Hadhrat Mirza Masroor Ahmad - Khalifatul Masih V (aba)

Eröffnung der Bait-ul-Baseer Moschee in Nahe

Ansprache des weltweiten Oberhaupts der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, anlässlich der Moscheeeröffnung

Am 26. Oktober 2019 hielt Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA eine Ansprache beim Empfang anlässlich der Eröffnung der Bait-ul-Baseer Moschee (Haus des Allsehenden) auf dem Grundstück Mahdi-Abad in Nahe. Seine Heiligkeit hatte die Moschee einen Tag zuvor mit seiner wöchentlichen Freitagsansprache offiziell eröffnet.
An dem Empfang nahmen rund 170 Gäste teil, unter denen sich Politiker, Glaubensführer, Medienvertreter und Anwohner befanden.
Den Höhepunkt der Veranstaltung stellte die Ansprache Seiner HeiligkeitABA dar. Diese Rede wurde aus dem Urdu übersetzt. Für etwaige Übersetzungsfehler übernimmt Die Revue der Religionen die Verantwortung.

Nach tašahhud, ta’awwuḏ und bi-smillāh sagte Seine HeiligkeitABA:

»Sehr geehrte Gäste, Friede und Segnungen Allahs seien mit Ihnen.

Möge Allah der Erhabene Ihnen allen Frieden und Harmonie schenken. Zunächst möchte ich mich bei allen Gästen bedanken, die zu unserer Veranstaltung zur Einweihung der Moschee gekommen sind. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Menschen, die keine Mitglieder der Ahmadiyya Jamaat [Gemeinde] und auch nicht Muslime sind, sich an diesem kleinen Ort versammeln könnten. Ihre Teilnahme spiegelt jedoch die Tatsache wider, dass Sie offene und aufgeschlossene Menschen sind. Ebenso freue ich mich darüber, dass Sie aufgrund einer Bekanntschaft hierhergekommen sind und dass die Mitglieder der Gemeinde in dieser Gegend offenherzig freundschaftliche Beziehungen zu Ihnen pflegen. Sie wiederum akzeptieren sie auch und als Folge dieser wunderbaren Beziehungen nehmen Sie an der Einweihung unserer Moschee teil, die für uns ohnedies ein Anlass zur Freude ist. Die Tatsache, dass Sie hierhergekommen sind, um sich unserer Freude anzuschließen, unterstreicht umso mehr, dass Ahmadi-Muslime sich wirklich um ihre Nachbarn kümmern und Beziehungen zu ihnen aufbauen.

Nach diesen Dankesworten möchte ich einiges ansprechen. Amir Sahib [der Bundesvorsitzende] hat gesagt, dass dies ein kleines Dorf sei und dass unsere Moschee die erste sei, die in dieser kleinen Gemeinde gebaut wurde. Ein kleines Dorf oder eine große Stadt zu sein, macht keinen Unterschied. Was zählt, ist die Moral der dortigen Menschen, ihr Zusammenhalt und die Verinnerlichung dessen. Tatsächlich sind Schlichtheit und Aufrichtigkeit an kleinen Orten in größerem Maße zu finden. Menschen, die in kleinen Städten, Dörfern oder auf dem Land leben, sind im Vergleich zu Menschen, die in der Stadt leben, schlichter und das ist etwas sehr Positives. Genau aus diesem Grund bevorzugen viele Menschen, die in der Stadt leben, ihre Häuser außerhalb der Stadt zu bauen und dort zu wohnen. Ich lebe in Großbritannien und dort ist es eher üblich, dass diejenigen, die es sich leisten können, auch außerhalb der Stadt in offener Umgebung ihre Häuser bauen. Einer der Vorteile besteht darin, dass dort eine schlichte Atmosphäre herrscht und zweitens ist der größte Vorteil die freie Landschaft, welche frei von jeglicher Verschmutzung ist und frische Luft vorhanden ist. So gesehen glaube ich, auch wenn dieser Ort klein ist, so wie die hiesigen Bürger sich in der freien Landschaft aufhalten und sich jederzeit durch die Luft frisch halten, so bin ich optimistisch, dass diese Menschen aufgrund ihrer Schlichtheit ihre Aufrichtigkeit auch weiterhin hochhalten werden und dass sie auch ihre Beziehung zu ihrem Schöpfer stets lebendig halten werden.

