Ahmadiyya Ansprachen des Kalifen

Gerechtigkeit in einer ungerechten Welt

Syrien, Irak, Daesch. Die Welt von heute ist versunken in Krieg, Tod und Ungerechtigkeit. In diesem bahnbrechenden Vortrag an der York Universität analysiert Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, weltweites Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, die Ursachen dieser Ungerechtigkeiten und gibt uns einen Fahrplan wie Gerechtigkeit wieder etabliert werden kann.

Das weltweite Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, der 5. Kalif, seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, hielt am 28. Oktober 2016 einen historischen Vortrag an der York University in Toronto vor mehr als 180 Gästen, darunter Akademiker, Politiker, Medien und Meinungsführern. Die Veranstaltung mit dem Titel “Gerechtigkeit in einer ungerechten Welt” wurde von der Ahmadiyya Muslim Jamaat Kanada in Zusammenarbeit mit der York University organisiert. Im Folgenden wird die Abschrift des Vortrags seiner Heiligkeit präsentiert.

Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, Khalifatul Masih V, das weltweite Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat sagte:
“Bismillahir Rahmanir Raheem –Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Sehr geehrte Gäste,
Assalamo Alaikum Wa Rahmatullahe Wa Barakatohu – Frieden und Segnungen Allahs seien mit Ihnen allen.
In der heutigen Zeit entwickelt sich die Welt um uns herum ständig weiter und macht technologische Fortschritte. Zweifellos ist die Welt in den vergangenen Jahrzehnten im Sinne der technologischen Entwicklung sprunghaft vorangeschritten. Jeden Tag werden neue Mittel moderner Technologie und wissenschaftlicher Fortschritte entwickelt. Fortschritt ereignet sich in vielen Bereichen unseres Lebens. So entwickeln sich beispielsweise ununterbrochen moderne Mittel der Kommunikation und der Elektronik in einem rasanten Tempo. Diese Forschung und Entwicklung bringt Erleichterung und Komfort in unser tägliches Leben.
Dies beweist, dass Menschen in der Lage waren, ihre Intelligenz und ihren Geist zu Nutze zu machen, um voranzukommen und Produktivität, Effizienz und persönlichen Komfort zu erhöhen. Dennoch ist es zutiefst bedauerlich, dass in einer Zeit, wo die Menschheit in einem so rasanten Tempo fortschreitet, sie sich auch weiter auseinander bewegt und zunehmend aufgeteilt wird. Der Frieden und die Stabilität der Welt sind gefährdet und einer tagtäglichen Gefahr ausgesetzt. In einigen Ländern versagen die Führer und Regierungen, die Rechte ihres Volkes zu erfüllen und fügen ihnen gravierende Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten zu. Als Reaktion lehnen sich Menschen aus der Bevölkerung aus Widerstand auf, und es haben sich so Rebellengruppen entwickelt.
Darüber hinaus sind Konfliktzonen fruchtbare Brutstätten für Terrorgruppen und Extremisten und so haben sich solche Gruppen in vielen Ländern verankert. In einigen Fällen, wo zivile Unruhe herrscht, stehen ausländische Regierungen den Führern der Nationen zur Seite, während andere Regierungen die Rebellengruppen unterstützen. Folglich werden beide Seiten offen und verdeckt unterstützt und die Ergebnisse sind für alle sichtbar: Blutvergießen, Gewalt und das gnadenlose Töten unschuldiger Menschen.

