Ahmadiyya

Eindrücke über Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud Ahmad (ra), den Verheißenen Reformer (Teil 2/2)

Charaktereigenschaften von Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud AhmadRA

Zusammengestellt von Fateen Yasir

Im Folgenden stellen wir weitere persönliche Charaktereigenschaften von Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud AhmadRA vor, die Sir Muhammad Zafrullah KhanRA einst beschrieb.

Sir Zafrullah KhanRA während der Europa-Tour von 1955 hinter Seiner Heiligkeit Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud AhmadRA sitzend.

Über die Stellung eines Kalifen

In den Worten von Sir Muhammad Zafrullah KhanRA:
»Es ist einfach zu verstehen, dass die Stellung, welche das Oberhaupt der Ahmadiyya-Bewegung innehat, keine leichte ist und um dieses Amt erfolgreich auszuführen, muss der Kalif Talente von sehr hohem Niveau und eine Reihe von Qualitäten aufweisen, die selten bei einer Person gebündelt zu finden sind. Dass der gegenwärtige Kalif mehr als ausreichend mit diesen Gaben und Qualitäten gesegnet ist, hat sich in den bereits verstrichenen 30 Jahren seines Kalifats zweifelsfrei gezeigt. Eine detaillierte Beschreibung dieser Talente und Qualitäten würde erfordern, eine ausführliche Geschichte über die [Ahmadiyya]-Bewegung während des zweiten Kalifats zu verfassen. Man kann jedoch einige Hinweise auf die von ihm angestrebten Ziele und die von ihm zur Erreichung dieser Ziele verfolgte Strategie geben. In einem Satz: Seine Ziele sind die Ziele, die der Islam seinen Anhängern vorgibt und seine Maßnahmen sind die vom Islam vorgegebenen und vermittelten Maßnahmen. Wenn man also formulieren will, was der Kalif zu erreichen versucht und wie er dabei vorgeht, würde man lediglich beschreiben, was der Islam von den Muslimen in der heutigen Zeit verlangt. Die Prinzipien und Maßnahmen sind nicht neu, denn das erklärte Ziel des Gründers der Bewegung und folglich auch seiner Nachfolger war und muss sein, die Lehren des Heiligen Qur’an und des Heiligen Propheten (Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm) zu erläutern und in die Praxis umzusetzen.«

Über seine Leitung der Gemeinde infolge interner Zwietracht (Abspaltung der Lahori-Bewegung)

»Seine (Mirza BashiruddinRA) sorgfältige und fürsorgliche Pflege der zarten Pflanze (die Ahmadiyya Gemeinde), die vor so vielen Jahren seiner Obhut anvertraut wurde, hat dieselbe inzwischen in einen fest verwurzelten Baum mit weit ausgebreiteten Ästen verwandelt, der dankbaren Schatten und sicheren Schutz bietet und gesunde reiche Früchte hervorbringt. Die Stürme des Widerstandes und der Verfolgung toben weiterhin und entwickeln sich zeitweise zu einem Hurrikan. Dieser kräftige Baum jedoch steht unter der weisen und fürsorglichen Obhut seines stets aufmerksamen und wachsamen Hüters jeglichem Gegenwind unerschütterlich gegenüber. Ohne seine eigene Sicherheit auch nur im Entferntesten in Gefahr zu sehen, dienen die Gegnerschaften doch nur dazu, seine Stärke und Güte zu vermehren.«

Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud AhmadRA mit ehrenwerten Gefährten bei der »Konferenz der Religionen innerhalb des Imperiums«, die 1924 im Imperial Institute in London stattfand. Sir Zafrullah KhanRA sitzt zur Rechten Seiner Heiligkeit.

Hadhrat Musleh Mau’udsRA Sichtweise auf Angelegenheiten, die den Staat und seine Bürger betreffen

»Auf politischem Terrain hielt er trotz heftiger Kritik und erbitterter Opposition sowie der Gefahr, ernsthaft missverstanden zu werden, stets an der Auffassung fest, der Islam ließe keine Rebellion seiner Untertanen gegen eine per Gesetz eingesetzte Regierung zu und das Gesetz müsse unter allen Umständen befolgt werden. Wenn eine Regierung tyrannisch oder ein Gesetz bösartig oder schadhaft ist, müssten Änderungen und Modifikationen durch Überzeugungskraft und Überzeugungsarbeit mit verfassungsmäßigen und friedlichen Mitteln angestrebt werden anstelle von Gewalt oder Widerstand durch Rebellion oder Revolution. Es ist ihm oft vorgeworfen worden, dass sich die von ihm verfochtene Methode einer Regierungsreform oder das von ihm befürwortete Gesetz als ineffektiv oder zu träge erweisen könnte, doch es ist niemandem je gelungen, ihn von seiner konsequent vertretenen Position abzubringen. Andererseits konnte er selbst als Präsident des All-India Kashmir Committee die Wirksamkeit seiner Prinzipien erfolgreich unter Beweis stellen.«

