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Jesus Christus (as) starb nicht am Kreuz – die Perspektive eines Kardiologen

Mit dem Wissen der Anatomie und alter Kreuzigungspraktiken ist es nicht sonderlich schwierig, die hinreichenden medizinischen Aspekte der Kreuzigung Jesu aus Sicht eines Kardiologen zu rekonstruieren.

von Professor Dr. M. M. H. Nuri, Rabwah/Pakistan

Einführung

In den letzten Jahren hat die Kreuzigung von Jesus ChristusAS großes Interesse hervorgerufen. Das Meisterwerk des Verheißenen Messias, Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS, »Jesus in Indien«, hat diesen Autor inspiriert, eine interdisziplinäre Untersuchung über die Umstände der Kreuzigung durchzuführen und eine historisch-medizinisch akkurate Analyse zu präsentieren, warum Jesus ChristusAS in einen Zustand der Ohnmacht fiel, was die Umstände waren, die zu seiner Genesung führten und die Evaluierung weiterer klinischer Differenzialdiagnosen von anderen Ärzten. Es gibt eine Reihe von Beweisen in der Literatur über den Ablauf der Kreuzigung. Allerdings wird 

die Glaubwürdigkeit der Diskussion in erster Linie durch die Glaubwürdigkeit des Ausgangsmaterials bestimmt werden. Für diese »Theorie« umfasst das Quellenmaterial die umfangreichen und detaillierten Beschreibungen des Prozesses der Auspeitschung und Kreuzigung in den Evangelien des Neuen Testaments[3] und diverser zeitgenössischer christlicher und nicht-christlicher Autoren.[14] Die Interpretationen der Autoren der Moderne, basierend auf den Erkenntnissen der Wissenschaft und Medizin, können zusätzliche Einblicke in diese Thematik bieten. 

Jesus ChristusAS wurde nach Mitternacht in Getsemani verhaftet und zum Hohepriester gebracht, wo er der Gotteslästerung für schuldig befunden wurde. Kurz nach Tagesanbruch wurden seine Augen verbunden, ihm wurde ins Gesicht gespuckt und mit Fäusten ins Gesicht geschlagen.

Es gibt weder Berichte über irgendwelche Blutverluste noch treten bei solchen Angriffen signifikante Blutverluste auf. Darüber hinaus ist es vernünftig anzunehmen, dass Jesus ChristusAS in guter körperlicher Verfassung war.

Praktiken der Geißelung

Am Prätorium wurde Jesus ChristusAS ausgepeitscht, eine Vorstufe nahezu jeder römischen Hinrichtung. Als Instrument wurde eine kurze Peitsche mit mehreren einzelnen oder gebundenen Lederriemen verschiedener Größen, in denen kleine Eisenbälle oder in Abständen scharfe Stücke von Schafsknochen gebunden waren.[4,7,8]

Das Opfer wurde der Kleidung entledigt und seine Hände wurden an einen aufrechten Pfosten gebunden.[8] Er wurde dann mit der Peitsche am Rücken geschlagen, wobei die Seite und Teile der Brust vorne umfasst wurden. (Siehe Abbildung oben)

Die Eisenkugeln der Peitschen führten zu tiefen Prellungen, und die scharfen Knochenstücke von Schafen verursachten tiefe Schnitte in Haut- und Unterhautgewebe.[4,7,8] Das Ausmaß des Blutverlustes mag sicherlich ausschlaggebend sein, wie lange das Opfer am Kreuz überleben würde.[9] Im Fall von Jesus ChristusAS war die Geißelung milde und der Blutverlust minimal. Auch ist die Schwere der Geißelung nicht in den vier Evangelien beschrieben[3], und es ist nicht bekannt, ob die Anzahl der Peitschenhiebe auf 39 beschränkt war, in Übereinstimmung mit dem jüdischen Gesetz.[4]