Dieses Bild zeigt die Macht eines 21 Kilotonnen Atomtests. Mit schnell einzusetzenden Nuklearwaffen leben wir in einer Zeit, wo ein Weltkrieg jeder Zeit ausbrechen kann – Die Folgen einer solchen Katastrophe werden viel größer als alle bisherigen Kriege sein.
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Wo die moderne Technik eine Kraft für das Gute gewesen ist, wurde sie auch als eine Kraft für das Böse und die Zerstörung verwendet. Es wurden Technologien entwickelt, die über die Fähigkeit verfügen, Nationen von der Landkarte mit einem einzigen Knopfdruck auszuradieren. Natürlich beziehe ich mich auf die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen, die in der Lage sind, die unvorstellbarsten Schrecken, Verwüstungen und Zerstörungen zu verursachen. Es werden Waffen produziert, die das Potenzial haben, nicht nur die Zivilisation heute zu zerstören, sondern auch ein Erbe des Elends für die Folgegenerationen zu hinterlassen. In der heutigen Welt sehen wir doppelte Standards und Heuchelei auf so vielen Ebenen der Gesellschaft, und der daraus resultierende Mangel an Frieden ist Anlass zu größter Sorge und Trauer für die Menschen, die aufrichtig Schmerz für die Menschheit verspüren. Als Oberhaupt einer weltweiten islamischen Gemeinschaft ist es eben dieses Anliegen, das mich mehr beschäftigt und beunruhigt als jedes andere.

Seine Heiligkeit spricht an der York Universität über die Tatsache, dass der wahre Islam eine Regierung fördert, die all ihre Bürger schützt – nicht nur die Reichen und Wohlhabenden.


Als muslimisches Oberhaupt ist es für mich persönlich ein Anlass zu Sorge, dass die heute vorliegende Unordnung sich um sogenannte Muslime konzentriert und mit dem Islam in Verbindung gebracht wird. Auf der einen Seite sind die meisten Kriege und der Verlust des Lebens in der muslimischen Welt zu verzeichnen, während auf der anderen Seite sogenannte Muslime ihre terroristischen Netzwerke weiter ausgespannt und es auf unschuldige Menschen hier im Westen abgesehen haben. Es ist eine Tragödie von höchstem Ausmaß, dass solche Menschen zu Unrecht, ihre hasserfüllten und bösen Taten im Namen des Islam zu rechtfertigen versuchen. Anstatt dem Islam zu dienen, ist alles, was sie erreichen, die Diffamierung seines Namens.
Die Wahrheit ist, dass die eigentliche Bedeutung des Wortes Islam „Frieden, Sicherheit und Liebe“ ist. Angesichts dieser Tatsache müssen wir akzeptieren, dass entweder die beklagenswerten Handlungen der Terroristen und die Extremisten völlig den Lehren des Islam widersprechen oder dass der Islam trotz der Bedeutung „Frieden“ tatsächlich eine Religion ist, die Extremismus und Gewalt befürwortet. Um zu beurteilen, welche dieser gegensätzlichen Behauptungen richtig ist, müssen wir erwägen, was die wahren Lehren des Islam sind. Wir müssen auf die primäre Quelle des Islam schauen, nämlich dessen Heiliges Buch, der Heilige Koran und außerdem auf das Verhalten und das Vorbild seines Gründers, des Heiligen Propheten MuhammadSAW.
Daher werde ich Ihnen in der zur Verfügung stehenden Zeit nun die wahren Lehren des Islam vorstellen und hoffentlich werden Sie danach in der Lage sein, zu beurteilen, ob die Teilung und der Konflikt, der heute in der Welt sichtbar ist, ein Resultat der islamischen Lehren sind oder eine Konsequenz des sich Entfernens davon. Während seines Lebens legte der Gründer des Islam, der Heilige Prophet MuhammadSAW, mit wenigen Worten die Grundlagen für den Frieden in der Welt und zwischen allen Völkern dar.
Der Prophet des IslamSAW sagte, dass eine Person für andere das wünschen sollte, was sie sich selbst wünschen würde. Ich glaube, dass dieses zeitlose Prinzip heute genauso wahr ist, wie es in der Vergangenheit war. Gewiss, jeder Mensch wünscht für sich selbst Frieden und vor allen Ängsten und Sorgen geschützt zu werden. Jeder Mensch hofft, dass er oder sie die Mittel dazu hat, bequem und ohne Elend zu leben. Jeder Mensch strebt nach Gesundheit, so dass er sein Leben frei von Schmerzen oder Schwierigkeiten genießen kann. Jeder Mensch sehnt sich nach vornehmer Stellung in seiner Gemeinschaft und dem Respekt von anderen. In ähnlicher Weise strebt auch jede Regierung und jede Nation nach solchem Wohlstand. Doch wie viele Menschen oder Nationen gibt es, die wirklich Frieden, Wohlstand und Erfolg für andere wünschen?