Es wurde auch erwähnt, dass dies ein historischer Ort sei. Geschichte hat große Bedeutung und die Völker sollten ihre Geschichte bewahren. Es ist die Geschichte, die vieles hervorbringt, was der Welt verborgen geblieben war. Gegen den Islam werden viele Dinge gesagt. Es gibt viele Vorbehalte. Wenn wir jedoch einen Blick auf die Geschichte des Islam werfen, so werden solche Vorbehalte, dass Muslime vielleicht Extremisten und radikal seien, widerlegt. 

Wenn wir uns zudem die Frühzeit des Islam anschauen, so sehen wir, dass der Begründer des Islam, der Heilige Prophet MuhammadSAW und seine Gefährten 13 Jahre lang in Mekka der Verfolgung ausgesetzt waren. Die Feinde fügten ihnen Leid zu, folterten sie und töteten diejenigen, die den Islam annahmen. Schließlich wanderten sie nach Medina aus, wo ein kleiner muslimischer Staat entstand. Dieser bestand nicht nur aus Muslimen. Dort lebte eine Mehrheit von Juden, mit denen ein Abkommen geschlossen wurde und gemäß diesem Abkommen wurde für die Lösung ihrer Angelegenheiten dann das Gesetz ihrer eigenen Scharia [religiöse Gesetzgebung] angewandt. Ein weiteres Rechtssystem wurde eingeführt, um allgemeine Angelegenheiten zu behandeln, welches von jeder Partei befolgt wurde. Es wird behauptet, dass es Extremismus unter den Muslimen gebe und dass Kriege geführt worden seien, um den Glauben zu verbreiten. Ich habe bereits bei verschiedenen Anlässen vieles darüber ausgeführt. Diejenigen, die die Gemeinde kennen, haben wahrscheinlich darüber auch etwas gelesen. Aber es werden hier viele sein, die die Geschichte nicht kennen werden. 

Lassen Sie mich kurz darauf eingehen: Nach der Auswanderung nach Medina und trotz Erduldung so vieler Gräueltaten haben die Muslime angefangen mit den Einheimischen, die verschiedenen Konfessionen und Stämmen angehörten, friedlich zu leben. Selbst dann ließen die Mekkaner sie nicht in Frieden leben und griffen sie an. Es war das erste Gebot, das Allah im Heiligen Qur’an offenbarte, als Antwort auf diesen Angriff, Krieg mit Krieg zu vergelten. Es bestand genauer darin, dass diese Angreifer Gegner der Religion waren und dass, wenn keine harte Antwort erfolgt wäre, es bald keine Synagogen, Kirchen, Klöster und Moscheen mehr gegeben hätte. Wenn wir uns die Reihenfolge in diesem Vers anschauen, dann wird die Moschee nicht als erstes erwähnt. Stattdessen wird sie am Ende des Verses angeführt. Dadurch wurde klargestellt, dass eine Gegenantwort deshalb notwendig ist, um die Religion an sich zu schützen und dass dieserart Menschen Feinde der Religion sind. 

Wenn man nun irgendeinen Angriff oder Krieg richtig und gerecht analysiert, dann wird man feststellen, dass die Muslime zuerst angegriffen wurden. Der Krieg wurde ihnen aufgezwungen, sie wurden angegriffen und ihnen wurde Schaden zugefügt. Die Muslime haben als Reaktion darauf Kriege geführt. In jedem Fall ist die Geschichte von großer Bedeutung und deshalb habe ich die islamische Geschichte kurz dargestellt, falls es Vorbehalte in den Herzen der in den westlichen Ländern lebenden Menschen gegen Muslime gibt.

Es gibt einige Muslime, deren Handlungen Anlass zu Vorbehalten geben, aber jetzt gibt es, wie einige Redner auch schon erwähnt haben, ebenfalls Nichtmuslime, die mancherorts Anschläge verüben. Es entspricht wie auch immer nicht der Lehre der Muslime, extremistisch zu sein. Vielmehr sind es lediglich die eigensinnigen Handlungen solcher Menschen, die den Lehren des Islam widersprechen. 

