Hadhrat Mirza Masroor Ahmad - Khalifatul Masih V (aba)

Zion – Ein weiterer Schlüssel in sicheren Händen

Kalif der Ahmadiyya Muslim Jamaat erobert bei Moschee-Eröffnung die Herzen der Amerikaner

Am 1. Oktober 2022 hielt das Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Gemeinde, der Fünfte Kalif, Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, die Hauptrede bei einem besonderen Empfang anlässlich der Eröffnung der Fath-e-Azeem-Moschee (der grandiose Sieg) in Zion, Illinois. Bevor der Kalif vor das Rednerpult trat, wurde er und die gesamte Ahmadiyya Muslim Jamaat mit herzlichen Grußbotschaften von hohen Vertretern der Gesellschaft der Region willkommen geheißen. Im Zuge dessen überreichte der Bürgermeister der Stadt, Mr. Billy McKinney, Hudhur den Schlüsseln der Stadt Zion, die erst vor gut 100 Jahren von dem erklärten Islamfeind John Alexander Dowie gegründet wurde. Im Folgenden bietet ‚Die Revue der Religionen‘ ihren geschätzten Lesern die deutsche Übersetzung der Hauptrede dieses historischen Abends des Kalifen der Zeit.

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Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA sagte:

»Bi-smillāhi r-raḥmāni r-raḥīm – Im Namen Allahs, des Gnädigen, des immer Barmherzigen

Sehr verehrte Gäste, as-salāmu ʿalaikum wa-raḥmatullāhi wa-barakātuhū – der Friede und die Segnungen Allahs seien mit Ihnen allen. 

Zunächst möchte ich mich bei Ihnen allen bedanken, dass Sie heute Abend zu uns gekommen sind. Dies ist keine weltliche Veranstaltung, sondern ein rein religiöses Programm einer islamischen Gemeinde, weshalb Ihre Teilnahme ein Zeugnis Ihrer Offenherzigkeit, Toleranz und Weltoffenheit ist. Daher bin ich Ihnen allen aufrichtig dankbar, dass Sie bei der feierlichen Einweihung unserer neuen Moschee hier in Zion dabei sind. 

Die Ahmadiyya Muslim Gemeinde wurde vor mehreren Jahrzehnten in dieser Stadt gegründet, aber wir hatten bisher keine richtige Moschee, in der wir unsere Gottesdienste abhalten konnten. Daher ist der heutige Tag für unsere Gemeinde von großer Freude und Bedeutung. In der Tat ist es für alle Religionsgemeinschaften von entscheidender Bedeutung, über Gebetsstätten zu verfügen, in denen ihre Anhänger für ihre Gottesdienste zusammenkommen können. 

Der Nutzen und Zweck einer Moschee ist zweierlei

Was den Islam betrifft, so glauben wir, dass eine Moschee zu haben zwei vorwiegende Zwecke erfüllt. Erstens ermöglicht sie es den Muslimen, sich zu versammeln, um Gott, den Allmächtigen, anzubeten und ihre religiösen Aufgaben und Verpflichtungen gegenüber ihrem Glauben zu erfüllen. Der Islam schreibt den Muslimen ja vor, fünfmal am Tag zu beten. Der zweite große Nutzen des Baus einer Moschee besteht darin, dass sie dazu dient, den Islam und seine Lehren einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Wenn diejenigen, die in der Moschee beten, sich ernsthaft bemühen, die Lehren des Islam widerzuspiegeln und zu verkörpern, wird dies ganz natürlich die Neugier und das Interesse der Menschen vor Ort am Islam wecken. Ihre Kenntnisse und ihr Verständnis vom Islam werden zunehmen und etwaige Ängste oder Bedenken, die sie hegen, werden sich, so Gott will, in Luft auflösen, wenn sie sehen, dass die Muslime friedlich unter ihnen leben und einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten. Um diese beiden Ziele zu erreichen, baut die Ahmadiyya Muslim Gemeinde weltweit Moscheen. 