Verbal ist es sehr leicht zu sagen, „Ja, wir wünschen uns das Beste für andere“, aber in der Praxis ist es viel schwieriger und anspruchsvoller. Wo immer es einen Interessenkonflikt gibt, neigen die meisten Menschen dazu, ihren eigenen Interessen und Wohlergehen Vorrang über die Rechte anderer zu geben. Dies trifft sowohl auf individueller Ebene als auch auf kollektiver und nationaler Ebene zu. Heute neigen wir anstelle von Selbstlosigkeit zu Egoismus. Die meisten Menschen oder Nationen geben ihren eigenen Rechten Priorität und sind bereit, die Rechte anderer zu verwerfen und zu degradieren, um ihre eigenen Ziele und Ambitionen zu erreichen. Was die muslimische Welt angeht, so liegt es daran, dass die Führer und die Menschen die wahren Lehren ihrer Religion verworfen haben, sodass sie nun von bitterer Uneinigkeit und Unruhe geplagt werden. Vereinfacht gesagt haben die Führer bei der Ausübung ihrer Pflichten versagt, ihr Volk und ihre Rechte zu schützen und im Gegenzug sind die Rebellen auch von dem, was richtig und gerecht ist, abgewichen.
Anstelle davon, dass man weiterhin den Weg der Gerechtigkeit und Integrität beschreitet, haben wir immer wieder gesehen, dass die Großmächte der Welt nur darauf bedacht sind, ihre eigenen Interessen zu erfüllen. Ob sie sich entscheiden, mit den muslimischen Regierungen oder den Oppositionsgruppen zusammenzuarbeiten, wird nicht dadurch bestimmt, was fair ist und richtig ist, sondern nur dadurch, welche der Parteien ihren eigenen Interessen besser dient. Geht es nach dem Islam, sollte unser Wunsch und Motivation, unsere eigenen Interessen zu erfüllen, immer mit unserem Wunsch und Motivation abgestimmt werden, die Rechte und Interessen anderer zu erfüllen. Wenn dies befolgt wird, so ist dies das goldene Prinzip, das die Tür zum wahren Frieden und Sicherheit eröffnen wird.
Für die Etablierung des Friedens legt der Islam auch großen Wert auf die Erfüllung der Treuhandschaft. So heißt es in Kapitel 4, Vers 59 des Heiligen Korans:
“Allah gebietet euch, dass ihr die Treuhandschaft jenen übergebt, die ihrer würdig sind; und wenn ihr zwischen Menschen richtet, dass ihr richtet nach Gerechtigkeit. Fürwahr, herrlich ist, wozu Allah euch ermahnt. Allah ist allhörend, allsehend.”
In diesem Vers werden Muslime eindeutig angewiesen, der ihnen übertragenen Verantwortung gerecht zu werden. Das beinhaltet Verantwortungen und Eide, die auf persönlicher Ebene auf sich genommen wurden und jene Verantwortungen, die das Kollektiv betreffen. In Bezug auf persönliche Verantwortung sollte eine Person nicht das Eigentum anderer angreifen oder sich in die Rechte anderer einmischen oder nicht darin versagen, jenen Verantwortungen nachzugehen, die er anderen Menschen gebührt. Im Hinblick auf kollektive Verantwortungen stellt ein wichtiger Aspekt die Verpflichtung der Bürger dar, jene Vertreter des Staates zu wählen, die sie für ihre Nation von größtem Wert erachten. Wenn es um Wahlen oder Ernennungen geht, sollte eine Person nicht automatisch für ihre Verbündeten oder Parteimitglieder abstimmen, sondern sie sollten prüfen, wer am besten für die jeweilige Aufgabe qualifiziert und geeignet ist. Danach sollten diejenigen, die gewählt wurden und denen die Geschäfte der Regierung oder die Macht übertragen wurden, ihre Aufgaben mit Ehrlichkeit, Integrität und Gerechtigkeit wahrnehmen.
Diese Lehre ist das Modell der Demokratie, die der Islam favorisiert. In jeder Gesellschaft gibt es gegenseitige Verantwortungen und Verpflichtungen, die allen Bürgern übertragen worden sind. Für eine erfolgreich funktionierende Gesellschaft ist es sowohl für normale Bürger als auch für die Führer notwendig, ihre Verantwortungen zueinander mit wahrer Gerechtigkeit zu erfüllen. Wenn diese Prinzipien in der islamischen Welt eingehalten worden wären, hätten wir nie die Konflikte und Spaltungen gesehen, die in vielen Ländern vorherrschen. Ich persönlich glaube, dass dieses qur‘anische Prinzip universellen Wert hat und für die ganze Welt nützlich ist und nicht lediglich für islamische Länder.
Die Bürger aller Nationen sollten versuchen, jene Leute für ihre Parlamente oder Versammlungen zu wählen, von denen sie annehmen, dass sie für die Verbesserung und für den Fortschritt ihrer Nation arbeiten werden. Dies sollte das Leitprinzip bei der Abstimmung für Einzelpersonen oder für bestimmte Politik sein, anstatt ausschließlich den Kurs der Partei oder den persönlichen Beziehungen zu folgen. Wenn die Führer eines Landes diejenigen sind, die wirklich um den Fortschritt ihres Volkes bestrebt sind, anstatt korrupt zu sein und sich nicht auf egoistische persönliche Interessen zu konzentrieren, dann gibt es keinen Grund für die Bürger, sich gegen ihre Regierungen aufzulehnen oder für Bürgerkriege oder für aufkommende Konflikte.
Daran anknüpfend ist das gleiche Prinzip der Erfüllung von Treuhand und Eiden etwas, dem Großmächte und internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen stets Priorität einräumen müssen. Die schwächeren Nationen sind oft gezwungen, sich auf die Unterstützung mächtigerer und reicherer Länder zu stützen, und demnach sollten die letzteren danach streben, das Vertrauen zu erfüllen, das die weniger wirtschaftlich entwickelten Nationen in sie setzen. Sie sollten versuchen, ihnen aufrichtig zu helfen, auf ihren eigenen Füßen zu stehen und erkennen, dass es im Interesse der Welt liegt, dass sich schwächere Nationen entwickeln und gedeihen.