Jedenfalls möchte ich in dieser kurzen Zeit darauf eingehen, dass jede extremistische Tat seitens der Muslime ihre eigens erdachte Handlung ist. Weder zeigt uns die islamische Geschichte, dass derlei erlaubt wäre, noch die islamische Lehre, die im Heiligen Qur’an enthalten ist.

Der zweite Redner, ein Armeeoffizier, war hier und sagte etwas wirklich Interessantes, dass vor 30 Jahren in seinem Herzen und in den Herzen seiner Familie Angst aufkam, als damals Ahmadis hierherzogen. Zudem hielt er das aufgehängte Transparent mit der Beschriftung »Liebe für alle, Hass für keinen« für reine Zurschaustellung. Die Situation vor 30 Jahren war nicht dieselbe wie heute, aber trotzdem fürchtete man sich vor Muslimen. Er konnte zwar seine Angst nicht zum Ausdruck bringen, spürte sie aber. Aber das Zusammenleben mit Ahmadis über einen langen Zeitraum von 30 Jahren hat ihm seine Angst genommen. Dies war nur möglich, weil Ahmadis hierhergekommen sind und versucht haben, die wahren Lehren des Islam zu demonstrieren. Der Islam weist auf die Erfüllung der Rechte der Nachbarn hin und die Ahmadis haben demonstriert, wie die Rechte der Nachbarn zu erfüllen sind. Dies hat seine Zweifel und Bedenken ausgeräumt. 

Was die Rechte der Nachbarn betrifft, so möchte ich klarstellen, dass im Heiligen Qur’an der Nachbar klar definiert worden ist: Jeder, der in der Nähe eures Hauses wohnt, ist Nachbar. Jene, mit denen ihr zusammenarbeitet, sind eure Nachbarn. Jene, die mit euch reisen, sind eure Nachbarn und so gibt es eine lange Liste davon. Dann heißt es, dass es euch obliegt, sie zu ehren und zu respektieren. Der Begründer des Islam, der Heilige Prophet MuhammadSAW, sagte: Allah der Allmächtige hat mir mit derartigem Nachdruck geboten, die Rechte des Nachbarn zu erfüllen, dass ich davon ausging, dass vielleicht auch Nachbarn zu den rechtmäßigen Erben gezählt würden, sie einen Anteil am Eigentum haben könnten. So viel Wichtigkeit gibt die islamische Lehre dem Nachbarn. Die Praxis des Heiligen Propheten MuhammadSAW und das Handeln eines jeden aufrichtigen Muslims bezeugen die Tatsache, dass sie ihre Nachbarn respektieren.

Dann wurde über Werte gesprochen. Jede Kultur und verschiedene Menschen haben ihre eigenen Werte. Jeder hat gewisse Werte, die gut sind und gepflegt werden sollten. Das Essenzielle sind hohe moralische Werte, die allen gemein sind. Wenn also hohe moralische Werte hochgehalten werden, nur dann wird jeder die gegenseitigen Traditionen respektieren. Jeder hat seine eigene Kultur, Traditionen und Religion. Dementsprechend werden diese respektiert und wertgeschätzt. Wenn die menschlichen und moralischen Werte bewahrt werden, dann kann nie ein Konflikt aufkommen, es kann keine Konfrontation geben. Daher sollten wir stets beachten und darum sind wir Ahmadi-Muslime auch stets bemüht und eigentlich ist jeder gute Mensch darum bemüht, die moralischen Werte zu verteidigen. Auch wenn es verschiedene Kulturen und Menschen gibt, so hat doch jeder von ihnen positive und negative Eigenschaften. Oder es gibt einige Eigenschaften, die so gut sind, die von anderen übernommen werden sollten. Tatsächlich riet der Heilige ProphetSAW uns dahingehend, dass, wenn man irgendwo etwas Gutes findet, dies nicht unbedingt von einem Muslim kommen muss. Wenn man es irgendwo findet, sei es in irgendeiner Religion oder an irgendeiner Person, die nicht einmal einer Religion angehört, so sollte man es als sein verlorenes Gut betrachten und es annehmen und sich bemühen, danach zu handeln. Daher sind ethische Werte in jedem Menschen vorzufinden und jeder und jede Anständige sollte gute Werte nicht nur würdigen, sondern diese auch übernehmen.

