Hadhrat Mirza Masroor Ahmad - Khalifatul Masih V (aba)

Leuchtende Weisheiten – das Neueste vom Kalifen (05./06./11.12.2020) – Teil 3/3

Teil 1, Teil 2

Welchen Beruf wollte der Kalif nachgehen?

Ein Student stellte Seiner HeiligkeitABA eine sehr interessante Frage und erhielt eine inspirierende Antwort. Der Student fragte Seine HeiligkeitABA: »Welchen Beruf wollten Sie nach Ihrem Studium anstreben?«

Seine HeiligkeitABA antwortete:
»Ich konnte nicht den Beruf nachgehen, den ich mir gewünscht hatte und stattdessen landete ich in einer Position, für die ich keinen persönlichen Wunsch hatte. Zuerst wählte ich naturwissenschaftliche Fächer und dachte, dass ich vielleicht Medizin studieren könnte, aber ich war nicht in der Lage, das zu tun. Dann studierte ich Agrarökonomie und ich betete und gelobte in meinem Herzen, wenn ich gute Noten in den MSc-Prüfungen bekäme, dann würde ich mein Leben [dem Dienst an Gott und Seiner Gemeinde] widmen. Dann segnete mich Allah, der Allmächtige, mit guten Noten, obwohl ich mich nicht wirklich angestrengt hatte; dennoch segnete mich Allah, der Allmächtige, selbst mit guten Noten und ich schnitt mit Punkten in der obersten Kategorie des Notenspiegels ab. Und so habe ich [als Erfüllung meines Versprechens] mein Leben hingegeben, woraufhin ich nach Afrika versetzt wurde. Die Realität ist, dass Allah, der Allmächtige, mich an der Hand hielt und mich leitete, ansonsten hatte ich keinen Einfluss auf all das. Deshalb solltet ihr euch immer bemühen, die Hand Allahs festzuhalten und Seine Hilfe zu suchen; dann wird Allah, der Allmächtige, selbst euch führen. Besonders ihr als Imame müsst eine starke Bindung zu Allah, dem Allmächtigen, aufbauen und Seine Hand fest umklammern und beten, dass Er uns nach Seinem Willen führen möge und uns dorthin bringen möge, wo Er es für uns am Besten hält und uns befähigen möge, das zu werden, was Er für uns zu werden wünscht. Wenn eine Person so wird, wie Allah sie haben möchte, ist das an sich schon sehr segensreich und voller Gnade.«

Virtuelles Treffen mit pakistanischen Einwanderern in Deutschland  

Beim zweiten Treffen der Woche bekamen über 100 ahmadi-muslimische Jugendliche, die kürzlich aus Pakistan nach Deutschland eingewandert waren, die Gelegenheit, Seine HeiligkeitABA am 6. Dezember 2020 zu treffen. Während des Treffens hatte jede Person die Möglichkeit, sich vorzustellen und direkt mit Seiner HeiligkeitABA zu sprechen. 

Ehrlichkeit in allen Angelegenheiten

Nachdem alle sich ihm vorgestellt hatten, gab Seine HeiligkeitABA zum Abschluss des virtuellen Treffens all jenen Ratschläge, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen waren.

