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Die Pandemie und die Suche nach dem jüdischen Messias

Sabahat Ali Rajput, Mexiko

Viele Menschen sind im Moment sichtlich wütend; wütend auf ihre Regierungschefs, frustriert auf ihre Gesundheitsminister, enttäuscht von ihren Mitbürgern.

Aber was tun Sie, wenn die offizielle Stellungnahme Ihres Bundesgesundheitsministers zum neuartigen Covid-19-Virus nichts mit Tests, groß angelegten medizinischen Plänen oder gar der Wissenschaft zu tun hat?

Wie würde man sich fühlen, wenn man eines Morgens aufwacht und den Fernseher einschaltet, und die folgende Erklärung des Bundesgesundheitsministers hört:
»Wir beten und hoffen, dass der Messias vor Passah, der Zeit unserer Erlösung, kommt. Ich bin sicher, dass der Messias kommen und uns daraus bringen wird, so wie [Gott] uns aus Ägypten herausführte. Bald werden wir in Freiheit hinausgehen und der Messias wird kommen und uns von allen Sorgen der Welt befreien.«

Ob Sie es glauben oder nicht, so lautete die offizielle Erklärung von Yaakov Litzman, dem Gesundheitsminister Israels, vor wenigen Wochen.

Der Fall des fehlenden Messias im Judentum ist ein Fall, der in den letzten Jahrhunderten zu reger Debatte geführt hat. So sehr, dass viele jüdische Gemeinden ihr Generationen langes Warten auf einen Messias, der herabkommt und das jüdische Volk rettet, völlig aufgegeben haben. Wie viele schreckliche und unverzeihliche Völkermorde müssen schließlich stattfinden, bevor die Barmherzigkeit des Gottes Israels geweckt wird?

Dann gibt es diejenigen, die eine diametral entgegengesetzte Denkschule vertreten – Juden, die das Warten auf den Messias – die bloße Vorfreude auf ihn – als »das Beste daran« betrachten. Zum Beispiel Deb Margolin, ein bekannter jüdischer Künstler und Aktivist, drückte es einmal so aus:
»Was ich am meisten daran liebe, Jude zu sein, ist das Warten auf den Messias! Das ist es, was ich am meisten liebe … warten, warten, wie so vieles im Leben … wir Juden warten auf den Messias … Ich liebe es, dass das Buch über die Frage der Identität von Moshiach [Messias] noch immer offen ist … Eleanor Roosevelt, George Balanchine, Martin Luther King, Nadine Gordimer, Fred Rogers, Richard Pryor, Cruz Irizarry, die Frau, die auf meine Kinder aufpasst, wenn ich arbeite, der UPS-Mann, der so nett ist die Kisten reinzutragen und sie abzustellen, wo immer man sie braucht … es ist wie eine große Halloween-Party, das Leben ist eine Kostümparty, bei der jeder hinter den Masken hervortreten und sich als Moshiach offenbaren darf.«

Und natürlich wäre eine Aufzählung der verschiedenen »Stile« der Abstammung des erwarteten Messias schlichtweg unvollständig, ohne diejenigen zu erwähnen, die sagen, dass der Messias bereits unter den Menschen ist und schon immer hier gewesen ist, um die Wunden in einem Notkrankenhaus in Nicaragua zu heilen oder um frisches Wasser für Kinder zu pumpen, die an einem Brunnen in Sierra Leone Schlange stehen. 

Hinzu kommt, dass gerade diese Juden der Meinung sind, dass der Messias nicht kommen wird, um die Menschheit zu erlösen oder zu reformieren, sondern darauf wartet, dass die Menschheit sich selbst reformiert; erst dann wird er seinen Weg aus der ewigen Unsichtbarkeit antreten. Daher ist es nicht er, der zur majestätischen Rettung der Menschheit antreten wird, vielmehr wird die Menschheit den jüdischen Messias aus seinen langen Tagen der Finsternis und Vergessenheit retten.

Worauf warten sie noch?

Doch was erwartet den durchschnittlichen gläubigen Juden in Bezug auf einen Messias in der Endzeit?
Das Wort Messias leitet sich  im Englischen eigentlich von dem hebräischen Wort »Mashiach« ab, das eine Person bezeichnet, die mit dem heilenden Öl Gottes gesalbt ist. Anderen jüdischen Interpreten zufolge bezieht es sich auf einen Menschen, dem das heilende Öl für die ganze Menschheit gegeben wurde. Andere behaupten jedoch, dass er einer sein wird, dem göttliches Öl über den Kopf gegossen wird, was symbolisiert, dass er von Gott dem Allmächtigen geläutert wurde.

