In der Freitagsansprache vom 12. Dezember 2025 rezitierte Seine Heiligkeit (aba) eingangs den folgenden Koranvers:
»Rufe auf zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung und streite mit ihnen auf die beste Art. Wahrlich, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt am besten jene, die rechtgeleitet sind.« (16:126)
Dieser und weitere Verse aus dem Heiligen Koran besagen, dass die Botschaft Gottes nicht nur verbreitet, sondern auf die beste, weiseste und eine einladende Weise vermittelt werden soll – denn nur so trägt sie echte Früchte.
Seine Heiligkeit (aba) wies darauf hin, dass zwar soziale Medien neue Möglichkeiten eröffnen, doch auch hier klare Regeln und ein bestimmtes Niveau an Anstand und Sachlichkeit notwendig sind. Andernfalls kann der Effekt ins Gegenteil umschlagen und Gegnern sogar neue Angriffsflächen bieten.
Seine Heiligkeit (aba) erinnerte daran, dass die Ahmadiyya Muslim Gemeinschaft fundierte und starke Argumente besitzt; wenn dennoch jemand nicht überzeugend wirkt, liegt dies nicht an einer Mangelhaftigkeit des Jamaat-Wissens, sondern daran, dass wir selbst dieses Wissen nicht in ausreichendem Maße besitzen und verinnerlicht haben. Deshalb müsse jede Form des Tabligh [Verkündung der Glaubensbotschaft] stets in der bestmöglichen Weise erfolgen.
Seine Heiligkeit (aba) zitierte den Verheißenen Messias (as), der betonte, dass es für Tabligh nicht ausreicht, nur die Sprache zu beherrschen. Notwendig sei ebenso eine vertiefte religiöse Bildung und die Kenntnis der gängigen Einwände sowie ihrer Antworten. Wo einem der Zugang zum Verständnis fehlt, solle man die zuständige Jamaat-Abteilung um Klärung bitten.
Der Verheißene Messias (as) hob zudem hervor, dass erfolgreiche Tabligh-Arbeit ein lebendiges Verhältnis zu Gott erfordert, damit die Bemühungen von göttlicher Hilfe getragen werden. Diese Voraussetzungen seien unverzichtbar, um wirklichen Erfolg in der Verbreitung der Botschaft zu erreichen.
Seine Heiligkeit (aba) erklärte, dass die Botschaft des Islam nur dann wirklich Erfolg haben kann, wenn sie mit Weisheit und im richtigen Geist vermittelt wird. Obwohl der Islam die einzig universale Religion ist und der Heilige Prophet (saw) als Gesandter für die gesamte Menschheit kam, umfasst die muslimische Bevölkerung bis heute weniger als ein Viertel der Welt. Der Grund dafür liegt darin, dass die Verbreitung der Botschaft oft ohne Weisheit und auf der falschen Art und Weise erfolgte – etwa durch das missverstandene Konzept des Dschihad.
Er stellte klar, dass Kampf nur dann erlaubt war, wenn Muslime zuerst angegriffen wurden – genau wie es in der frühen Islamgeschichte geschah. Damals verteidigten sich die Muslime gegen schwerste Verfolgungen, nachdem Alla es ihnen erlaubt hatte:
»Erlaubnis (sich zu verteidigen) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah – und Allah hat fürwahr die Macht, ihnen zu helfen.« (22:40)
Heute jedoch gibt es keine gegen die Religion gerichteten Kriege, und Ungerechtigkeiten, die Muslime an manchen Orten erleiden, werden nicht im Namen der Religion begangen. Daher bleibt der höchste Dschihad heute der Dschihad mittels des Koran.
Vor diesem Hintergrund betonte Seine Heiligkeit (aba), dass die Aufgabe der Ahmadiyya Muslim Gemeinschaft darin besteht, sich persönlich mit Gott zu verbinden, die Religion gründlich zu lernen und die Botschaft auf die richtige Art und Weise zu verbreiten.