Präsident Trump ist eine weitere kontroverse Persönlichkeit, die zum US-Präsidenten gewählt wurde und somit Zugang zu Waffen hat, die den Verlauf der Menschheit ändern können.
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Ebenso sollte es bei den Vereinten Nationen nicht so sein, dass bestimmte Länder übermäßige Macht und Einfluss ausüben oder dass die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates nur für ihre eigenen Interessen sorgen und von ihrem Vetorecht auch dann Gebrauch machen, wenn es in Konflikt mit den Interessen der Mehrheit steht. Vielmehr sollten alle Mitglieder der Vereinten Nationen zusammenarbeiten und das Vertrauensbündnis, auf dem die Institution gegründet wurde, erfüllen – um den Frieden und die Sicherheit der Welt zu wahren. Wenn alle Nationen und internationale Institutionen auf ihren engen Eigennutz im Interesse des kollektiven Gutes verzichten, dann würde die Konflikte, die die Welt plagen, auf natürliche Weise schwinden.
Leider geht die Welt derzeit in die entgegengesetzte Richtung, weil die islamischen Regierungen gegenüber ihrem Volk versagt haben, während Eigeninteresse zum Markenzeichen der Großmächte und der mächtigen Mitglieder der Vereinten Nationen wird. Daher gehen Nationen weder der ihnen übertragenen Verantwortungen nach noch handeln sie mit Gerechtigkeit und Fairness. Vor kurzem veröffentlichte der ehemalige assistierende Generalsekretär der Vereinten Nationen, Anthony Banbury einen Artikel, in dem die Versäumnisse der Organisation dargelegt wurden, in der er diente. Er schrieb in der New York Times:
“Ich liebe die Vereinten Nationen, aber sie ist am Scheitern. Es gibt zu viel Bürokratie und wenig Ergebnisse. Zu viele Entscheidungen werden aus politischen Gründen getroffen und nicht nach den Werten und Zielen der U.N. oder nach den ortsbedingten Fakten…“
Dann sagt er: “Damit die Vereinten Nationen fortbestehen und gedeihen können, bedarf es einer umfassenden Überarbeitung und so sollte ein externes Gremium das System prüfen und Änderungen empfehlen.”
Folglich bestätigen nun auch diejenigen, die eng mit den Vereinten Nationen verbunden sind, offen ihre Unzulänglichkeiten und die Tatsache, dass sie in ihrer Mission, den Frieden und die Sicherheit der Welt aufrecht zu erhalten, versagt haben. In Bezug auf die westlichen außenpolitischen Fehler ist das beste Beispiel aus den letzten Jahren der Irakkrieg im Jahr 2003. Der ehemalige Außenminister des Vereinigten Königreichs, David Miliband, der jetzt Präsident des Internationalen Rettungsausschusses ist, sprach vor einiger Zeit von den Langzeitauswirkungen dieses Krieges. Über die anhaltende Instabilität und Terrorismus im Irak redend sagte Herr Miliband während eines Interviews mit „The Observer“:
“Es ist eindeutig der Fall, dass die Invasion des Irak oder was noch wichtiger ist, was danach passierte, ein wichtiger Faktor für das Verständnis der gegenwärtigen Lage im Irak ist.”