Einige von Ihnen werden sich fragen, was die Ahmadi-Muslime von anderen Muslimen unterscheidet. Gemäß einer bedeutenden Prophezeiung im Heiligen Qur’an und der Vorhersage des Heiligen Propheten des Islam, Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm, war es dies bezüglich vorherbestimmt, dass sich die Muslime im Laufe der Jahrhunderte allmählich von den wahren islamischen Grundlagen entfernen würden. Schließlich würde die Mehrheit die Lehren des Islam aufgeben und nur noch dem Namen nach Muslime sein. Gleichzeitig gaben Allah, der Allmächtige, und der Heilige Prophet des Islam, Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm, die frohe Kunde, dass Gott, der Allmächtige, in einer Zeit solchen geistigen Verfalls einen verheißenen Reformer senden würde, um die ursprünglichen Lehren des Islam wiederzubeleben und zu erneuern und dass er den Titel des Messias von Muhammad, Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm, tragen würde. Dieser Messias würde verkünden, dass die Lehren des Islam von Frieden, Liebe und Harmonie geprägt sind. Er würde alle Menschen dazu auffordern, friedlich zusammenzuleben und ungeachtet ihrer unterschiedlichen religiösen Überzeugungen ein Band der gegenseitigen Liebe und Zuneigung zu knüpfen. Als Ahmadi-Muslime sind wir fest davon überzeugt, dass der Begründer unserer Gemeinde, Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS von Qadian, Friede sei mit ihm, eben jener Verheißene Messias und Reformer war, der im Heiligen Qur’an und in der Prophezeiung des Heiligen Propheten des Islam, Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm, angekündigt wurde. 

Zu Lebzeiten wies der Begründer der Ahmadiyya Muslim Gemeinde seine Anhänger an, die Botschaft des Islam zu verbreiten, indem sie gemäß seinen Lehren von Liebe, Wohlwollen und Mitgefühl für alle Menschen handeln und die Herzen und Gemüter der Menschen gewinnen. Tatsächlich verkündete der Verheißene MessiasAS, dass er die Lehren des Islam übermitteln werde, indem er in den geistigen Fußstapfen des Messias von Moses, des Propheten Jesus, Friede sei mit ihm, wandeln werde. Wie der Prophet Jesus zeigte auch der Verheißene MessiasAS Sympathie und Mitgefühl für die Menschheit. Jedes seiner Worte diente in der Tat dem Frieden und der Schaffung eines Geistes der Versöhnung in der Gesellschaft. Er erinnerte seine Anhänger daran, dass die eigentliche Bedeutung von Islam Frieden und Sicherheit sei und dass der Islam nach seinem Erscheinen zu seinen spirituellen Wurzeln zurückkehren und eines Tages in der ganzen Welt als eine Religion der Liebe, der Toleranz, des Friedens und der Harmonie anerkannt werden würde. 

Es gibt keinen Zwang in Glaubensdingen

Der Verheißene MessiasAS erläuterte gemäß den Lehren des Heiligen Qur’an, dass die Kriege in der Frühzeit des Islam ausschließlich defensiver Natur waren und als Reaktion auf die schlimmstmögliche Verfolgung geführt wurden. Nicht ein einziges Mal während der gesegneten Ära des Heiligen Propheten Muhammad, Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm, oder in der Zeit seiner vier rechtgeleiteten Nachfolger haben muslimische Armeen Kriege begonnen oder Grausamkeiten oder Ungerechtigkeiten welcher Art auch immer Art begangen. Vielmehr wurden alle Kriege und Schlachten, an denen sie teilnahmen, geführt, um alle Formen von Unmenschlichkeit und Unterdrückung zu beenden. 

