Ansprachen des Kalifen

Die Fuldaer Moschee – eine Quelle des Friedens, der Bildung und der religiösen Toleranz

Im Rahmen seiner Europareise eröffnete Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, weltweites Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, am 20. Oktober 2019 die Baitul Hamid Moschee in Fulda. Im Anschluss hielt Seine Heiligkeit eine Ansprache vor vorwiegend deutschen nichtmuslimischen Gästen im Maritim Hotel in Fulda. Die Revue der Religionen präsentiert im Folgenden eine kurze Zusammenfassung der Ansprache des Kalifen.

Zu Beginn seiner Rede bedankte sich Seine Heiligkeit bei allen Gästen für ihre Teilnahme an der Veranstaltung und äußerte, dieser Anlass sei ein Grund zu großer Freude für die Gemeinde und insbesondere für die Ahmadis in Fulda. Er bedankte sich zudem beim Stadtrat und Bürgermeister für die Unterstützung der Gemeinde beim Bau dieser Moschee.

Seine Heiligkeit fügte hinzu, ihre Anwesenheit bei der Veranstaltung zeige, dass sie mit Menschen aller Religionen in Frieden leben wollen. Dass alle Nationalitäten hier in dieser historischen christlich geprägten Stadt zusammenleben, sei ein großes Zeichen der Offenherzigkeit der Menschen in Fulda.

Danach erläuterte Seine Heiligkeit, dass die Welt mit all ihren technischen Fortschritten und Verbesserungen im Bereich Transport und Kommunikation usw. zu einem globalen Dorf geworden sei. In gewisser Weise ist also die ganze Welt zu einer Einheit geworden und bringt alle zusammen wie in einem Dorf. Deshalb sollten wir all dies zu unserem Vorteil nutzen, anstatt uns gegenseitig zu fürchten – das ist die Aufgabe eines jeden von uns, unabhängig von seiner Religion. 

Seine Heiligkeit sagte, der Bundesvorsitzende der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland habe in seiner Begrüßung eines der lokalen Museen erwähnt. Es sei eine sehr wichtige Aufgabe unsere Geschichte zu bewahren. Wir können dies nur tun, wenn wir von Herausforderungen profitieren und Lehren daraus ziehen.

Seine Heiligkeit sagte, man habe ihm berichtet, Fulda sei bekannt für Bildung. Wahre Bildung finden wir dort, wo wir lernen aufgeschlossen zu sein, einander zuzuhören und die Veranstaltungen anderer zu besuchen. Wenn dies nicht der Fall ist, zieht man nur sehr wenig Nutzen aus der erworbenen Bildung. So ist es die Aufgeschlossenheit der Gäste, die sie heute zu dieser Veranstaltung geführt hat.

Eine Kirchenvertreterin erwähnte den bedeutsamen Punkt, dass die Anbetung Gottes auch Frieden bringe. Das ist in der Tat auch der Weg jener, die Frieden verbreiten und führt dazu, dass die Herzen zusammengeführt werden. In Medina kam einst eine christliche Delegation aus Najran. Es nahte die Zeit für ihr Gebet, jedoch hatten sie keinen Platz um es zu verrichten. Als der Heilige ProphetSAW dies sah, wandte er sich an sie, indem er ihnen versicherte, sie sollten sich keine Sorgen machen, da seine Moschee für die Anbetung Gottes bestimmt sei. Somit könnten sie dort ihr Gebet verrichten. 

Auf diese Weise wird Frieden verbreitet und die interreligiösen Beziehungen werden gestärkt. Dies ist die Lehre des Islam, die heutzutage falsch dargestellt wird. Der Name Islam selbst bedeutet »Frieden«, also wenn ein Muslim diese Lehre missachtet, kann er oder sie nicht als wahrer Muslim bezeichnet werden. Der Heilige Prophet MuhammadSAW beschrieb einen wahren Muslim als jemanden, vor dessen Zunge und Händen andere sicher seien.

Seine Heiligkeit führte weiter aus, es sei wundervoll, dass es in Fulda so viele Nationalitäten gebe, wie vom Repräsentanten des Runden Tisches der Religionen zuvor erwähnt. Und es sei erfreulich, dass die Ahmadiyya Muslim Jamaat auch Teil des Runden Tisches der Religionen sei.