Er erinnerte an wichtige Anweisungen des Heiligen Propheten (saw) zur Verkündigung, von denen eine zum Beispiel lautet, dass man immer dem Verständnisniveau des Gegenübers entsprechend sprechen solle. Beispielsweise sollte man einem Nicht-Ahmadi-Muslim den Wahrheitsanspruch des Verheißenen Messias (as) anhand des Korans, der Hadithe und klassischer muslimischer Gelehrte erklären.
Zudem mahnte der Heilige Prophet (saw), dass man niemals zu denen gehören dürfe, gegen die ein Unterdrückter zu Recht ein Bittgebet erhebt. Das heißt: Wer die Botschaft verbreitet, muss höchste moralische Maßstäbe und die Rechte anderer vollständig wahren. Wenn Menschen aufgrund des eigenen guten Charakters für einen beten statt gegen einen, legt Allah Segen in die Bemühungen.
Seine Heiligkeit (aba) erläuterte die Bedeutung von »Weisheit« und »guter Ermahnung« und stützte sich dabei auf ausführliche Erklärungen des Verheißenen Messias (as) und des Zweiten Kalifen (ra).
Der Verheißene Messias (as) betonte, dass man Fragen und Einwände stets ruhig, sanft und gelassen beantworten müsse. Wenn Gegner hart oder aggressiv reden, tun sie es meist deshalb, weil ihnen stichhaltige Argumente fehlen. Würde man in gleicher Schärfe reagieren, entstünde der Eindruck, dass man selbst ebenso wenig Substanz habe. Deshalb ist Milde – ungeachtet des Tons des Gegenübers – ein unverzichtbares Prinzip beim Verbreiten der Botschaft.
Zuweilen wird jedoch behauptet, der Verheißene Messias (as) hätte auch Härte angewandt. Erstens: Dies stimmt nicht. Der Verheißene Messias (as) hat diesmal niemals getan. Vielmehr erläuterte der Verheißene Messias (as), er habe niemals aus persönlichem Zorn oder Groll gesprochen. In seltenen Fällen habe er nur deshalb eine härtere Sprache gewählt, weil Gegner extreme Entgleisungen begingen, Unruhe stiften wollten oder den Islam und den Heiligen Propheten (saw) aufs Übelste beleidigten. In solchen Situationen habe er – gemäß der koranischen Lehre, » und streite mit ihnen auf die beste Art« – klare und wirksame Grenzen gesetzt. Dies geschah, damit das einfache Volk, das durch die groben Beleidigungen der Gegner leicht provoziert worden wäre, erkennen konnte, dass eine angemessene Erwiderung erfolgt war und ihr Verlangen nach Gerechtigkeit befriedigt wurde. Während der Verheißene Messias (as) also in sehr spezifischen Fällen selbst auf diese Strategie zurückgreifen musste, verpflichtete er seine Gemeinschaft dennoch ausdrücklich dazu, in der Verkündung des Glaubens stets freundlich, sanft und gütig zu agieren.
Der Zweite Kalif (ra) führte aus, dass wahre Weisheit davor bewahrt, in leidenschaftliche Schärfe zu verfallen, die jede Wirkung zunichtemacht. Weisheit bedeute auch, Unwissenheit zu beseitigen, indem man so spricht, dass der andere es begreifen kann. Prunkvolle oder hochtrabende Sprache nützt wenig, wenn sie das Publikum gar nicht versteht. Besonders in großen Versammlungen solle man bewusst klare und einfache Worte wählen, damit Inhalt statt bloßer Klang im Vordergrund steht.
Er warnte außerdem davor, beim Verkünden der Botschaft zu übertreiben oder Dinge darzustellen, die nicht wahr sind. Schlicht Wahrheit zu sagen, gestützt auf den Lehren des Koran und des Heiligen Propheten (saw), genüge völlig. Denn wie der Koran betont:
»Der irregeht, kann euch nicht schaden, wenn ihr nur selbst auf dem rechten Wege seid.« (5:106)
Man soll selbst an der Wahrheit festhalten, sich hauptsächlich um seine persönliche Rechtleitung kümmern, und nach der Verkündung des Glaubens die Rechtleitung eines anderen Menschen Gott überlassen.
