Aus den Schriften des Verheißenen Messias (as)

Fragen & Antworten zum epochalen Buch Barāhīn-e Aḥmadiyya

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Munir-ud-Din Shams ist der Additional Wakilut Tasneef (Direktor für Übersetzungen/Veröffentlichungen) der Ahmadiyya Muslim Jamaat. The Review of Religions interviewte ihn anlässlich der Veröffentlichung der englischen Übersetzung des ersten und zweiten Teils von Barāhīn-e Aḥmadiyya, dem ersten Buch von Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS.

Können Sie die Umstände rund um die Veröffentlichung von Barāhīn-e Aḥmadiyya beschreiben?

Die Umstände, unter denen Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad von QadianAS mit dem Schreiben der Barāhīn-e Aḥmadiyya begann, waren folgende: Die Religion des Islam wurde von allen Seiten angegriffen, so sehr, dass die Christen behaupteten, dass eine Zeit bevorstünde, wo sie in Mekka einschreiten würden. Im Jahr 1851 betrug die Zahl der Christen in Indien etwa 91.000 und innerhalb von 30 Jahren bis 1881 stieg sie auf 470.000 an. Sie können sich also den raschen Fortschritt der Christen vorstellen. Zu dieser Zeit waren die Muslime entweder nicht in der Lage, den Islam zu verteidigen oder sie waren nicht in der Lage, überzeugende Argumente für die Religion des Islam und den Heiligen Propheten MohammedSAW zu liefern. Nachdem er von Gott dem Allmächtigen Rechtleitung erhalten hatte, schrieb der Verheißene MessiasAS Barāhīn-e Aḥmadiyya. Zunächst beschloss er, 50 Bände mit 300 Argumenten zu schreiben, die den göttlichen Ursprung des Heiligen Qur’an und die Wahrhaftigkeit des Heiligen Propheten MuhammadSAW beweisen sollten. Der erste und zweite Band wurden 1880 veröffentlicht. Der dritte Band erschien 1882 und der vierte Band wurde 1884 und der fünfte Band wurde 1905 geschrieben.

Was waren die Gründe, ein solches Buch zu schreiben?

Der Verheißene MessiasAS hat selbst den Grund zu Beginn des Buches erklärt, warum er anfing, Barāhīn-e Aḥmadiyya zu schreiben:

»Hernach möchte ich allen nach Wahrheit Strebenden klarstellen, dass dieses Buch, dessen ganzer Titel al-Barāhīnu l-aḥmadiyya ʿalā ḥaqqiyyati kitābillāhi l-qurʾān wa-n-nubuwwati l-muḥammadiyya lautet, zu dem Zweck verfasst wurde, den Menschen die Argumente für die Wahrhaftigkeit des Islam und für den göttlichen Ursprung des Heiligen Qur’an sowie die Gründe für die wahre Prophetenschaft des Siegels der ProphetenSAW in aller Ausführlichkeit darzulegen. Des Weiteren soll das Buch anhand unanfechtbarer rationaler Argumente all jene Lügen strafen und sprachlos machen, die diesen handfesten Glauben, das Heilige Buch sowie den erhabenen ProphetenSAW leugnen, sodass sie nie wieder die Kühnheit besitzen, den Islam anzugreifen.

Das Buch untergliedert sich in eine Ausschreibung, eine Einleitung, vier Kapitel und ein Schlusswort. Möge Gott es für die Sucher nach Wahrheit zu einer Quelle der Segnung machen und viele Leser zu Seinem wahren Glauben rechtleiten. Amin!« (Barāhīn-e aḥmadiyya, Ruḥānī hazāʾin, Bd. 1 [Dt. Ü.: Frankfurt am Main 2019, S. 76])

Der Verheißene MessiasAS forderte dann die Anhänger bestimmter Religionen auf, ähnliche Argumente vorzubringen, die er in diesem Buch verwendete, um die Wahrhaftigkeit ihrer eigenen Religionen zu beweisen:

»Ich biete hiermit all jenen, die beweisen können, dass ihre heilige Schrift Beweise und unwiderlegbare Argumente gleich denen, welche ich aus dem Heiligen Qur’an erbracht habe, enthält, 10.000 Rupien als Belohnung. Sollte jedoch ihre offenbarte Schrift zu solchen Belegen in keinster Weise imstande sein, so sollen sie ihr Versagen in ihrem Buch eingestehen und wenigstens versuchen, meine Argumente einzeln zu widerlegen.« (Barāhīn-e aḥmadiyya, Ruḥānī hazāʾin, Bd. 1 [Dt. Ü.: Frankfurt am Main 2019, S. 76])