Dann gibt es die Frauenrechte, die der Islam gelehrt hat. Der Islam gab der Frau das Recht auf Bildung. Der Heilige ProphetSAW hat auch gesagt, und so steht es auch im Heiligen Qur’an, dass der Mann seine Familie gut behandeln sollte. Es wurde [Frauen] das Erbrecht gewährt. Dies ist auch [ein Teil] der Lehre. Dann hat der Heilige ProphetSAW gesagt, dass das Paradies unter den Füßen der Mutter liegt. Das bedeutet, dass Mütter und Frauen solche Wesen sind, die durch gute Erziehung ihre Kinder ins Paradies führen und dadurch jenes Land, jene Gesellschaft und jene Stadt, wo sie leben, in ein Paradies verwandeln. Daher würdigt und schätzt der Islam die Frauen. Die Würde, die der Islam den Frauen gegeben hat, besteht darin, dass es die Frauen sind, die bei der Gestaltung der Nationen eine wichtige Rolle spielen. Eine rechtschaffene, moralische Werte demonstrierende und gebildete Frau wird ihre Kinder so erziehen können, dass sie zu Dienern des Landes und der Nation werden können. In dieser Weise hat der Islam den Frauen einen hohen Stellenwert verliehen.

Dann hat die Vertreterin der Kirche über religiöse Toleranz gesprochen, was gutzuheißen und auch sehr wichtig ist. Ich habe bereits erwähnt, dass wir immer die religiösen Ansichten und Gepflogenheiten des anderen schätzen und respektieren sollten und nur dann kann religiöse Toleranz bestehen bleiben. Im ersten Kapitel des Heiligen Qur’an hat Allah der Allmächtige gesagt, dass Er Rabbu l-ʿālamīn (Herr aller Welten) ist. Er ist also auch Herr der Christen, der Herr der Muslime, der Herr der Juden, der Herr der Hindus und der Herr aller Religionen. Er ist sogar der Herr jener, die nicht an die Existenz Allahs glauben und Er versorgt auch sie. Und genau daran glauben wir, dass alles, was wir uns in der Welt zunutze machen, von Allah dem Allmächtigen kommt, weil Er der Versorger ist und jedem gibt. Diese Dinge werden von Ihm gewährt. Unabhängig davon, welcher Religion ein Mensch angehört, Allah der Allmächtige sorgt für ihn, und wenn Er sagt, dass Er der Herr aller Welten ist, sagt Er auch, dass Er Raḥmān (der Gnädige) und Raḥīm (der Barmherzige) ist. Er gibt, ohne danach gefragt werden zu müssen und Er erweist den Menschen Barmherzigkeit. Den Bittenden gewährt Er umso mehr. Ob jemand Ihn anbetet oder nicht, ob jemand an Ihn glaubt oder nicht, die Barmherzigkeit Allahs bringt mit sich, dass Er allen Seine Barmherzigkeit erweist und ihre Bedürfnisse erfüllt und den Bittenden umso mehr gewährt. 

Dann sagte die Vertreterin unter anderem, dass es in Ordnung sei, dass es zwischen uns und ihnen Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf Frauen oder auf dieses und jenes Thema gibt. Differenzen gibt es sicherlich. Wie ich bereits erwähnt habe, hat jede Religion ihre eigene Lehre, wo es auch Unterschiede gibt. Das Wesentliche ist aber, auf die Absicht zu schauen. Wenn der Islam in Bezug auf Frauen gesagt hat, dass man etwas Bestimmtes nicht tun soll, dann nicht, um den Respekt vor Frauen oder ihren Status zu mindern. Vielmehr soll nach dieser [islamischen] Lehre die Stellung und die Würde der Frau hergestellt werden. Wie ich bereits erwähnt habe: Was kann in diesem Zusammenhang gewichtiger sein als die Aussage des Heiligen Propheten MuhammadSAW, dass das Paradies unter den Füßen der Frauen liegt. Es liegt nicht unter den Füßen von Männern, weil die Frau die Stellung bekleidet, sich um ihre Kinder zu kümmern und so die Nation zu formen. Es sind Frauen oder fromme Mütter, in deren Schoß Kinder heranwachsen, die dann das Gesetz respektieren, hohe Moral aufweisen und moralische Werte verteidigen. Sie bergen auch Geduld in sich und begegnen der Religion des anderen mit Toleranz. Die eigentliche Frage ist also, was ist unsere Absicht? Wenn unserer Auffassung nach die Absicht rein ist, dann ist die Lehre verschiedener Religionen unterschiedlich. Jeder hat seine eigene Religion. Doch es gibt etwas, um die Differenzen in der Welt zu beseitigen, nämlich dass wir darauf schauen, was uns verbindet. Wir sollten nicht darauf schauen, was uns voneinander trennt. 