Während in der Neuzeit geopolitische Konflikte weiterhin Verwüstung und Zerstörung in der Welt angerichtet haben, sagte der Verheißene MessiasAS, dass die Religionskriege beendet seien. Daher gebe es keine Rechtfertigung für Muslime oder die Menschen irgendeines Glaubens, im Namen der Religion zu kämpfen. Es sollte also glasklar sein, dass das Ziel der Ahmadiyya Muslim Gemeinde nicht darin besteht, Länder zu erobern, Territorien einzunehmen, Städte zu erobern oder Nationen zu bezwingen. Noch haben wir in jenen Ländern oder Nationen, wo unsere Lehren und Glaubensinhalte in großer Zahl angenommen wurden, jemals den Wunsch geäußert, politische Macht oder weltlichen Einfluss zu gewinnen. Unser einziger Auftrag und unser einziges Bestreben ist es, die Herzen der Menschen durch Liebe zu gewinnen und die Menschen näher zu Gott, dem Allmächtigen, zu bringen, damit sie zu Seinen wahren Dienern werden und gegenseitig ihre Rechte erfüllen. 

In einer wunderschönen Strophe bekräftigte der Verheißene MessiasAS, dass er nicht nach politischer Macht oder weltlichem Ansehen strebe. Er schrieb: »Was habe ich mit Ländern zu tun, denn mein Land ist von allen anderen verschieden. Was habe ich mit Kronen zu tun, denn meine Krone liegt im Wohlgefallen des Geliebten.«[1]

Diese völlige Gleichgültigkeit gegenüber weltlicher und politischer Macht ist seit ihren Anfängen das Wesensmerkmal der Ahmadiyya Muslim Gemeinde geblieben und wird es auch in Zukunft bleiben. Wir sehnen uns nur danach, die Lehren des Islam von Liebe und Frieden zu vermitteln, wie wir es seit mehr als 130 Jahren tun, und durch die Gnade und Barmherzigkeit Allahs schließen sich unserer Gemeinde jedes Jahr viele Tausende von Menschen aus der ganzen Welt an. Wir hegen keinen Groll, keinen Streit und keine Feindschaft gegen irgendeine Person oder eine Religion. Auf diejenigen, die sich gegen Gott, den Allmächtigen, auflehnen oder versuchen, seine Religion zu zerstören, werden wir niemals mit Waffen oder anderen Formen von Gewalt antworten. Im Gegenteil, unsere einzige Antwort wird sein, uns in aller Demut vor Allah, dem Allmächtigen, zu beugen. Unsere einzige Waffe ist das Gebet und wir sind sicher, dass Allah unsere Gebete erhört. 

Die 133-jährige Geschichte unserer Gemeinde zeugt von dieser Tatsache. Was die Glaubens- und Gewissensfreiheit betrifft, so sind wir der festen Überzeugung, dass Religion und Glaube eine persönliche Angelegenheit sind und dass es jedem Menschen freisteht, seinen eigenen Weg zu wählen. Unsere Position ist keine neue, die wir erst im Nachhinein eingenommen hätten. Vielmehr basiert sie vollständig auf den ursprünglichen Lehren des Heiligen Qur’an. 

Weltliche Autoritäten für Glaubensfreiheit

Wie Sie sicher wissen, ist vor kurzem die britische Monarchin, Königin Elisabeth II., verstorben und ihr Sohn König Charles III. hat ihre Nachfolge angetreten. Im Vereinigten Königreich lautet einer der offiziellen Titel des Monarchen »Defender of the faith« (Verteidiger des Glaubens). Bei verschiedenen Anlässen hat König Charles seinen Respekt für alle Religionen zum Ausdruck gebracht. Er hat auch seinen Wunsch geäußert, als Verteidiger aller Glaubensrichtungen anstatt als Verteidiger des Glaubens bezeichnet zu werden. Diese Aussage ist zweifellos lobenswert und zeugt von der Aufgeschlossenheit und dem inklusiven Ansatz von König Charles. Infolge seiner Thronbesteigung spekulierten jedoch einige Kommentatoren, dass eine solche Modifizierung des Wortlauts nicht überall in der christlichen Gemeinschaft oder tatsächlich auch von einigen Nichtchristen begrüßt werden würde. In einer Schlagzeile hieß es, dass sich der Wunsch des Königs, alle Religionen zu verteidigen und zu fördern, als Wunschdenken erweisen könnte. Manche mögen solche Bemühungen zur Förderung der religiösen Harmonie für vergeblich oder eben für Wunschdenken halten, doch meiner Meinung nach ist die Verteidigung aller Religionen und die Einführung echter Religions- und Glaubensfreiheit in Wirklichkeit die Grundlage für die Schaffung von Frieden in der Welt. In diesem Zusammenhang möchte ich auch die Regierung der Vereinigten Staaten dafür loben, dass sie unter der Schirmherrschaft des Außenministeriums das Büro für internationale Religionsfreiheit eingerichtet hat, das nun jährlich einen internationalen Gipfel zur Förderung der weltweiten Religionsfreiheit veranstaltet.