Daraufhin forderte der Verheißene MessiasAS auch die Anhänger aller anderen Religionen heraus und sagte:

»Diese Herausforderung dient der Vollendung der Beweisführung und richtet sich an all jene Wortführer jeglicher Religionen und Anschauungen, welche die Wahrhaftigkeit des Heiligen Qur’an sowie die Prophetenschaft des Heiligen Propheten MuhammadSAW ablehnen.« (Barāhīn-e aḥmadiyya, Ruḥānī hazāʾin, Bd. 1 [Dt. Ü.: Frankfurt am Main 2019, S. 77])

Können Sie den Inhalt dieses Buches kurz beschreiben?

Es gibt im Wesentlichen zwei übergreifende Argumente in Barāhīn-e Aḥmadiyya, die der Verheißene MessiasAS in allen fünf Bänden angeführt hat. Zum einen geht es um die wunderbaren Lehren des Islam und des Heiligen Qur’an, die ihresgleichen suchen und zum anderen geht es um die direkte Beziehung zu Allah dem Allmächtigen und den Wundern, die der Verheißene MessiasAS und der Heilige ProphetSAW gezeigt haben. Selbst wenn jemand sagen würde, dass die Lehren seiner Religion mit den Lehren des Islam oder des Heiligen Qur’an vergleichbar wären, könnte er nicht dasselbe über die Wunder, Prophezeiungen und wahren Träume sagen, die der Verheißene MessiasAS gesehen hat, die er in Barāhīn-e Aḥmadiyya erwähnt hat. Niemand kann dem entsprechen oder ähnliche Argumente anführen! Ich würde sagen, dass dies die wahre »Waffe« war, um die Wahrhaftigkeit der lebendigen Religion des Islam und des Heiligen ProphetenSAW zu beweisen. Die anderen Bücher, die zur Zeit des Verheißenen MessiasAS zugunsten des Islam geschrieben wurden, wurden unter Berücksichtigung einer bestimmten Strömung des Islam oder einer bestimmten Religion geschrieben, weil man damals nicht der Ansicht war, dass der Islam im Vergleich zu allen anderen Religionen verteidigt werden sollte. Der Verheißene MessiasAS behielt alle Glaubensrichtungen im Blick und hat vor diesem Hintergrund Argumente für den Islam und den Heiligen ProphetenSAW vorgebracht. Aus diesem Grund ist Barāhīn-e Aḥmadiyya im Vergleich zu allen anderen Büchern zu diesem Thema ein überlegenes Buch, dessen Grundlage die lebendigen Wunder und Prophezeiungen sind.

Gibt es irgendwelche Gemeinsamkeiten zwischen den Bänden?

Alle Bände sind inhaltlich und argumentativ miteinander verknüpft. In den Bänden 1 und 2 hat der Verheißene MessiasAS den Hintergrund von Barāhīn-e Aḥmadiyya, den Zweck seines Schreibens und die Umstände, unter denen er das Buch schrieb, dargelegt. Er erwähnte seine Herausforderung gegenüber jedem, der ein vergleichbares Buch wie Barāhīn-e Aḥmadiyya schreiben könnte und die Belohnung von 10.000 Rupien für denjenigen, der diese Herausforderung annehme. In diesen Bänden gibt es auch Lobgedichte auf Persisch und Urdu für den Islam, den Heiligen Qur’an und den Heiligen ProphetenSAW. In den Bänden 3 und 4 gibt es sehr detaillierte Argumente und Beweise für den Islam, den Heiligen ProphetenSAW und den Heiligen Qur’an, und es werden auch einige Prophezeiungen erwähnt. Band 5 geht auf all diese Themen ein und der Autor hat verschiedene Prophezeiungen präsentiert, die in früheren Bänden erwähnt wurden und sich erfüllt haben.

Gab es kritische Reaktionen auf das Buch?