Was die Gemeinsamkeiten betrifft, so sagt uns der Heilige Qur’an: sprich zu den ahl-e kitāb, d. h. dem Volk des Buches, zu den Menschen anderer Religionen, zu Juden und Christen, dass sie (zusammen) kommen und darauf schauen sollen, was zwischen ihnen gemeinsam ist. Lasst uns nicht auf die Details unserer Lehren abzielen. Lasst uns auf das schauen, was uns verbindet, und das Gemeinsame ist Gott, Der ein einziger Gott ist, den wir anbeten und an Den wir glauben und Der der Herr aller ist. Diese Gemeinsamkeit gibt es in jeder Religion. Wenn wir dies erkennen und anfangen, den Einen Gott anzubeten, Seine Rechte zu erfüllen und auch zu verstehen, dass die gesamte Schöpfung von Gott erschaffen wurde, dann werden religiöse oder kulturelle Differenzen oder Differenzen anderer Art beseitigt. Die geehrte Bürgermeisterin erwähnte dies ebenfalls und ich habe bereits die menschlichen Werte angesprochen, worauf auch sie eingegangen ist. Dies trifft nicht nur auf diese Stadt oder ihre Stadt zu, sondern die ganze Welt ist zu einem globalen Dorf geworden. Um den Frieden in der Welt herzustellen, ist es wichtig, dass wir nicht nur Toleranz gegenüber anderen Religionen zeigen, sondern sie auch respektieren und schätzen. Nur dann können wir wirklich in Frieden, Liebe und Harmonie miteinander leben. 

Der Herr Landtagsabgeordnete sprach auch über das Recht auf Freiheit. Dies alles ist richtig. Wir sind hierhergekommen und haben uns hier integriert. Dies geschah nicht nur aus persönlichem Bedürfnis, dass wir darauf angewiesen waren. Die Mehrheit der Ahmadis, die aus verschiedenen Ländern hierher eingewandert sind, wurde dort verfolgt, misshandelt, sie hatten keine Religionsfreiheit, viele ihrer Rechte wurden nicht gewährt und aus diesem Grund sind sie hierhergekommen. Wenn wir uns hier integrieren, dann nicht deshalb, weil wir hier Vorteile haben und dass, wenn wir kein Entgegenkommen zeigen, uns diese Vorteile entzogen werden. Obwohl auch dies wichtig ist. Der Heilige ProphetSAW hat gesagt, wer seinen Mitmenschen nicht dankbar ist, ist auch Gott gegenüber nicht dankbar. Daher ist es unsere religiöse Verpflichtung, dass wir der hiesigen Regierung und den Menschen Dankbarkeit äußern, die uns erlaubt haben, hier zu bleiben und uns aufgenommen haben. Aus diesem Grund genießen wir hier die Religionsfreiheit und auch andere Freiheiten. Aber es ist auch Teil unseres Glaubens, die Gesetze des Landes einzuhalten. Auch der Respekt gegenüber den hiesigen Bürgern ist ein Bestandteil des Glaubens. 

Dies hat uns der Heilige ProphetSAW gelehrt, dass die Liebe zum Heimatland ein Teil unseres Glaubens ist. Jenes Land, das uns aufgenommen hat, wohin wir gekommen sind und dort eingebürgert wurden. Hierzulande leben inzwischen einige mancherorts in zweiter oder dritter Generation. Daher ist Deutschland jetzt ihr Heimatland. Ihm loyal zu sein, sich an die deutsche Gesetzgebung zu halten, mit jedem Bürger Deutschlands freundlich umzugehen, gute Moral aufzuweisen, Toleranz und Geduld zu zeigen. All das ist deshalb wichtig, damit Frieden im Land aufrechterhalten wird. Frieden im Land aufrechtzuerhalten ist Teil unseres Glaubens, weil dies auch zum wirtschaftlichen Fortschritt des Landes und seiner Stabilität führt. Daher erfordert der Glaube, dass wir hier leben und dem Land dienen, unabhängig davon, wer welchem Glauben angehört oder wie die Gesetze des Landes aussehen.