Der Qur’an als ewige Friedenscharta

Was die Schaffung des Weltfriedens betrifft, ist ein bedeutsamer und bahnbrechender Grundsatz, der die globale Religionsfreiheit gewährleistet, in Kapitel 22, Verse 40-41 des Heiligen Qur’an verankert. In diesen Versen erklärt Allah, der Allmächtige: 

»Erlaubnis zu kämpfen ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah – und Allah hat fürwahr die Macht, ihnen zu helfen –, jenen, die schuldlos aus ihren Häusern vertrieben wurden, nur weil sie sprachen: ›Unser Herr ist Allah.‹« Und weiter heißt es: »Und würde Allah nicht die einen Menschen durch die anderen im Zaum halten, so wären gewiss Klöster und Kirchen und Synagogen und Moscheen niedergerissen worden, worin der Name Allahs oft genannt wird. Allah wird sicherlich dem beistehen, der Ihm beisteht. Allah ist fürwahr stark und mächtig.«

In diesen beiden Versen hat Allah, der Allmächtige, dem Heiligen Propheten des Islam, Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm, die Erlaubnis erteilt, einen Verteidigungskrieg zu führen. Er machte auch kategorisch klar, dass die Erlaubnis erteilt wurde, weil die Angreifer versuchten, die Religionsfreiheit in der Welt auszurotten. Die Kriegsführung war nicht erlaubt, um nur Muslime und ihre Moscheen zu schützen noch um die Sache des Islam zu fördern, sondern der Qur’an erklärt ausdrücklich, dass keine Kirche, keine Synagoge, kein Tempel, keine Moschee und kein anderer Ort der Anbetung sicher sein würde, wenn nicht bald eine kraftvolle Antwort auf die gegen die Muslime begangenen Ungerechtigkeiten erfolgen würde. 

Somit ist der Heilige Qur’an die einzige göttliche Schrift, die nicht nur den Menschen aller Religionen und Glaubensrichtungen absolute Religionsfreiheit gewährt, sondern darüber hinaus die Muslime und diejenigen, die eine Moschee betreten, anweist, die religiösen Rechte der Nicht-Muslime zu schützen. Es ist diese himmlische Schrift, die alle Religionen, Glaubensrichtungen und Überzeugungen beschützt und verteidigt. Es sind diese reinen und allumfassenden islamischen Lehren, die wir in allen Teilen der Welt zu verbreiten suchen.

Ein Gebetsduell wird zum Zeichen für die Welt

In Bezug auf diese Moschee werden Sie sich vielleicht fragen, warum wir uns für den Bau einer Moschee in Zion entschieden haben. Der Hauptzweck ist natürlich derselbe, den ich bereits erwähnt habe. Zweitens werden diejenigen, die mit der Geschichte dieser Stadt gut vertraut sind, wahrscheinlich wissen, dass die Person, die Zion gründete, ein christlicher Evangelist, Herr Alexander Dowie, war, der behauptete, von Gott aus dieser Stadt Zion entsandt worden zu sein. Herr Dowie drückte große Feindseligkeit gegenüber dem Islam und Hass auf Muslime aus, was schließlich dem Begründer der Ahmadiyya Muslim Gemeinde zur Kenntnis gelangte und er Herrn Dowie direkt antwortete. 