Sir Muhammad Zafrullah KhanRA erläutert weiter: »Er erachtet es als eine der Hauptaufgaben eines Staates, nicht nur für Ordnung auf seinen eigenen Territorien zu sorgen und allen Bevölkerungsgruppen Bedingungen für Chancengleichheit zu bieten, sondern auch für jeden einzelnen eine angemessene Versorgung mit Nahrung, Kleidung, Unterkunft, einem Mindestmaß an Bildung und Erziehung, Gesundheitsdiensten und Angebote im Bereich Unterhaltung bereitzustellen.

Auf dem Gebiet der internationalen Zusammenarbeit glaubt er an die letztendliche Entwicklung einer föderalen Weltorganisation mit Mitgliedstaaten, die auf ihrem eigenen Territorium hinsichtlich ihrer bestimmten und persönlichen Interessen und Probleme souverän sind, sich jedoch zugleich in einer Organisation zusammenschließen, um Anliegen, die alle betreffen dürften, umfassender und effektiver zu behandeln. Unterdessen ist er der Ansicht, dass alle Tendenzen, die in diese Richtung weisen, bestärkt und gefördert werden sollten.

Er glaubt, dass internationaler Frieden und Wohlstand nicht gesichert werden können, solange in irgendeinem Teil der Welt politische Unterdrückung oder wirtschaftliche Ausbeutung eines Volkes durch ein anderes Volk herrscht. Selbstbestimmung im politischen Bereich, die völlige Freiheit und Gleichheit unter den Nationen schafft, wird allein den Frieden sichern und die größtmögliche wirtschaftliche Zusammenarbeit wird allein den Wohlstand garantieren.«

Die Vielfalt seiner Schriften und Ansprachen

»Er ist ein erfolgreicher Schriftsteller und unermüdlicher Redner. Seine Werke und Ansprachen erstrecken sich über ein sehr breites Spektrum und umfassen fast jeden Aspekt menschlichen Handelns. Sein größtes Werk, was das Leben künftiger Generationen lenken und prägen wird, ist at-tafsīru l-kabīr, eine umfassende Exegese des Heiligen Qur’an, womit er sich zur Zeit beschäftigt und von dem ein Band bereits veröffentlicht wurde und ein weiterer sich derzeit im Druck befindet.«

»In anderen Schriften und Ansprachen hat er die Bedeutung der wichtigsten Lehren des Islam erläutert, wie die Existenz und Einheit Gottes, die Bedeutung und die Aufgaben der Engel, die Lehre der Vorbestimmung, der Erlösung usw.

Einige seiner Schriften sind direkt an Staatsoberhäupter und andere bedeutende Persönlichkeiten gerichtet und laden sie ein, die Wahrheit des Islam und Ahmadiyyat zu akzeptieren. Darunter finden sich Broschüren, die für H.R.H. den Prinzen von Wales (nun Herzog von Windsor), H.E. Lord Irwin, den Generalgouverneur Indiens (nun Lord Halifax), Seine Majestät Amir Amanullah Khan von Afghanistan und H.E.H. den Nizam von Hyderabad vorbereitet und diesen überreicht wurden. Etliche seiner Ansprachen waren der Veranschaulichung der Vorzüge des Heiligen Qur’an und dessen Lehren gewidmet. Eine darunter erläutert die Philosophie der Träume. Diejenigen, die das Privileg hatten, seinen öffentlichen Ansprachen beizuwohnen, werden die Wirkungsstärke bezeugen, die er durch die schiere Überzeugungskraft seiner Argumentation, die Geschicklichkeit der von ihm verwendeten Veranschaulichungen, seine Appelle an die noble Geisteshaltung seiner Zuhörer und die Werte, die er beständig vor ihnen vertritt, ausübte. Er ist der unübertroffene Meister der Darstellung und Interpretation und zieht oft stundenlang ein großes Publikum in seinen Bann, während er in aller Ruhe und im Detail die von ihm für diesen Anlass ausgewählte Thematik darlegt.«

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