Das Überleben der Kreuzigung

Die Überlebensdauer am Kreuz variierte zwischen zwei und fünf Tagen und betrug durchschnittlich drei Tage.[8,9] Jesus ChristusAS trug das Kreuz nicht von der Auspeitschungsstelle zum Kreuzigungsort (was für die verurteilten Männer normalerweise vorgesehen war), welche ein Drittel einer Meile (600-650 m) voneinander entfernt lagen.[3,4,7,8,9,13]

Auf Golgota, dem Kreuzigungsort, nach zwölf Uhr mittags an diesem Freitag, schrie Jesus ChristusAS mit lauter Stimme auf, senkte den Kopf und wurde ohnmächtig.[3,15] Er blieb am Kreuz für nur etwa zwei Stunden bis zur sechsten Stunde am Freitag kurz vor Sonnenuntergang, denn am nächsten Tag war Sabbat und nach jüdischem Brauch ist es rechtswidrig, jemanden am Sabbat oder der Nacht zuvor am Kreuz hängen zu lassen. Die Soldaten brachen die Beine der beiden Diebe, aber nicht die von Jesus ChristusAS, da sie seinen Zustand der Ohnmacht mit dem Tod verwechselten.[3] Stattdessen durchbohrte einer der Soldaten seine Brust mit einem Infanterie-Speer[3], mutmaßlich in den Herzbeutel, wodurch ein sofortiger Fluss von Blut und Wasser verursacht wurde. Nach einem Sandsturm und einem heftigen Erdbeben liefen die Menschen davon.[3,15]

ChristusAS wurde für tot gehalten und sein Körper wurde Josef von Arimathäa übergeben.[3,15,8] Nikodemus, ein belesener Arzt, der die Geheimnisse von »Therapents« – einem Begriff der Therapeutik – kannte, sah Blut und Wasser aus der Wunde fließen, was nicht bei einem Toten zu sehen ist, und sprach mit leiser Stimme: »Liebe Freunde, seid guten Mutes, und lasset uns ans Werke gehen. Jesus ist nicht tot. Dies scheint nur so, da es ihm an Stärke fehlt.«[15] Nikodemus legte den Körper Jesu vorsichtig auf den Boden und rieb ihn mit starken Gewürzen und Heilsalben ein, um den Körper vor weiterem Schaden zu schützen. Diese Gewürze und Salben hatten eine große Heilwirkung und wurden zu der damaligen Zeit genutzt. Beide, Josef und Nikodemus, »bliesen ihre Atemluft in ihn«[15], als ob man eine Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen würde. Nikodemus war auch davon überzeugt, »die Wunde an Jesu Seite nicht zu verschließen, da er den Fluss von Blut und Wasser als hilfreich für die Atmung und nützlich für die Erneuerung des Lebens erachtete«.[15] Dies ist eine gängige Praxis bei Patienten mit Perikardtamponade (Blutung oder Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel), wo nach Aspiration mit einer breiten Bohrnadel das Blut drainiert werden kann, um eine erneute Blutansammlung zu verhindern. Auf Anraten von Pilatus wurde Jesus ChristusAS in ein unauffälliges, naheliegendes Haus gebracht, welches wie ein Grabmal oder eine Gruft gebaut war.[3]

Bild 1: Nagelung der Handgelenke
Links: Größe des Eisennagels. 
Mitte: Lage des Nagels im Handgelenk zwischen Handwurzelknochen und dem Radius. 
Rechts: Querschnitt des Handgelenks. Weg des Nagels in der Ebene angezeigt mit vermutlicher Durchschneidung des Mittelarmnervs (Nervus Medianus) und Pfählung des langen Daumenbeugers (musculus flexor pollicis longus), aber ohne Verletzung von Arterien und ohne Knochenfrakturen. Der Blutverlust ist daher minimal.[6]