Juden für das Judentum ist eine jüdische Gruppe, die in ihrer Literatur den Begriff »Verheißener Messias« verwendet und argumentiert: 
»das hebräische Wort ›HaMashiach‹ (wörtlich: der Messias), das eine zukünftige gesalbte Person beschreibt, taucht nirgendwo in der Bibel auf. Da die Bibel keinen ausdrücklichen Hinweis auf den Messias enthält, ist es unwahrscheinlich, dass es als der wichtigste Begriff in der Bibel angesehen werden kann. Tatsächlich ist die messianische Vorstellung im jüdischen Glauben nicht die wichtigste.«

Im selben Artikel heißt es weiter:
»Da jeder König ein Messias ist, bezeichnen wir diesen zukünftigen Gesalbten vereinbarungsgemäß als den Messias… Wir werden den Messias erkennen, indem wir sehen, wer der König Israels zur Zeit der vollständigen universellen Vollkommenheit ist. Die Bibel spricht nie über den Glauben an den Messias. Da seine Herrschaft eine historisch überprüfbare Realität sein wird, die für jeden Menschen selbstverständlich ist, wird sie keinen Glauben oder Überzeugung erfordern…
Da noch nie jemand dem in der Bibel beschriebenen Bild dieses zukünftigen Königs entsprochen hat, wartet das jüdische Volk immer noch auf das Kommen des Messias. Alle früheren messianischen Anspruchsteller, einschließlich Jesus von Nazareth, Bar Cochba und Schabbtai Tzvi wurden abgelehnt.«

Der größte Streitpunkt, den die jüdische Theologie mit der Person Jesu Christi als dem jüdischen Messias aufgreift, ist jedoch das Gewand der Göttlichkeit und Gottheit, den die Christen – so sagt man – ihm »aufsetzen«.

Shirley Lucass bringt genau diesen Punkt in ihrem bahnbrechenden Werk »Das Konzept des Messias in den Schriften des Judentums und Christentums« zum Ausdruck.

Sie schreibt:
»Ein wesentlicher Grund, warum jüdische Denker die Behauptung, Jesus sei der Messias, zurückgewiesen haben, ist die hohe christliche Lehre, in der diese Behauptung zum Ausdruck gebracht worden ist.«

Daniel S. Diffey kommentiert die in dieser Abhandlung angesprochenen Punkte weiter:
» … es gab drei wesentliche Gründe, warum die hohe christliche Lehre Jesu oder die Behauptung, dass Jesus der menschgewordene Gott ist, abgelehnt wurde. Erstens ist die Auffassung des Messias als Gottheit nicht in der jüdischen Tradition verwurzelt. Zweitens steht ein göttlicher Messias im Widerspruch zum Monotheismus. Drittens gibt es im frühen Judentum keine Unterstützung für diese Idee.«

Offensichtlich ist die jüdische Vorstellung von einem Retter und Messias so weit verbreitet, dass es schwierig wird, zwischen Fakten und Fabeln zu unterscheiden. Dennoch ist die Tatsache, dass die Juden einen Großteil ihrer Ablehnung des christlichen Messias auf die ihm zugeschriebene übermenschliche Göttlichkeit gründen, ein interessanter Punkt, über den man nachdenken sollte. Merkwürdigerweise akzeptieren fast 2 Milliarden Muslime Christus als den Messias, stimmen aber mit ihren jüdischen Brüdern darin überein, dass der erwartete Messias nicht Gott sein kann.

In diesen Zeiten großer Furcht und Aufruhr ist daher in der religiösen Welt die Erwartung eines Messias vom Himmel spürbar. Es gibt jedoch eine Gemeinschaft von Muslimen, deren Warten auf einen Messias vor über einem Jahrhundert endete. Und sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, der ganzen Welt zu vermitteln, dass das Warten auf einen Messias vorbei ist.

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat, die 1889 ihren bescheidenen Ursprung im ländlichen Ort Qadian in Indien hat, hat sich inzwischen in über 213 Ländern der Welt etabliert. Allein im vergangenen Jahr schlossen sich ihr über 600.000 Menschen aus allen Teilen der Welt an.

Wenn es je einen Zeitpunkt gab, die Behauptungen eines Menschen, der die Welt für immer verändern könnte, zu untersuchen, dann ist es jetzt. Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS aus Qadian, Indien, beanspruchte eben der Messias zu sein, auf den Milliarden von Menschen mit großer Sehnsucht warten. Erstaunlich ist, wie eindrucksvoll er hunderte von Prophezeiungen erfüllte und Tausende von Zeichen zeigte.

Von führenden Anwälten, Führungskräften von Nichtregierungsorganisationen, renommierten Professoren bis hin zu hervorragenden Lehrern in beiden Hemisphären beginnen Menschen aller Bildungsebenen – ja sogar jedes Glaubens und jeder Nationalität – zu begreifen, dass das Warten auf den Messias vorbei ist und ein neuer Aufbruch in diesen Zeiten internationaler Katastrophen, Irreführungen und beispielloser Korruption gekommen ist, sichtbar für alle, die bereit sind, ihre Augen zu öffnen.

Weitere Informationen finden Sie unter https://ahmadiyya.de/ahmadiyya/einfuehrung/  

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