Seine HeiligkeitABA sagte:
»Möge Allah euch allen Seine Gnade erweisen und mögen all eure Anträge [auf Asyl] angenommen werden. Was tut die Gemeinde für die Menschen, deren Fälle noch nicht angenommen wurden? Bittet die Gemeinde, euch zu helfen, damit euer Antrag angenommen werden kann. Wenn Sie gute Anwälte und gute Richter haben, dann ist das gut und schön, aber lügen Sie niemals und äußern Sie keine Unwahrheiten. Erklären Sie ihnen stattdessen einfach, dass jeder ein anderes Maß an Toleranz besitzt, dass aber die Verfolgung in Pakistan so zugenommen hat, dass sie niemanden verschonen. Wir sind immer in ständiger Angst, da wir nie wissen, wann eine Strafanzeige gegen uns gestellt wird, oder wann jemand etwas nicht gutheißt, was wir tun oder sagen, und das dann als Vorwand benutzt, um eine falsche Anklage gegen uns zu erheben. Das ist der Grund, warum Sie hierher ausgewandert sind, damit Sie in Frieden leben können. Sagen Sie ihnen einfach die Wahrheit, und so Gott will, werden Ihre Asylanträge angenommen werden. Erstens sollte jeder die Gewohnheit pflegen, die fünf täglichen Gebete zu verrichten; verrichtet eure Gebete fleißig, weint und betet in eurem Gebet (ṣalāh).  Also, verrichtet eure fünf täglichen Gebete und nehmt dann die Gewohnheit an, freiwillige Gebete zu verrichten. Weint und betet auch in euren freiwilligen Gebeten und gebt ein Versprechen, dass ihr weiterhin regelmäßig eure Gebete verrichten werdet, auch nachdem euer Antrag angenommen wurde. Dann, bevor Sie zum Gericht gehen, rezitieren Sie die Sura al-Fatiha, und wenn Gott will, wird Allah, der Allmächtige, Ihnen Seinen Segen gewähren… Möge Allah Ihr Helfer und Beschützer sein. Handelt nach dem, was ich euch gesagt habe, und so Gott will, werden eure Anträge angenommen werden. Betet zu Allah und legt ein festes Versprechen ab, dass ihr immer tugendhaft bleiben und regelmäßig beten werdet. Wenn ihr weiterhin betet, dann wird Allah, der Allmächtige, euch helfen, aber wenn ihr nach der Anerkennung eures Antrags dem weltlichen Streben nachgebt, dann denkt daran, dass Allah eure Absichten kennt und ihr deshalb vielleicht leiden und Schwierigkeiten haben werdet. In jedem Fall ist es mein Gebet, dass Allah jedem seine Gnade gewährt und euer Helfer und Beschützer sein möge.«

Freitagsansprache

hudhur

Seine HeiligkeitABA hielt seine Freitagsansprache am 11. Dezember 2020 in der Mubarak-Moschee in Tilford, Surrey, Großbritannien. Seine HeiligkeitABA fuhr fort, über Ereignisse aus dem Leben des Vierten rechtgeleiteten Kalifen, Hadhrat AliRA, zu berichten. 

Ein Beispiel für hohe Moral

Eine der Begebenheiten, die Seine HeiligkeitABA aus dem Leben von Hadhrat AliRA vortrug, veranschaulicht auf wunderbare Weise, was die wahre Natur der Taten und Handlungen eines jeden Muslim sein sollte. Seine HeiligkeitABA zitierte den Zweiten KalifenRA und berichtete:

»Hadhrat Musleh Mau’udRA sagt weiter: ›Es gibt eine sehr glaubensstärkende Begebenheit von Hadhrat AliRA. Während der Schlacht von Khayber zog Hadhrat AliRA in die Schlacht gegen einen sehr prominenten jüdischen General. Da beide sehr geschickte Kämpfer waren, kämpften sie lange Zeit gegeneinander. Schließlich warf Hadhrat AliRA ihn zu Boden und kniete sich auf seine Brust, um ihn mit einem letzten Schlag seines Schwertes zu enthaupten. Doch [gerade als Hadhrat AliRA dies tun wollte] spuckte der jüdische Mann Hadhrat AliRA ins Gesicht, woraufhin Hadhrat AliRA sofort von ihm zurückwich. Der jüdische Mann war überrascht über die Tatsache, dass Hadhrat AliRA ihn überwältigt hatte und ihn nun doch gehen ließ. Er wunderte sich, warum Hadhrat AliRA ihn gehen ließ, obwohl er die leichte Möglichkeit hatte, ihn zu töten. So fragte er Hadhrat AliRA, warum er dies tat. Hadhrat AliRA antwortete: ›Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich gegen dich gekämpft, nur um Allahs Wohlgefallen zu erlangen, aber als du mir ins Gesicht gespuckt hast, wurde ich wütend und fühlte, wenn ich dich jetzt töten würde, es nicht um Allahs Willen wäre, sondern aufgrund meiner Wut, und so ließ ich dich los, um zu vermeiden, dich aus einem persönlichen Grund zu töten.‹

Wie großartig war dieses Beispiel, das von Hadhrat AliRA demonstriert wurde. Mitten in der Schlacht ließ er einen erbitterten Feind einfach frei, weil er ihn nicht aus Rache töten wollte, sondern wenn er es täte, dann nur, um Allahs Wohlgefallen zu erlangen.«