Zudem gehöre zur Weisheit, Zeit, Ort und Situation zu beachten. Man solle unbedachte Aussagen vermeiden, die nur Unwille hervorrufen könnten, und stattdessen so sprechen, dass das Gegenüber überhaupt innerlich bereit wird, zuzuhören.
Seine Heiligkeit (aba) erinnerte erneut daran, dass es die Aufgabe der Jamaat ist, die wahre Botschaft des Islam zu übermitteln – ruhig, weise, eindringlich und ohne falsche Emotionalität. Ebenso sollte bedacht werden, dass Argumente allein nicht den Glauben tragen; dazu gehört auch Rat, moralische Haltung und die Fähigkeit, das Herz des anderen zu erreichen. Und selbst wenn die eigene Arbeit scheinbar erfolglos bleibt, soll man unbeirrt fortfahren. Denn der Mensch überbringt – führen aber tut allein Gott. So sagt Allah:
»Wahrlich, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt am besten jene, die rechtgeleitet sind.« (16:126)
Seine Heiligkeit (aba) betonte, gestützt auf die Worte des Verheißenen Messias (as), dass beim Verkünden der Botschaft Worte und Taten übereinstimmen müssen. Wer überzeugend argumentiert, dann aber selbst anders handelt als er spricht, schreckt Menschen ab. Es könnte sein, dass die Zuhörenden zunächst die Botschaft annehmen, da sie von den Argumenten überzeugt sind. Wenn sie jedoch später beobachten, dass derjenige, der ihnen zuvor die Argumente übermittelt hat, persönlich anders handelt, kann dies dazu führen, dass sie sich wieder distanzieren. Die wirkungsvollste Form des Tabligh besteht daher darin, die Lehren des Islams sichtbar vorzuleben – innere Wandlung, Wahrhaftigkeit und moralische Integrität sind Teil der Botschaft selbst.
Der Verheißene Messias (as) erklärte weiter, dass es beim Übermitteln des Glaubens nicht darum gehe, einzelne Gegner um jeden Preis zu widerlegen, indem man sich dabei in langwierige Debatten verstrickt, sondern darum, die Schönheit des Islams den Menschen in angemessener, situationsgerechter Weise zugänglich zu machen. Jede Schloss hat seinen eigenen Schlüssel, und es gibt nicht eine universelle Methode, die überall gleichermaßen funktioniert.
Der Zweite Kalif (ra) führte dies anhand des Beispiels von Prophet Joseph (as) aus. Als Mitgefangene ihn um Traumdeutung baten, nutzte er – kurz und ohne sie zu überfordern – genau diesen Moment, in dem sie aufmerksam waren, um ihnen zuvor eine Kernbotschaft des Glaubens zu vermitteln. Ebenso arrangierte der Heilige Prophet (saw) zu Beginn seiner Mission in Mekka Einladungen zum Essen, um die Menschen in einem ruhigen und aufmerksamen Moment erreichen zu können: Als man ihm beim ersten Versuch nicht zuhörte, überbrachte er die Botschaft beim zweiten Mal bevor das Essen serviert wurde, während alle darauf warteten und ihm aufmerksam folgten. Dies zeigt: Weisheit bedeutet, Gelegenheiten zu erkennen und so zu sprechen, dass es leicht fällt zuzuhören, und die Botschaft die Anderen nicht überfordert.