Wie auch immer die Gesetze des Landes aussehen mögen, ist es wichtig, dass wir sie befolgen. Zudem ist es für einen wahren Muslim wichtig, seinem Land zu dienen. 

Die Religionsfreiheit wurde erwähnt und ich möchte noch einmal sagen: Wenn wir die Religionsfreiheit aufrechterhalten, so wird der Frieden bestehen bleiben. Wenn man zur Störung für die andere Religion wird, so wird der Frieden nicht bestehen bleiben und es wird zu Spannungen kommen. Hierfür ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir uns immer bemühen, und jeder Mensch, ob Christ, Jude, Muslim, Hindu, Sikh oder Anhänger einer anderen Religion, sollte die andere Religion respektieren und schätzen. Er sollte den anderen das Recht geben, irgendeine Religion anzunehmen, danach zu leben und zu handeln. Der Heilige Qur’an hat gesagt, dass der Glaube eine Herzensangelegenheit ist und dass es hierbei keinen Zwang geben darf. Wenn es keinen Zwang gibt und es eine Herzensangelegenheit ist, dann hat jeder die Wahl. Wenn jemand Jude sein möchte, so kann er Jude werden, wenn jemand Christ werden möchte, dann kann er Christ werden und wenn jemand Muslim werden möchte, dann kann er Muslim werden. Erstens sollte es keinen Hass für jemanden geben und zweitens sollte es keine Hindernisse [bei der Ausübung des eigenen Glaubens] geben. Deutschland und andere westliche Länder weisen diese Eigenschaft auf, nämlich dass dort Religionsfreiheit herrscht. Solange diese Religionsfreiheit besteht, wird hier auch der Frieden bestehen bleiben und das Land wird weiterhin Fortschritte machen.

Der Herr Bundestagsabgeordnete hat auch darüber gesprochen, dass die Moschee gewiss ein Symbol des Friedens ist. Er hat sehr schön gesagt, dass die Moschee ein Symbol des Friedens ist und dass der Bau einer Moschee die Bereitschaft der Muslime zur Integration zeigt. Wenn wir uns einerseits über den Bau dieser Moschee freuen, zeigt dies andererseits, dass wir ein Teil dieses Landes sind und auch gemeinsam einen Beitrag zum Fortschritt dieses Landes leisten möchten, unter Wahrung unserer religiösen Werte und in Übereinstimmung mit den Lehren unseres Glaubens Gottesdienste erbringend, für die Verbesserung dieses Landes jede erdenkliche Anstrengung unternehmen möchten und unternehmen werden. Darin liegt die Bedeutung der Moscheen, denn der Heilige Qur’an hat eindeutig gesagt, wenn man sich nach einem Moscheebesuch nicht um die Waisenkinder kümmert oder allgemein nicht auf die menschlichen Werte achtet und so anderen Leid zufügt, so würden eure Gebete oder euer Besuch in der Moschee oder der Bau der Moschee sinnlos sein. Während also der Bau der Moschee unsere Aufmerksamkeit darauf lenkt, dass wir nach dem Bau den Gottesdienst verstärken sollten, so sollten wir auch auf die Gefühle des anderen achten, unabhängig davon, ob er oder sie einem Glauben angehört oder nicht. Wir sollten auf seine Gefühle achten. Anstatt die religiösen Differenzen hervorzuheben, sollten wir die Gemeinsamkeiten hervorheben, damit wir als eine Einheit zusammenarbeiten können und uns für die Verbesserung des Landes und der Nation einsetzen können.

Darüber hinaus möchte ich den Ahmadis, die in dieser Gegend wohnen, auch sagen, dass mit dem Bau dieser Moschee ihre Verantwortungen zugenommen haben. Sie sollten mehr als zuvor beweisen, dass Sie dem Land und dem Volk gegenüber loyal sind, die moralischen Werte beachten und diese leben und sie einhalten. Darüber hinaus sollte jeder Ahmadi zum Ausdruck bringen, dass man mehr als zuvor danach bestrebt sein wird, hier eine Atmosphäre der Liebe, der Versöhnung und des Friedens zu schaffen.

Möge Allah Ihnen dies ermöglichen.«