Medizinische Aspekte der Kreuzigung und Geißelung Jesu ChristiAS

Die Schwere der Auspeitschung war vom Gemüt der Liktoren (römische Soldaten) abhängig, und war dazu gedacht, das Opfer zu demütigen und zu schwächen.[9] Im Falle Jesu ChristiAS war die Auspeitschung eher milde aufgrund der scheinbar wohlwollenden Gesinnung von Pilatus. Die Eisenkugeln führten zu Prellungen, und die Knochenstücke von Schafen führten zu Schnittwunden an Haut und Unterhautgewebe[7], folglich war der Blutverlust minimal. Die scharfen Schafsknochenstücke verletzten wohl den Herzbeutel, was zur langsamen Blutansammlung im Herzbeutel führte. Wäre die Blutansammlung schneller vorangegangen, wäre dadurch ein viel größerer Schaden zu erwarten, da eine schnellere Ansammlung nicht mit einer adäquaten Herzfunktion einhergehen würde. Das Ausmaß der Blutansammlung bestimmte sicherlich den Zeitpunkt, an dem Jesus ChristusAS ins Koma fiel.

Kreuzigung JesuAS 

Mit ausgestreckten Armen wurden die Handgelenke an das Kreuz genagelt. Es ist bekannt, dass die Bänder und Knochen des Handgelenks das Gewicht des Körpers stemmen können, aber die Handflächen können das nicht.[8,11,16,17] Der Nagel im Handgelenk könnte zwischen die knöchernen Elemente gepasst und keine Frakturen verursacht haben. Allerdings scheint die Wahrscheinlichkeit einer schmerzvollen periostalen Verletzung (Verletzung der Knochenhaut, welche reich an Nerven und folglich mit starkem Schmerzreiz verbunden ist) sehr groß zu sein.[7,8,16] (Siehe Abbildung unten) 

Bild 2: Nagelung der Füße. 
Links: Position der Füße übereinander und gegen das Kreuz. Oben rechts: Lage des Nagels im zweiten Intermetatarsalraum. 
Unten rechts: Querschnitt des Fußes auf der Höhe der Ebene vom linken Bild zeigt den Weg des Nagels.

Am häufigsten wurden die Füße an der Vorderseite des Kreuzes mittels eines Eisennagels durch den ersten oder zweiten Intermetatarsalraum (Raum zwischen dem ersten und zweiten Zeh), unmittelbar distal des Tarsometatarsalgelenks, angebracht. [4,8,9,16,17] Somit war die Kreuzigung an sich ein relativ unblutiges Verfahren, da keine großen Arterien durch die betroffenen anatomischen Stellen der Durchbohrung verlaufen. [8,11,16] (Siehe Abbildung unten)

Bild 3: Speerwunde an der Brust
Links: Mögliche Richtung des Speers. 
Rechts: Querschnitt des Thorax, auf der Höhe der Ebene vom linken Bild, zeigt durchlöcherte Strukturen durch den Speer am Herzbeutel. LA bedeutet Linkes Atrium (Vorhof des Herzens); LV: Linker Ventrikel; RA: Rechtes Atrium (Vorhof); RV: Rechter Ventrikel. (Verändert aus Edwards u.a.[6])

Die tatsächliche Ursache des Todes ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Es war hauptsächlich abhängig vom ursprünglichen Gesundheitszustand des Opfers, inklusive des mentalen Zustands, der Dauer am Kreuz, dem Dehydrierungsgrad, den quälenden Schmerzen, dem Erschöpfungsgrad, der Asphyxie (wegen der längeren Störung der normalen Atmung), dem Blutverlust mit Hypovolämie (übermäßiger Blutverlust) und der Krural-Fraktur (der Akt, jemandem die Beine zu brechen, um die Schmerzen durch die Beschleunigung des Todes am Kreuz zu lindern). Jesus ChristusAS war bei guter Gesundheit und in ausgezeichneter geistiger Verfassung. Er blieb nur für eine sehr kurze Zeit am Kreuz, mit geringer Erschöpfung, Dehydratation und Asphyxie. Der Blutverlust war sowohl während der Geißelung als auch während der Kreuzigung minimal, was die Wahrscheinlichkeit eines Schockzustandes aufgrund eines großen Blutverlustes nahezu ausschließt. Es wurden keine Knochen gebrochen um den Tod zu beschleunigen. Die Verletzung in der Brust durch den Speer kann zu einem Pleuraerguss führen, aber das Blut eines toten Menschen würde durch den schwachen Fluss gerinnen, allenfalls würden wenige Blutkoagel mit pleuraler Flüssigkeit heraustreten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Infanterie-Speer das Leben Jesu ChristiAS rettete, als er dessen Herzbeutel traf und damit das in Blut eingeschlossene Herz wiederbelebte »als Blut und Wasser herausströmten«. (Siehe Abbildung auf S. 56)