Seine Heiligkeit (aba) ging zudem auf den Vorwurf seitens anderer Muslime ein, Ahmadi Muslime würden nicht am Dschihad teilnehmen. Der heutige Dschihad aber sieht anders aus, als wie es sich manch andere Muslime vorstellen. Der Verheißene Messias (as) habe eindeutig erklärt, dass in dieser Zeit der Dschihad des Wortes und der Feder gilt – das intellektuelle Ringen um Wahrheit und die weltweite Vermittlung der Lehren des Islams Wer behauptet, Ahmadis lehnten Dschihad ab, missverstehe daher, dass die Form des Dschihad sich gemäß den Geboten Gottes und den Erfordernissen der Zeit gewandelt hat.
Abschließend betonte Seine Heiligkeit (aba), dass Diskussionen mit Nicht-Ahmadi Muslimen über einzelne Worte oder Begriffe kaum weiterführen. Entscheidend sei, den Muslimen zu erkennen zu geben, welche universale Sendung der Heilige Prophet (saw) hatte und dass die Ahmadiyya Muslim Jamaat in Anbetracht dessen das Ziel verfolgt, die Welt unter dem Banner des Islams zu vereinen – und dass allein der Dschihad der Weisheit und der Feder zu diesem Ziel führen kann, nicht der des Schwertes.
Seine Heiligkeit (aba) richtete sich ebenso an die Missionare [Murabbian] der Gemeinde und erinnerte sie daran, dass ihnen eine große Verantwortung anvertraut wurde. Sie müssen nicht nur die moralische Erziehung der Gemeinde fördern, sondern die Menschen auch dabei unterstützen, eine lebendige Beziehung zu Gott zu entwickeln. Außerdem sollen sie das religiöse Wissen der Mitglieder vertiefen, damit diese für jene Form des Dschihad bereit werden, die der Verheißene Messias (as) für diese Zeit bestimmt hat. Erst wenn ein Missionar all dies erfüllt, wird er seinem abgelegten Gelübde wirklich gerecht.
Seine Heiligkeit (aba) zitierte den Zweiten Kalifen (ra), der die Missionare mahnte, zunächst ihr eigenes Selbst zu läutern und danach dieselbe Läuterung in der Gemeinde zu fördern. Ein Missionar müsse sich an das Verrichten der Tahajjud-Gebete [freiwilliges Gebet inmitten der Nacht] gewöhnen und die Gemeinde zum vermehrten Gottesdienst anleiten. Er sollte den Heilige Koran tiefgründig studieren und auch die Gemeinde zum Lesen & Verstehen des Koran anhalten. Ebenso müsse er im ständigen Gedenken Gottes stehen und andere dazu ermutigen. Der Zweite Kalif (ra) riet zudem, dass ein Missionar eine persönliche Bibliothek haben sollte, da dies die Lesekultur fördere. Heute stehe darüber hinaus auf alislam.org eine Fülle an Wissen und Literatur der Jamaat zur Verfügung.
Ein Missionar müsse vollkommenes Vertrauen zu Allah besitzen und Ihn als Quelle aller Dinge betrachten. Ebenso solle er gute Beziehungen zu der Öffentlichkeit pflegen, denn dadurch erweitere sich das Feld des Tabligh (Verkündung). Was die PR-Arbeit angeht, ist nämlich auch noch ein Defizit zu verzeichnen. Ein Missionar müsse fest entschlossen sein, der Schlechtigkeit furchtlos entgegenzutreten und diesen Mut auch in der Gemeinde zu stärken. Zudem brauche er Beständigkeit – es dürfe nicht sein, dass Eifer für Anbetung und Tabligh nur kurzfristig anhält. Erst wenn Missionare selbst konsequent sind, wird diese Beständigkeit auch in der Jamaat Wurzeln schlagen. Wenn diese Eigenschaften sich festigen, dann könne eine wahrhaft revolutionäre Veränderung in der Welt herbeigeführt werden.
Seine Heiligkeit (aba) erinnerte abschließend daran, dass uns allen große Aufgaben auferlegt wurden – und dass die Missionare darin eine maßgebliche Rolle spielen. Er betete, möge Allah allen ermöglichen, diese Verantwortung zu erfüllen.





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