Ansprachen des Kalifen

Soziale Gerechtigkeit – der Schlüssel zum Weltfrieden

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) hatte die Ehre, Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, das weltweite Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, am Dienstag, den 8. Oktober 2019 zu empfangen. Die Revue der Religionen präsentiert im Folgenden eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte aus der historischen Ansprache Seiner Heiligkeit. 

Nachdem Seine Heiligkeit den Gästen seinen aufrichtigen Dank dafür ausgesprochen hatte, dass sie die Einladung angenommen hatten, ein religiöses Oberhaupt anzuhören, würdigte Seine Heiligkeit die Ziele und die wichtige Rolle der UNESCO bei der Förderung des Friedens in der Welt, der Verwirklichung der Menschenrechte und der Verbesserung der Lebensbedingungen der Armen.

Allah – Herr aller Welten 
Seine Heiligkeit erklärte, die islamische Lehre leite die Muslime an, Frieden und Fürsorge für die gesamte Menschheit zu fördern. Seine Heiligkeit zitierte aus der ersten Sure des Heiligen Qur’an, Gott bezeichne sich als »Herrn aller Welten«. Daher ist der allmächtige Gott der »Versorger und Erhalter« aller Menschen einschließlich derer, die die Existenz Gottes leugneten.

In Anbetracht dieser göttlichen Attribute hat Gott die Muslime angewiesen, ebenfalls Seiner Schöpfung Mitgefühl entgegenzubringen, unabhängig von ihrem Glauben, ihrer Abstammung oder Hautfarbe. Muslime sind angehalten, stets freundlich und einfühlsam auf die Bedürfnisse anderer einzugehen.Der Heilige Prophet MuhammadSAW, der Gründer des Islam, wurde in diese Welt als Barmherzigkeit für die gesamte Menschheit gesandt. Er verkündete den Menschen in Mekka zunächst die Existenz Gottes, doch im Gegenzug verfolgten sie ihn und seine Anhänger heftig. Nach 13 Jahren extremer Not wanderte er ohne Vergeltung zu üben aus seiner Heimat in eine andere Stadt, Medina. In Medina schloss er einen Friedensvertrag mit den Juden, Christen und anderen Bewohnern Mekkas. Letztlich wurde er zum Staatsoberhaupt ernannt und verfasste eine umfassende und großartige Charta der Menschenrechte in Medina.

Der edle Charakter des Heiligen Propheten MuhammadSAW
Seine Heiligkeit hob einige Aspekte aus dem vorbildhaften Leben und Charakter des Gründers des Islam hervor und erwähnte, der Heilige Prophet MuhammadSAW hatte eine unabhängige Justiz nach dem Prinzip eingeführt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Zudem beseitigte er mit seinen Werken und Maßnahmen den Tribalismus und die Vetternwirtschaft.

Im Hinblick auf die Förderung der Gesellschaft etablierte er ein ausgezeichnetes Bildungssystem für alle und führte spezielle Maßnahmen für die Bildung von Waisenkindern und benachteiligten Bevölkerungsgruppen ein. Sein Ziel war es, die schwachen Teile der Gesellschaft zu befähigen Selbstständigkeit zu erlangen. Zu den vielen Maßnahmen, die er für den sozialen Fortschritt der Gesellschaft ergriffen hatte, gehörten das Steuersystem zur Linderung der Armut und die Gewährleistung sozialer Unterstützung, die Einrichtung eines Handelsgerichts, die Festlegung der Finanzethik, die Abschaffung der Sklaverei, öffentliche Hygienerichtlinien und die Aufklärung über Körperhygiene und Gesundheit, die Schaffung eines Systems zur Erkennung der Bedürfnisse der Gesellschaft, um so den Weg für individuelle und allgemeine Fortschritte zu ebnen. 

Seine Heiligkeit erwähnte, wie sich der Heilige Prophet MuhammadSAW für die zeitlose Charta der Meinungs- und Redefreiheit einsetzte. Durch seine Anweisungen und Handlungen schärfte er das Bewusstsein dafür, dass die Gefühle anderer Menschen nicht verletzt werden sollten und verbot die Kritik an anderen Religionen. Es ist jedoch bedauerlich, dass in den letzten Jahren der gegenseitige Respekt im Namen der Meinungs- und Unterhaltungsfreiheit abgenommen hat. Selbst die Religionsstifter werden verhöhnt und verspottet, was nicht nur die Gefühle der Betroffenen verletzt, sondern auch den Frieden und die Einheit der Gesellschaft bedroht.

Bildung – Der Schlüssel für eine erfolgreiche Gesellschaft
Seine Heiligkeit sprach davon, dass der Islam oft dafür kritisiert werde, er würde die Rechte der Frauen nicht schützen, jedoch nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein als eine solche Behauptung. Tatsächlich hat der Islam alle Formen der Diskriminierung von Frauen beseitigt und legt großen Wert auf die Bildung von Frauen. 

Seine Heiligkeit erwähnte am Beispiel von Frauen der Ahmadiyya Muslim Jamaat , dass diese als Ärztinnen, Lehrerinnen, Architektinnen und Ingenieurinnen tätig sind und der Menschheit dienen. Ahmadi-Frauen haben gleichen Zugang zu Bildung wie Männer und in den Entwicklungsländern liegt die Alphabetisierungsrate unter den Ahmadi-Frauen bei 99%. 

Eine weitere Kritik am Islam lautet, es handele sich um eine rückständige und archaische Religion, die den intellektuellen Fortschritt nicht fördert. Seine Heiligkeit erklärte, diese Behauptung sei völlig unbegründet. In der Tat befiehlt Gott der Allmächtige den Muslimen im Heiligen Qur’an dafür zu beten, dass Allah ihr Wissen vermehren möge. Der Islam befürwortet den Erwerb von Wissen. 

Seine Heiligkeit präsentierte daraufhin verschiedene Beispiele aus der islamischen Geschichte namhafter muslimischer Intellektueller, Philosophen, Entdecker und Physiker. Der erste muslimische Nobelpreisträger Professor Abdus Salam gehörte der Ahmadiyya Muslim Jamaat an und ließ sich für seine Forschungen vom Heiligen Qur’an inspirieren. Er sagte, es gebe mehr als 750 Verse im Heiligen Qur’an, die sich auf das Universum bezögen.

Als Fazit erwähnte Seine Heiligkeit, der Islam lehre, dass spiritueller Fortschritt unweigerlich mit dem Dienst an der Menschheit verbunden sei. Spiritueller Fortschritt kann daher nicht allein durch Gottesdiensthandlungen erreicht werden. Ausgehend von diesem Grundsatz erbaut die Ahmadiyya Muslim Jamaat weiterhin Schulen, Krankenhäuser und Kliniken in verschiedenen benachteiligten Regionen der Welt ohne jegliche Form von Diskriminierung. 

Seine Heiligkeit erklärte, wenn grundlegende menschliche Bedürfnisse erfüllt werden, wird dies die Frustration und den Groll beenden, die letztendlich den Extremismus züchten. Wahrer Frieden kann also erreicht werden, indem Armut und Elend aus der Welt geschafft werden.

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