Nur bei einem schlagenden Herzen einer lebenden Person ist es möglich, dass Blut herausströmt. Skepsis entstand bei dem Versuch einer genauen medizinischen Erklärung, weshalb beides, Blut und Wasser, herausströmten. Im antiken Griechenland symbolisierte die Reihenfolge der Wörter im Allgemeinen die Signifikanz eines Ereignisses, und nicht die zeitliche Abfolge.[18] Daher scheint es ziemlich naheliegend, dass Johannes die Signifikanz des Blutflusses aus der Wunde betonte, welcher aus der Penetration des Speers resultierte.

Eine weit verbreitete, medizinisch jedoch inakzeptable Erklärung ist, dass Jesus ChristusAS an einer Herzruptur gestorben sei. Es wurde vermutet, dass die Geißelung und Kreuzigung zu einer Veränderung im Gerinnungssystem geführt haben könnten, die thrombotische Veränderungen an der Aorten- und Mitralklappe hervorgerufen haben könnten, welche dann zu Embolien in den Herzkranzgefäßen gefolgt von weiteren Komplikationen wie Herzinfarkt, Ruptur und Herztod geführt haben könnten,[19,20] da das Blut dazu neigt zu gerinnen, was zur Anheftung von weiteren Gerinnseln an den Strukturen auf der linken Seite des Herzens führt. Diese Gerinnselmassen könnten sich aus dem Herzen gelöst haben und in die Blutversorgung des Herzens gelangt sein, was zu diesem Zustand geführt haben könnte.

Dies ist eine sehr naive Erklärung, die kaum, wenn überhaupt, in der medizinischen Praxis gesehen wurde. Der veränderte Blutgerinnungsstatus (wenn Blut innerhalb des Körpers gerinnt, statt gleichmäßig zu fließen) ist untypisch und wird nicht in Zusammenhang mit Geißelung und Kreuzigung gebracht. Wenn sich dies doch entwickelt, dann braucht es mehrere Stunden und zeigt sich primär als verstärkte Blutung aus der Wunde. Der Patient stirbt in der Regel innerhalb der folgenden Tage aufgrund des Blutverlusts. Jene abgelösten Blutgerinnsel blockieren vor allem die kleinen Arterien, z.B. in den Nieren. Die kleinen Arterien des Herzens sind selten betroffen, sollten sie verschlossen sein, dann ist ein (großer) Herzinfarkt äußerst unwahrscheinlich, da die großen Koronararterien sich aufteilen. Nach einem Herzinfarkt braucht es fünf bis sieben Tage für das Infarktssegment (abgestorbener Teil des Herzens) eventuell zu rupturieren. Daher findet diese Erklärung keine kardiologische Akzeptanz. Eine andere Erklärung, die gerne vorgebracht wird, handelt vom Zustand der Erschöpfung aufgrund der Auspeitschung, dem Blutverlust und der Vorstufe des Schockzustands. [7] Die Tatsache, dass Jesus ChristusAS das Kreuz nicht tragen musste, wird als Indiz für diese Interpretation angeführt. Allerdings sollte man nicht vergessen, wie sehr sich Pilatus, der JesusAS niemals kreuzigen wollte, für ihn eingesetzt hat. Im Falle Jesu ChristiAS war die Auspeitschung milde und findet auch keine Erwähnung in den vier Evangelien. Daher ist die oben genannte Erklärung nicht haltbar. Es wurde auch postuliert, dass Jesus ChristusAS womöglich an akutem Herzversagen und tödlicher kardialer Arrhythmie (schwerwiegendste Herzrhythmusstörungen) verstarb.[4,6-8,11,13,16] Diese Erklärung scheint bei einem Menschen wie Jesus ChristusAS ohne entsprechende Vorerkrankung auch sehr unwahrscheinlich zu sein. Jesus ChristusAS, so wird es von manchen berichtet, habe an einer sehr seltenen Krankheit namens Hämhidrose (Blutschweiß) gelitten.[21] Diese mag in dem sehr emotionalen Zustand, in dem er sich befand, ausgebrochen sein und könnte zu Hypovolämie (Verlust von Blutvolumen) geführt haben, welche letztendlich zum Tod führte.[3] Es ist eher abwegig anzunehmen, dass ein gesunder Mensch eine solch seltene Krankheit hat, die ihn in einer kalten Nacht Anfang April eine maßgebliche Menge an Blut im Schweiß verlieren ließe.[3] Genauso ist es auch äußerst unwahrscheinlich, dass ein erhabener Prophet Gottes psychischer Belastung erlegen würde.