Die ersten 4 Bände von Barāhīn-e Aḥmadiyya wurden von der Mehrheit der Muslime sehr positiv aufgenommen, da sie zu dieser Zeit selbst nicht in der Lage waren, den Islam zu verteidigen. Wie bereits erwähnt, wurde der Islam von allen Religionen angegriffen. Daher waren die Muslime erfreut und begannen, Barāhīn-e Aḥmadiyya in ihren Dars (Predigten/Vorträgen), Debatten und Argumenten zu verwenden und freuten sich über die Veröffentlichung. Maulawi Muhammad Hussain Batalawi, damals ein sehr berühmter muslimischer Gelehrter, schrieb eine wunderbare Rezension von 200 Seiten für alle vier Bände! Er sagte, er sei der Meinung, dass die Ausschreibung des Verheißenen MessiasAS eingeschlossen die Standhaftigkeit und den Mut des Autors beweise, auch die Tatsache, dass vollständige Argumente darin enthalten seien. Er sagte, da sich niemand gegen die im Buch enthaltenen Argumente erhoben und geschrieben habe, beweise dies, dass die anderen kein volles Vertrauen in ihre eigenen Schriften hätten. Er führte weiter aus, dass seiner Ansicht nach, ohne Übertreibung, Barāhīn-e Aḥmadiyya angesichts der gegenwärtigen Umstände ein solch ausgezeichnetes Buch sei, das bis heute im Islam seinesgleichen suche.

Der berühmte Schriftsteller und Herausgeber einer bekannten muslimischen Zeitung, Manshoore Muhammadi, Herr Muhammad Shareef Banglori, schrieb eine wunderbare Rezension über Barāhīn-e Aḥmadiyya. Er zitierte den Qur’an-Vers, dass in der Tat die Wahrheit gekommen und die Falschheit verschwunden sei… und schrieb dann, dass es sein großer Wunsch gewesen sei, dass jemand von den muslimischen Gelehrten unter den gegenwärtigen Umständen ein Buch schreiben sollte, um rationale Argumente dafür vorzubringen, dass der Qur’an das Wort Gottes sei und das Prophetentum des Heiligen ProphetenSAW beweise. Er sagte, dass mit der Gnade Gottes Barāhīn-e Aḥmadiyya genau das Buch sei, das er sich von jemandem gewünscht habe. Er sagte, es sei ein unglaubliches und brillantes Buch und jeder einzelne Aspekt der wahren Religion werde darin bewiesen. Er war von der Qualität dieses Buches so überwältigt, dass er in einem Teil seiner Rezension sagte, er werde zur Unterstützung von Barāhīn-e Aḥmadiyya weitere 1000 Rupien auf die Ausschreibung des Verheißenen MessiasAS hinzufügen. Viele ähnliche das Buch lobende Rezensionen wurden geschrieben, nachdem der Verheißene MessiasAS die ersten vier Bände geschrieben hatte. Es lohnt sich, die vollständigen Rezensionen zu lesen. Zwei wurden hier nur sehr kurz erwähnt. Alle Rezensionen zeigen, welche Wirkung Barāhīn-e Aḥmadiyya sowohl auf die Muslime im Allgemeinen als auch auf die muslimischen Gelehrten im Besonderen hatte.

Was war die unmittelbare Wirkung des Buches?

Der Fortschritt der Christen wurde nahezu sofort gestoppt und so glaubten die Muslime, insbesondere in Indien, dass der Sieg des Islam unmittelbar bevorstehe. Die Anhänger anderer Religionen konnten ihre Religion nicht verteidigen. Deshalb versuchten sie ihr Bestes, um die Verbreitung der Botschaft vom Verheißenen MessiasAS zu stoppen, indem sie falsche Anschuldigungen gegen ihn erhoben und andere Mittel einsetzten, wie ihn mit falschen Anschuldigungen vor Gericht zu bringen. Sie scheiterten jedoch und der Islam verbreitete sich rasch, vor allem auf dem Subkontinent.

Es gibt einige gängige Anschuldigungen, die gegen Barāhīn-e Aḥmadiyya erhoben werden. Was sagen Sie zu diesen Vorwürfen?

Vorwurf: Der verheißene MessiasAS behauptete, dass Barāhīn-e Aḥmadiyya dem Heiligen Qur’an überlegen sei.

Nirgendwo in allen 5 Bänden von Barāhīn-e Aḥmadiyya oder in irgendeinem der Bücher des Verheißenen MessiasAS hat er gesagt, dass Barāhīn-e Aḥmadiyya dem Heiligen Qur’an überlegen sei. Alle seine Schriften und Argumente basieren auf dem Heiligen Qur’an. Zu Beginn von Barāhīn-e Aḥmadiyya erklärt er, dass der ganze Zweck darin bestand, die Überlegenheit des Heiligen Qur’an und die Wahrhaftigkeit des Heiligen ProphetenSAW zu beweisen. Wie konnte er es für überlegen halten, wenn er seine Argumente aus dem Heiligen Qur’an bezogen hat? Deshalb ist der Heilige Qur’an das einzige Buch, dem er folgte und er ist die Quelle aller Schriften des Verheißenen MessiasAS.

