mekka verlassen hatte. Darin hatten die Mekkaner ihren ganzen Reichtum investiert. Sie hatten die Absicht, die Gewinne dieser Handelskarawane zu nutzen, um sich gegen die Muslime zu rüsten. Daher machte sich der Heilige Prophet (saw) im zweiten Jahr nach der Hidschra mit 150–200 Muslimen auf den Weg nach Ushairah, konnte aber die Handelskarawane nicht antreffen. 

Ghazwah Badr al-Ula

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass nach der Rückkehr aus Ushairah jemand ein Weidefeld in Medina angriff. Zusammen mit einigen Gefährten machte sich der Heilige Prophet (saw) auf die Suche nach dem Täter, aber dieser konnte nicht ausfindig gemacht werden. Diesbezüglich zitierte Seine Heiligkeit (aba) Hadhrat Mirza Bashir Ahmad (ra), der schreibt:

»Dieser Überfall von Kurz bin Jabir war kein unbedeutender beduinischer Raubzug, sondern es steht fest, dass er im Namen der Quraisch und mit einem bestimmten Motiv gegen die Muslime aufgebrochen war. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass er eigens mit der Absicht gekommen war, die Person des Heiligen Propheten (saw) zu verletzen, sich aber auf den Raub ihrer Kamele beschränkte und davonlief, als er die Muslime wachsam vorfand. Dies zeigt auch, dass die Quraisch von Mekka geplant hatten, Medina zu überfallen, um die Muslime völlig zu vernichten. Es sei auch daran erinnert, dass die Muslime bereits zuvor die Erlaubnis für den Jihad mit dem Schwert erhalten hatten und im Sinne der Selbstverteidigung hatten sie begonnen, auch in dieser Hinsicht einen ersten Aktionsplan zu verfolgen. Bislang hatten sie jedoch praktisch keine Verluste in Form von Vermögen oder Leben erlitten. Der Überfall von Kurz bin Jabir war jedoch einer, der den Muslimen praktisch Schaden zufügte. Mit anderen Worten: Selbst nachdem sie die Herausforderung der Quraisch angenommen hatten, waren es die Ungläubigen, die praktisch den Kampf begannen.« (Das Leben und der Charakter des Siegels der Propheten, Bd. II, S. 102)

Die Expedition von Nakhlah

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass es dann die Expedition Sariyyah von Abdullah bin Jahsh gab. Der Heilige Prophet (saw) schickte Hadhrat Abdullah bin Jahsh (ra) zusammen mit 8 Auswanderern nach Nakhlah. Der Heilige Prophet (saw) gab Hadhrat Abdullah (ra) einen Brief und sagte ihm, er solle ihn erst öffnen, nachdem er zwei Tage lang gereist war. Als er ihn öffnete, fand er darin die Anweisung des Heiligen Propheten (saw) nach Nakhlah zu reisen und Informationen über die Aktivitäten der Quraisch zu erhalten. Hadhrat Abdullah (ra) informierte daraufhin seine Begleiter über die Anweisung. Er teilte ihnen auch mit, dass der Heilige Prophet (saw) ihn vor seiner Abreise angewiesen hatte, niemanden zu zwingen, ihn auf seiner Mission zu begleiten. Doch selbst als er ihnen die Möglichkeit gab, entschied sich niemand, zu gehen, und sie zogen alle weiter. Als sie in Nakhlah ankamen, traf sie auf eine Karawane der Quraisch. Als sie die Muslime sahen, wurden sie ängstlich, doch als sie sahen, dass der Kopf eines Muslims kahlgeschoren war, dachten sie, dass sie einfach auf einer Reise zur Umrah waren, und ließen sie in Ruhe. Die Muslime beschlossen nach Beratung die Quraisch anzugreifen, woraufhin einer der Quraisch starb, zwei gefangen genommen wurden und einer entkam. Als sie nach Medina zurückkehrten und den Heiligen Propheten (saw) trafen, sagte der Heilige Prophet (saw) zu Hadhrat Abdullah (ra), dass er ihnen nicht befohlen hatte zu kämpfen und daher nichts von dem annahm, was sie zu ihm gebracht hatten. Die Quraisch beschwerten sich auch darüber, dass dieser Angriff in einem heiligen Monat stattgefunden hatte, und begannen ebenfalls mit den Vorbereitungen für einen Angriff auf die Muslime. Die Schlacht von Badr war zu einem großen Teil das Ergebnis dieser Vorbereitungen.