Einige von Ihnen mögen sich fragen, warum der Verheißene MessiasAS in seinen Äußerungen gegenüber Herrn Dowie eine harte Sprache verwendet hat und wie dies mit seinem Anspruch, Liebe und Mitgefühl zu predigen, vereinbar ist. Es gibt jedoch absolut keinen Widerspruch zwischen den friedlichen Lehren des Verheißenen MessiasAS und seiner Haltung gegenüber Dowie. Der Verheißene MessiasAS hat nicht ein einziges Mal zu irgendeiner Form von Gewalt oder extremer Reaktion aufgerufen. Als er zum ersten Mal von Herrn Dowies giftiger Äußerung gegen den Islam und seinen Begründer, Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm, erfuhr, versuchte der Verheißene MessiasAS ihm respektvoll klarzumachen und ihn dazu zu bewegen, Zurückhaltung zu zeigen und die Gefühle der Muslime zu respektieren. Umgekehrt war es Herr Dowie, der die Konfrontation mit dem Islam suchte und diesen Wunsch auch deutlich zum Ausdruck brachte. So schrieb Dowie zum Beispiel: »Ich bete zu Gott, dass der Islam bald vom Angesicht der Erde verschwindet. O Gott, nimm mein Gebet an, o Gott, zerstöre den Islam.«[2]

Darüber hinaus äußerte sich Dowie in seinen Schriften mit Genugtuung über die Aussicht auf einen, wie er es nannte, großen Krieg zwischen dem Christentum und dem Islam. Er schrieb, wenn die Muslime das Christentum nicht annehmen würden, würden sie mit Tod und Zerstörung konfrontiert. Der Begründer der Ahmadiyya Muslim Gemeinde, Friede sei mit ihm, wollte angesichts dieser extremen Rhetorik und Feindseligkeit erreichen, dass nicht Tausende oder gar Millionen unschuldiger Menschen zu Schaden kommen, was der Fall gewesen wäre, wenn Herr Dowies Wunsch nach einem Religionskrieg zwischen Christen und Muslimen in Erfüllung gegangen wäre. Dementsprechend forderte er Herrn Dowie zu einem Gebetsduell heraus. Er sagte, anstatt zum Tod oder zur Vernichtung aller Muslime aufzurufen, sollten er und Herr Dowie sich in ernsthafte Gebete vertiefen und Gott ersuchen, dass derjenige von ihnen, der ein Lügner ist, zu Lebzeiten des anderen sterben solle. 

Dies war eigentlich ein Ausdruck des Mitgefühls und ein Mittel, die Situation zu entschärfen. Anstatt eine totale Konfrontation zwischen Muslimen und Christen zu riskieren, erklärte der Verheißene MessiasAS, dass er und Herr Dowie sich auf das Gebet besinnen und die Angelegenheit in die Hände des allmächtigen Gottes legen sollten. Dies sei ein faires und friedliches Mittel, um die Wahrheit zu ermitteln. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass dies ein großartiges Beispiel der Zurückhaltung angesichts immenser Provokationen und Feindseligkeiten war. Auf diese Aufforderung reagierte Herr Dowie, indem er den Verheißenen MessiasAS in höchst beleidigender Weise beschrieb. Es ist überliefert, dass Herr Dowie sagte: 

»In Indien gibt es einen mohammedanischen Messias, der mir immer wieder schreibt. Glaubt ihr, dass ich auf diese Mücken und Fliegen antworten werde? Wenn ich meinen Fuß auf sie setzen würde, würde ich sie zu Tode zerquetschen.«[3] 

Der Verheißene MessiasAS wiederholte seine Herausforderung, die in den Vereinigten Staaten und anderswo große Aufmerksamkeit auf sich zog. Die Journalisten berichteten über die herausragende Stellung von Herrn Dowie in seiner Gemeinde, seinen Reichtum und seine Macht und verglichen dies in abfälliger Weise mit dem Verheißenen MessiasAS, der, wie sie feststellten, aus einem weit entfernten und abgelegenen Dorf in Indien stammte und dessen Reichtum und weltliche Macht es nicht mit Herrn Dowie aufnehmen konnten. Außerdem war Herr Dowie rein körperlich gesehen jünger und in besserer gesundheitlicher Verfassung als der Verheißene MessiasAS. Doch trotz dieser Diskrepanz in materieller Hinsicht zögerte der Begründer der Ahmadiyya Muslim Gemeinde nie, wich keinen Schritt zurück noch zog er in Erwägung, seine Herausforderung zurückzuziehen und trotz aller weltlichen Widrigkeiten zeichnete sich das Ergebnis bald zu seinen Gunsten ab. 