Gott habe dem Menschen Logik und Verstand gegeben, also sollten wir andere besser behandeln als Tiere dies zu tun pflegen, um uns somit umso mehr Respekt und Wertschätzung entgegen zu bringen. Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad, der Verheißene MessiasAShatte ebenfalls eine religiöse Konferenz organisiert, zu welcher er verschiedene Religionsvertreter einlud Reden zu halten, unter der einen Bedingung, dass sie nur über die Schönheiten ihrer eigenen Religion sprechen würden und nicht schlecht über andere Religionen.

Der Heilige Qur’an lehrt, dass es keinen Zwang im Glauben gibt. Also müssen wir Menschen aller Glaubensrichtungen zuhören, und das ist es, was beiderseitigen Frieden bringt. Wir sollten die menschlichen Werte respektieren.

Auch wenn es viele gibt, die beten, kümmern sie sich nicht um die Armen, Waisenkinder etc. Das Beten solcher Menschen ist vergebens. Wahre Anbetung wird dann angenommen, wenn man auch auf die Rechte anderer achtet. Wir sollten jeden einzelnen Menschen mit Toleranz und Respekt behandeln. 

Möge diese Moschee ein Mittel zur Verbreitung des Friedens und der wahren Botschaft des Islam sein. Ahmadis werden von nun an der Erfüllung dieser Aufgabe nachgehen. Seine Heiligkeit bedankte sich nochmals bei allen Gästen für ihre Anwesenheit und leitete schließlich ein stilles Gebet.

Vor der Ansprache Seiner Heiligkeit sprachen einige Ehrengäste Grußworte.

Sara Kautzsch – Vorsitzende des Vereins der Lutherkirche Fulda

Sie sagte, dass sie sich sehr geehrt fühle, anwesend zu sein und übermittelte die Entschuldigung des Präsidenten der Lutherkirche für dessen Abwesenheit. Beide Gemeinden haben eine große Aufgabe vor sich, denn leider gebe es nur wenige, die wirklich bereit seien, friedlich zusammenzuleben, jedoch gemeinsam könnten wir dies schaffen. Denn wir beide glauben an einen einzigen Gott. Wir müssen unsere Türen offen halten und allen Menschen den Zutritt ermöglichen. Die Bibel lehrt, den Frieden zu suchen und den Weg des Friedens zu gehen. Sie sagte weiter, dass ihre Gemeinde zu diesem Anlass die Ahmadis grüße und ihnen gratuliere. Frau Sara Kautzsch überreichte anschließend Seiner Heiligkeit ein Geschenk.

Kurt Albrecht – Vertreter des Vorsitzenden des Runden Tischs der Religionen in Fulda

Er sagte, es sei ihm eine Ehre hier zu sein, um den Präsidenten seiner Organisation zu vertreten. Über 100 Nationalitäten und viele verschiedene Religionen seien in Fulda vertreten. Vor kurzem saßen alle religiösen Vertreter am Runden Tisch in Fulda und auch die Ahmadiyya Muslim Jamaat nahm daran teil. Seine Organisation hat viele verschiedene Programme für den Frieden abgehalten, z.B. das Halten von Vorträgen. Eines haben alle gemeinsam: wir sind alle Menschen. Aber einige verstehen das nicht. Wir müssen jeden als einen Menschen betrachten, um in der Lage zu sein, einander zu respektieren und die Rechte aller Völker zu wahren. Auch die Ahmadiyya Muslim Jamaat spiele dabei eine große Rolle. Herr Kurt Albrecht sagte, er hoffe, dass diese Moschee als Haus Gottes gebaut wurde, wo Ahmadi-Muslime in Frieden mit allen ihren Nachbarn und den Bürgern von Fulda leben werden.

Abdullah Wagishauser, der Bundesvorsitzende der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland

Er sagte einige Worte zur Geschichte der Stadt, insbesondere über ihren tief verwurzelten christlichen Hintergrund, während er sich auf St. Bonifatius bezog. Er sprach weiter über die Bedeutung der Bildung in der Stadt und erwähnte gleichzeitig die Museen und die Universität. Schließlich gab er eine kurze Einführung in die Ahmadiyya Muslim Jamaat und ihre Rolle in Deutschland.

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