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Zeit, den Qur’an zu verbrennen?

Rasmus Paludan, Rechtsanwalt und Politiker, veranstaltet derzeit anti-muslimische Programme in Schweden, bei denen der Qur’an verbrannt wird. Er ist Vorsitzender der rechtsextremen Partei Stram Kurs und schrieb auf Facebook: »Zeit, den Koran zu verbrennen.« Er ließ seinen Worten Taten folgen. Am 14. April 2022 verbrannten rechtsextreme in der Stadt Linköping den Heiligen Qur’an.

Die Reaktion: Krawalle, Festnahmen und verletzte Menschen. Doch das ist nichts neues für Schweden. 2020 wurde ein ähnlicher Plan von Paludan ausgeheckt und auch damals kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Im selben Jahr wurde Paludan für zwei Jahre aus Schweden verbannt.

Ziel solcher rechtsextremen Gruppierungen ist es, den Westen vom Islam vermeintlich zu »befreien«. Mit solchen Aktionen beweisen sie, dass sie bereit sind, alles dafür zu tun. Sie erklären dem Islam den Krieg, doch wissen nicht, dass Allah selbst den Heiligen Qur’an beschützt. Sie erkennen nicht, dass sie den Heiligen Qur’an niemals aus den Herzen der Menschen löschen können. Paludan ist nicht der erste, der versucht, den Heiligen Qur’an zu vernichten. Unzählige Versuche wurden unternommen, doch der Heilige Qur’an ist das einzig unveränderte heilige Buch und wird es auch immer bleiben, denn Allah sagt im Heiligen Qur’an:

»Wahrlich, Wir selbst haben diese Ermahnung herabgesandt, und ganz gewiss werden Wir ihr Wächter sein.«

Sure al-Hijr, Vers 10

Allah hat für den Schutz des Heiligen Qur’an verschiedene Mittel zur Verfügung gestellt. Mittel, die es ermöglichen, innerhalb von wenigen Tagen den gesamten Heiligen Qur’an wieder niederzuschreiben. 

Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud AhmadABA, der Zweite Kalif der Ahmadiyya Muslim Jamaat, sagte dazu:

»Wenn alle Exemplare des Qur’an von der Welt verschwinden würden, kann selbst dann innerhalb weniger Tage der gesamte Qur’an reproduziert werden. Wir können ihn sogar in einer kleinen Stadt wie Qadian sofort buchstabengetreu reproduzieren, ganz zu schweigen von größeren Städten.«

Tafsīr-e kabīr, Bd. 4, S. 18

Man mag sich fragen, wie das möglich ist. Wie schon zuvor erwähnt, hat Allah verschiedene Mittel bereitgestellt, um den Qur’an zu beschützen. Ein solches Mitte istl, dass Muslime den Qur’an seit jeher auswendig lernen. Schon zur Zeit des Heiligen Propheten MuhammadSAWlernten seine Gefährten den Qur’an auswendig und auch heute noch gibt es hunderttausende Muslime, die den Qur’an auswendig können.

Diesbezüglich sagte der Verheißene MessiasAS:

»Hunderttausende von Muslimen kennen den gesamten Qur’an auswendig, Tausende Kommentare wurden über ihn geschrieben, seine Verse werden fünfmal täglich in Gebeten rezitiert. Er wird täglich von seinen Anhängern verlesen, Millionen seiner Kopien wurden in der ganzen Welt verbreitet und seine Lehren sind dem Volk jeder Nation bekannt. All diese Dinge zwingen den gesunden Menschenverstand einzusehen, dass es unmöglich ist, dass irgendeine Art von Interpolation oder Veränderung jemals ihren Weg in den Heiligen Qur’an findet.«

Barāhīn-e aḥmadiyya, Teil 2, Rūḥānī ḫazāʾin Bd. 1, S. 54

Die Verbrennung des Qur’an ist lediglich eine Provokation gegenüber Muslimen, denn Gruppierungen wie Stram Kurs können niemals den Qur’an vernichten. Was Allah beschützt, das bleibt für immer lebendig. 

Doch wie sollten wir als Muslime auf solche Provokationen reagieren? Das weltweite Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA sagte diesbezüglich:

»Der Grund, warum dies geschieht, ist, dass sie die wahren Lehren des Islam und den Heiligen Qur’an nicht kennen. Darüber hinaus bekommen diese Leute aufgrund der Aktionen einiger Terroristen unter den Muslimen den Eindruck, dass solche Dinge tatsächlich im Qur’an geschrieben stehen könnten. Sie versuchen, sich an einen Vers zu halten, der die Gläubigen anweist, zu töten oder zu kämpfen, während sie den Rest der Verse übersehen, die die Umstände oder den Kontext erklären, der diese Erlaubnis ermöglicht. Also sollten diese Menschen auf diese Lehren aufmerksam gemacht werden, und Sie (die Ahmadis) sollten Ihre Pläne zur Verbreitung der wahren Lehren dementsprechend machen.«

Unsere Aufgabe ist es also, dass wir ein lebendiges Beispiel für die Lehren des Islam werden. Wir sollten immer versuchen, den Qur’an und seine Lehren in unserem Herzen zu tragen und danach zu handeln. Es ist unsere Pflicht als Gläubige, dass wir die schönen Lehren des Qur’an verbreiten. Das geht nur, wenn wir selbst den Qur’an verstehen und selbst Wächter des Qur’an werden.


Über den Autor: Mahid Ilyas studiert im dritten Jahrgang an der Jamia Ahmadiyya Deutschland, dem Institut für Islamische Theologie und Sprachen in Riedstadt.

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