Schlussfolgerung

Mit dem Wissen der Anatomie und alter Kreuzigungspraktiken ist es nicht sonderlich schwierig, die hinreichenden medizinischen Aspekte der Kreuzigung Jesu aus Sicht eines Kardiologen zu rekonstruieren. Es ist sehr naheliegend, dass Jesus ChristusAS eine Verletzung am Perikard (Herzbeutel) während der Geißelung erlitten hat. Die scharfen Stücke aus Schafsknochen in der Peitsche haben tiefe Schnitte im Herzbeutel verursacht. Dies resultierte darin, dass sich Blut im Herzbeutel ansammelte. Auch während der Kreuzigung setzte sich diese Blutansammlung fort, die eine Perikardtamponade verursachte mit hämodynamischer Kreislaufinstabilität, einem Zustand, der die Herzfunktion massiv beeinträchtigt, da das Herz nicht in der Lage ist, die Blutzirkulation voranzutreiben, weil das Blut um das Herz herum (im Herzbeutel) dies verhindert, was wiederum zu niedrigem Blutdruck und schwachem Puls führt. 

In dieser Zwangslage nahm die Herzleistung ab und beeinträchtigte die Sauerstoffzufuhr des Gehirns. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Jesus ChristusAS in dem kritischen Zustand der hämodynamischen Instabilität, was zu niedrigem Blutdruck und hoher Herzfrequenz führte, laut aufschrie, den Kopf senkte und bewusstlos wurde. Die Penetration des Speers in die Brust in Richtung des Herzens führte zu einem Riss an der äußeren Schicht des Herzbeutels. Dies führte zu einer Dekompression des Herzens, »wodurch Blut und Wasser ausströmten«. Die Dekompression des Herzens führte zu einer Erhöhung der Herzleistung, wodurch sich auch die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn besserte. Zudem unterstützt die Ankunft von Josef von Arimathäa und Nikodemus, einem erfahrenen Arzt, die These, dass JesusAS die Tortur der Kreuzigung überlebte. Die Anwendung von starken Gewürzen und Salben war zu diesem Zeitpunkt essenziell, um die Wunden vor Infektionen zu schützen und eine Schmerzlinderung zu erzielen. Vermutlich wurde JesusAS außerdem, nachdem er vom Kreuz genommen wurde, kurzzeitig beatmet, als diese »ihre Atemluft in ihn bliesen«. Genauso wurde auch die Speerwunde zum Drainieren offen gelassen, da »Nikodemus daran glaubte, dass es besser sei, die seitliche Wunde an JesuAS nicht zu schließen. Er hielt den Ausfluss von Blut und Wasser für hilfreich, um das Leben zu erhalten/erneuern«. Diese Praxis ist unter Kardiologen gängig, um die erneute Ansammlung von Blut im Herzbeutel zu verhindern. Zweifelsohne belegt die immense historische und medizinische Beweislast, dass Jesus ChristusAS nicht am Kreuz starb, sondern die Kreuzigung überlebte und anschließend intensiv therapiert wurde.

