Aus den Schriften des Verheißenen Messias (as)

Der Heilige Qur’an und andere offenbarte Bücher

Aus den Schriften von Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS, dem Verheißenen Messias und Imam Mahdi

Sollte ein Gegner des Islam einwenden, dass die Einordnung des Heiligen Qur’an als besser und erhabener als alle anderen offenbarten Bücher bedeuten würde, dass andere offenbarte Bücher, die das Wort desselben Einen Gottes seien, von geringerer Qualität seien, es jedoch keinen Unterschied von höherem oder niedrigerem Rang unter ihnen geben könnte, so würde die Antwort lauten, dass alle Bücher hinsichtlich ihres Offenbarungscharakters zweifellos gleich seien, einige jedoch aufgrund ihrer Menge an Inhalt sowie der Vollkommenheit der in ihr enthaltenen, sich auf den Glauben beziehenden Aspekte anderen überlegen sind. Hinsichtlich dieses Gesichtspunkts übertrifft der Heilige Qur’an insofern alle anderen Bücher, als sie nicht ausreichend diese Aspekte enthalten, die für die Vervollkommnung der Religion benötigt werden; wie zum Beispiel Fragen, die sich auf die Einheit Gottes beziehen, die Verneinung aller Arten von širk, die Mittel gegen spirituelle Krankheiten, die Argumente für die Widerlegung falscher Religionen sowie den Beweis wahrer Lehren, die im Heiligen Qur’an nachdrücklich niedergelegt sind.

Zweifel und Bedenken, warum Gott nicht alle Seine Bücher gleichermaßen mit Wahrheiten und Erkenntnissen ausgestattet hat und warum dem Heiligen Qur’an in dieser Hinsicht Überlegenheit verliehen wurde, werden nur in den Köpfen derer aufkommen, die die wahre Natur der Offenbarung, ihre Ursachen und die Art und Weise, wie sie verbürgt werden, nicht kennen. Es soll klar sein, dass Gott niemals Offenbarung sendet, es sei denn, es gibt Gründe, die dazu aufrufen. Er sendet Seine Offenbarungen nur dann herab, wenn es eine echte Notwendigkeit für sie gibt, und das ist Seine ewige Praxis. Es versteht sich auch von selbst, dass ein willkürliches Herabsenden von Offenbarungen, ohne Rücksicht darauf, ob sie erforderlich sind oder nicht, etwas ist, was wir nicht von dem Allweisen erwarten würden, der alles im Einklang mit den Anforderungen von Weisheit, Angemessenheit und zeitlicher Notwendigkeit tut. Es sollte daher verstanden werden, dass, wenn der Qur’an Wahrheiten und Prinzipien des Glaubens enthält, die andere Schriften nicht enthalten, es daran liegt, dass die Notwendigkeit dieser Lehren erst zur Zeit des Heiligen Qur’an entstanden ist und sie nicht früher hätten offenbart werden können.

Referenz:
Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS, Barāhīn-e aḥmadiyya, Teil 2, Rūḥānī ḫazāʾin Bd.1, (dt. Ü.: Frankfurt/Main 2019) S. 119 f. (Fußnote Nr. 2)

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