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass nach diesem Vorfall der folgende Vers des Heiligen Qur’an offenbart wurde:

Sie fragen dich über den Kampf im Heiligen Monat. Sprich: »Dann kämpfen ist bedenklich, aber von Allahs Weg abbringen und Ihn und die Heilige Moschee leugnen und ihre Bewohner austreiben, ist noch bedenklicher vor Allah; und Verfolgung ist schlimmer als Totschlag.« Und sie werden nicht eher aufhören, euch zu bekämpfen, als bis sie euch von eurem Glauben abtrünnig gemacht haben, wenn sie es vermögen. (Der Heilige Qur’an, 2:218)

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass Gott den Zustand der Feinde kannte, die ständig versuchten, die Muslime anzugreifen, und deshalb brachte Er keinen Unmut über diesen Vorfall zum Ausdruck. Er wusste auch, dass die Gegner ihre Bemühungen, die Muslime anzugreifen, sogar während der heiligen Monate fortsetzten. Daher war die Offenbarung dieses Verses eine Erleichterung für die Muslime.

Die Schlacht von Badr

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass es dann Ghazwah Badr al-Kubra gab, das im Heiligen Qur’an auch als Tag der Entscheidung bezeichnet wird. Der Heilige Prophet (saw) hatte erfahren, dass Abu Sufyan mit einer 1000 Kamele umfassenden Handelskarawane der Quraisch aus Syrien zurückkehrte. Es handelte sich um dieselbe Karawane, die der Heilige Prophet (saw) bei Ushaira abzufangen versucht hatte, was ihm jedoch nicht gelungen war. Einige Unwissende behaupten, die Muslime seien nur daran interessiert gewesen, die Handelskarawanen der Quraisch zu plündern. Diese Behauptung wird jedoch nur von denjenigen aufgestellt, die sich der damaligen Verhältnisse nicht bewusst sind. Als Antwort darauf zitierte Seine Heiligkeit (aba) Hadhrat Mirza Bashir Ahmad (ra):

»Sich auf den Weg zu machen, um die Karawane abzufangen, ist keineswegs verwerflich. Denn erstens war diese Karawane, zu der die Muslime aufgebrochen waren, um sie zu verfolgen, keine gewöhnliche Karawane. Jeder Mann und jede Frau von den Quraisch war Anteilseigner an ihr. Dies zeigt, dass die Stammesführer der Quraisch mit dieser Karawane die Absicht verfolgten, diesen Gewinn zu verwenden, um Krieg gegen die Muslime zu führen; die Geschichte beweist, dass eben dieser Gewinn zur Vorbereitung der Schlacht von Uhud verwendet wurde. Das Abfangen dieser Karawane war also ein notwendiger Bestandteil der Kriegstaktik. Zweitens war es auch ganz allgemein notwendig, diese Karawanen der Quraisch abzufangen, weil sie bewaffnet waren und sehr nahe an Medina vorbeizogen. Die Muslime waren durch sie in ständiger Gefahr, und es war notwendig, dieser Gefahr ein Ende zu setzen. Drittens hetzten diese Karawanen überall, wo sie vorbeizogen, die arabischen Stämme gegen die Muslime auf, wodurch die Lage der Muslime immer gefährdet wurde; daher war die Blockade ihrer Durchfahrt Teil ihres Schutz- und Selbstverteidigungsprogramms. Viertens hing der Lebensunterhalt der Quraisch in erster Linie vom Handel ab, und aus diesem Grund war das Abfangen dieser Karawanen ein hervorragendes Mittel, um die Quraisch zur Vernunft zu bringen, sie von ihren Kriegshandlungen abzuhalten und sie zur Versöhnung und zur Herstellung des Friedens zu drängen.» (Das Leben und der Charakter des Siegels der Propheten, Bd. II, S. 120–121)