Karte von Jerusalem zur Zeit Christi. Jesus verließ den Abendmahlssaal und ging mit Jüngern zum Garten Gethsemane (1), wo er festgenommen und zuerst zu Annas und dann zu Kaiphas gebracht wurde (2). Nach dem ersten Prozess vor dem politischen Sanhedrin in der Residenz des Kaiphas wurde Jesus erneut vor dem religiösen Sanhedrin vor Gericht gestellt, wahrscheinlich im Tempel (3). Als nächstes wurde er zu Pontius Pilatus gebracht (4), der ihn zu Herodes Antipas schickte (5), Herodes gab Jesus zu Pilatus zurück (6) und Pilatus übergab Jesus schließlich zur Geißelung in der Festung Antonia und zur Kreuzigung auf Golgatha ( 7), (modifiziert nach Pfeiffer et al.17)

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Über den Autor: Prof. Dr. M.M.H. Nuri, MBBS, FCPS, MRCP, FACC, ist der Vorstand und leitende Kardiologe des Tahir Heart Institute (THI) in Rabwah, Pakistan. Das THI ist eine hochmoderne, gemeinnützige Herzklinik in einer der ärmsten Regionen des Punjabs in Pakistan.

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Quellen:
1. Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS: Jesus in India, printed in Great Britain at the Alden Press, S. 20, Oxford 1978.
2. Riceiotti G: The Life of Christ, Zizzamia Al (trans), Milwaukee, Bruce Publishing Co, 1947, S. 29-57, 78-153,161-167 & 586-647.
3. Matthew ch:, Mark ch: Luke ch: John ch:, in Holy Bible Authorised (King James) Version. National Publishing Company USA, 1978
4. Bucklin R: The Legal and Medical Aspects of the Trial and Death of Christ, Sci Law 1970; 10: 14-26
5. McDowell J: The Resurrection Factor, San Bernardino, Calif, Here’s Life Publishers, 1981, S. 20-53, 75-103
6. Edwards WD, Gabel JG, Hosmer FE: On the Physical Death of Jesus Christ(as), JAMA 1986, 255: 1455-1463
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9. Tenny SM: On death by crucifixion, Am Heart J 1964; S. 68: 286-287
10. Freidrich G: Theological Dictionary of the New Testament, Bremiley G (ed-trans) Grand Rapids, Mich, WB Eerdmans Publisher, 1971, Bd. 7, S. 572, 573, 632
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14. Bloomquist ER: A doctor looks at crucifixion. Christian Herald, March 1964, S. 35, 46-48
15. The Crucifixion by personal friend of Jesus in to an Essener Brother in Alexandria, Supplemental Harmonic Series vol II, 2nd ED, Chicago, Indo-American Book Co. 1907, S. 62, 64, 65
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18. Robertson AT: A Grammar of Greek New Testament in light of Historical Research, Nashville, Tenn, Broadman Press, 1931, S. 417–427
19. Kim H-S, Suzuki M, Lie JT, et al: Non-bacterial thrombotic endocadities (NBTE) and disseminated intervascular coagulation (DIC): Autopsy study of 36 patients, Arch Pathol Lab Med 1977; 101: S. 65–68
20. Becker AE, Van Mantgem J-P: Cardiac Tamponade: A study of 50 hearts. Eur J Cardiol 1975; 3: S. 349–358
21. Scott CT: A case of Haematidrosis, Br Med J 1918, S. 532-533

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