In kürzester Zeit verlor Dowie seine Anhänger, sein Vermögen und seine körperlichen und geistigen Kräfte. Er erlitt schließlich, was die US-Medien als ein erbärmliches Ende beschrieben. In der Tat gebührt den damaligen US-Medien Anerkennung, weil ihre Journalisten ehrlich über das Ergebnis berichteten. Eine berühmte Schlagzeile des Boston Herald lautete zum Beispiel: »Grandios ist Mirza Ghulam Ahmad, der Messias.« Kurz gesagt, der Begründer der Ahmadiyya Muslim Gemeinde hat nie versucht, seine Ansichten oder Werte mit Gewalt durchzusetzen und hat auch nie in Erwägung gezogen, auf den Hass von Herrn Dowie oder anderen Gegnern des Islam mit physischer Gewalt oder Macht zu reagieren. 

Für die Ahmadi-Muslime ist dieser Vorfall ein Zeichen für die Wahrhaftigkeit unseres Begründers und so nimmt die Stadt Zion in dieser Hinsicht einen wichtigen Platz in unserer Geschichte ein. Aus Zeitgründen kann ich leider nicht weiter ins Detail gehen, aber in dieser Moschee ist eine spezielle Ausstellung über das Gebetsduell eingerichtet worden und wenn Sie mehr erfahren möchten, können Sie sie besuchen, bevor Sie gehen oder vielleicht haben Sie sie schon besucht. 

Also möchten die Anhänger von Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS, dem Verheißenen Messias und Mahdi, dem Rechtgeleiteten, heute Allah, dem Allmächtigen, dafür danken, dass wir die Fathe-Azeem-Moschee – die Moschee des grandiosen Sieges – in Zion als Symbol für wahre Religionsfreiheit einweihen. Ihre Türen öffnen sich mit einer aufgeklärten Botschaft, die verkündet, dass die religiösen Rechte und friedlichen Überzeugungen aller Menschen und Gemeinschaften für immer geschützt und gewahrt werden sollen. Es ist das vorrangige Ziel der Ahmadiyya Muslim Gemeinde, die Menschheit auf den Weg der spirituellen Erlösung zu führen und dafür zu sorgen, dass alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer Hautfarbe im Geiste des guten Willens und der Harmonie und in wahrem Frieden und Sicherheit zusammenleben. 

Ich bete aus tiefstem Herzen, dass diese Moschee, so Gott will, der gesamten Menschheit immer als eine Fackel des Friedens, der Toleranz und der Liebe dienen wird. Ich bete, dass sie sich als ein Ort erweist, an dem sich die Menschen in aller Demut versammeln, um ihren Schöpfer anzuerkennen, sich vor ihm zu verneigen und die Rechte der Mitmenschen zu erfüllen. Denn wir glauben ernsthaft, dass wir nur dann erfolgreich voranschreiten können, wenn wir die Rechte der Anbetung Gottes, des Allmächtigen, und die Rechte der Mitmenschen erfüllen. 

Mit diesen Worten möchte ich Ihnen allen noch einmal dafür danken, dass Sie heute Abend zu uns gekommen sind. Möge Allah, der Allmächtige, Sie alle segnen, Amin.«

(Zum Schluss machte der Kalif noch folgende heitere Bemerkung:)

»Ich danke auch dem Bürgermeister dafür, dass er mir den Schlüssel der Stadt übergeben hat und ich bin sicher, dass der Schlüssel jetzt in sicheren Händen ist (Publikum lacht). Ich danke Ihnen vielmals.«

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