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass der Heilige Prophet (saw) zwei Gefährten geschickt hatte, um Informationen über diese Karawane zu sammeln. Als sie mit den Informationen nach Medina zurückkehrten, erfuhren sie, dass der Heilige Prophet (saw) bereits abgereist war, und trafen ihn erst wieder, als er von der Schlacht von Badr zurückkehrte, aber sie wurden in die Verteilung der Beute einbezogen. 

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass Abu Sufyan sehr ängstlich wurde, als er erfuhr, dass der Heilige Prophet (saw) aufgebrochen war, um die Karawane abzufangen und eine Nachricht nach Mekka schickte, um die Quraisch aufzuwiegeln. In der Zwischenzeit tat Abu Sufyan sein Bestes, um die Muslime zu meiden. Er schlug einen anderen Weg ein und setzte seinen Weg zügig fort.

Seine Heiligkeit (aba) erzählte, dass die Tante väterlicherseits des Heiligen Propheten (saw), Atiqah bint Abdil Muttalib, drei Nächte vor dem Eintreffen der Nachricht von Abu Sufyan in Mekka, einen Traum sah, der sie den Untergang der Mekkaner fürchten ließ. Sie sah, wie ein Mann auf einem Kamel ritt und zwischen Mekka und Mina anhielt, während er rief, dass sich alle in drei Tagen am Ort ihres Todes versammeln sollten. Die Leute versammelten sich um ihn und dann sah sie, dass sein Kamel auf der Kaaba stand und er rief dasselbe. Dann sah sie ihn auf einem bekannten Berg, wo er dasselbe rief. Dann sah sie, wie er einen Stein vom Berg herunterwarf, der in Stücke zerbrach, und es gab kein einziges Haus in Mekka, in dem nicht ein Stück dieses Steins gelandet wäre. Schließlich verbreitete sich die Nachricht von diesem Traum unter den Mekkanern. Als Abu Jahl davon hörte und begann, die Familie Abdul Muttalibs zu schelten, sah sich Hadhrat Abbas (ra) gezwungen, zu leugnen, dass solch ein Traum gesehen wurde. Er bedauerte dies sehr, und drei Tage nach dem Traum beschloss er, zu Abu Jahl zu gehen und die Sache richtig zu stellen. Als er hinging, sah er Abu Jahl zur Kaaba rennen. Das war darauf zurückzuführen, dass Abu Sufyans Bote angekommen war und die Mekkaner darüber informierte, dass der Heilige Prophet (saw) ihre Handelskarawane abgefangen hatte.

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass Abu Jahl die Mekkaner auf den Krieg vorbereitete, als er diese Nachricht hörte. So begannen die Vorbereitungen und entweder zogen sie selbst in den Krieg, oder sie unterstützten jemanden, der gegen die Muslime kämpfen sollte. Obwohl der Bote den Mekkanern angekündigt hatte, sie sollten ihrer Karawane zu Hilfe kommen, zogen sie stattdessen nach einigen Tagen los, nachdem sie sich auf den Kampf vorbereitet hatten. Einige Mekkaner hatten sogar gelost, ob sie in die Schlacht ziehen sollten und das Ergebnis riet ihnen davon ab. Doch auf Drängen von Abu Jahl wurden sie gezwungen, zu gehen.

Seine Heiligkeit (aba) sagte, dass er mit diesen Begebenheiten fortfahren werde.

Zusammenfassung erstellt von The Review of Religions

Aktuelle Freitagsansprache

Multimedia

Neueste Kommentare

  1. Mögen die Menschen aus der Geschichte endlich lernen, die Politiker ihre Verantwortung ernst nehmen und das Leben, das höchste Gut…

Archiv