Vorwurf: Es wurden nur 5 Bände geschrieben, während der Verheißene MessiasAS 50 versprach.

Interessanterweise hat der Verheißene MessiasAS über das Thema 50 und 5 geschrieben und der Heilige ProphetSAW hat dieselben Zahlen erwähnt. In einem Hadith von Buḫārī (kitābu ṣ-ṣalāh) heißt es, dass der Heilige ProphetSAW am Tag der Himmelfahrt auf Anraten von Hadhrat MusaAS (Moses) Allah den Allmächtigen bat, die Zahl der vorgeschriebenen täglichen Gebete für die Muslime, die ursprünglich 50 waren, zu reduzieren. Auf seine wiederholten Bitten hin reduzierte Allah der Allmächtige sie auf 5. Der genaue Wortlaut lautet: »Diese sind 5 und diese sind 50.« Das ist genau das, was der Verheißene MessiasAS über die Bände von Barāhīn-e Aḥmadiyya schrieb. In miškāt kitābu ṣ-ṣalāh heißt es nach der Erwähnung des Hadith über miʿrāǧ: »Hier sind 5 Gebete und für jedes Gebet gibt es 10«, was bedeutet, dass es 50 sind. Damit hat der Heilige ProphetSAW genau dasselbe gesagt, was der Verheißene MessiasAS geschrieben hat: 5 und 50. So hat der Verheißene MessiasAS gemäß Allahs Anleitung fünf Bände geschrieben, die voll von überzeugenden Argumenten für die Wahrhaftigkeit des Heiligen Qur’an und des Islam sind. Diese Argumente reichten aus, um den Feind zum Schweigen zu bringen. Die Umstände änderten sich: Allah hatte Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS als den erwarteten Imam Mahdi und den Verheißenen Messias bestimmt. Er schrieb insgesamt mehr als 80 Bücher, alle zur Unterstützung und zum Beweis der Wahrhaftigkeit des Heiligen Qur’an und des Islam, und so wurde der eigentliche Zweck erfüllt.

Warum gab es bei der Verfassung von Band 5 nach den ersten vier Bänden eine so große zeitliche Lücke?

Wir sollten uns daran erinnern, dass niemand sonst in der Lage war, seine Religion so zu verteidigen, wie der Verheißene MessiasAS die Religion des Islam und den Heiligen Propheten MuhammadSAW verteidigte. Als er die 4 Bände fertiggestellt und veröffentlicht hatte, wurde er von Gott als ein Prophet Gottes beauftragt: als der Verheißene Messias und Mahdi. Er beschäftigte sich mit dem Schreiben anderer Bücher, um die Überlegenheit des Islam und des Heiligen ProphetenSAW zu beweisen und dass der Heilige Qur’an Wort für Wort von Allah dem Allmächtigen offenbart wurde. Es endete damit, dass er mehr als 80 Bücher zu verschiedenen Themen schrieb, aber er war nicht in der Lage, 50 Bände zu schreiben, wie er ursprünglich beabsichtigt hatte. Im Jahr 1905 schrieb er den fünften Band von Barāhīn-e Aḥmadiyya. Darin erwähnte er, obwohl er zuvor vorgehabt hatte, mehr Bände zu schreiben, war es Gottes Wille, dass er dazu nicht kommen konnte. Ein weiterer Grund, den er anführte, war, dass der Verheißene MessiasAS so viele Prophezeiungen in den ersten vier Bänden erwähnte, dass sie, wenn sie nicht erfüllt worden wären, nicht als Beweis für die Wahrhaftigkeit des Heiligen ProphetenSAW und des Heiligen Qur’an gewertet werden konnten und so war es für ihn notwendig, ihre Erfüllung 1905 abzuwarten, bevor er Band 5 schrieb. Dadurch, dass er die Erfüllung dieser Prophezeiungen als Beweis nutzte, zeigte er, dass die Religion des Islam von Gott stamme und die einzig praktikable Religion sei; dass der Heilige ProphetSAW von Gott sei und dass jedes Wort des Heiligen Qur’an von Allah dem Allmächtigen gesandt worden sei. Es war auch der Beweis, dass Gott der Allmächtige existiere.

Das Interview wurde von Amer Safir, dem Chefredakteur und Manager von The Review of Religions geführt.

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