Der frühere Außenminister Großbritanniens, David Miliband, gestand, dass die momentane Instabilität in Irak zum Teil ein Resultat des Irakkrieges von 2003 ist.
Harald Dettenborn | Wikimedia Commons | Released under CC BY 3.0 DE


Auf die Frage, ob Saddam Hussein in der Lage gewesen wäre, den Irak zusammenzuhalten und ihn vomDaesh freizuhalten, räumte er ein, dass das durchaus eine Möglichkeit war. Dies war das Eingeständnis eines ehemaligen britischen Parlamentariers, der für den Irak-Krieg gestimmt hatte. Ähnlich schrieb ein bekannter Zeitungskolumnist, Paul Krugman kürzlich in der New York Times:
“Der Irak-Krieg war kein harmloser Fehler, ein Unternehmen, das auf der Grundlage vom Nachrichtendienst unternommen wurde, das sich als falsch herausstellte. Die öffentlichen Rechtfertigungen für die Invasion waren nichts als Vorwände und zudem falsche Vorwände.”
Selbst diejenigen, die anfangs den Irak-Krieg unterstützten oder die Befürworter der Vereinten Nationen waren, mussten ihre Fehler und die gravierenden Konsequenzen ihres Handelns zugeben. Es besteht kein Zweifel daran, dass solche Ungerechtigkeiten die Grundlagen des Weltfriedens zerstört haben und es Terrorgruppen wie Daesh ermöglicht haben, Wurzeln zu schlagen und zu wachsen. Diese Gruppen sind jetzt nicht nur eine Bedrohung für die islamische Welt, sondern für die gesamte Menschheit. Dennoch scheint es nicht danach, dass die Welt aus den Lektionen der Vergangenheit lernt. Ungerechtigkeit bei der Außenpolitik ist nach wie vor weit verbreitet und treibt Kriege in verschiedenen Ländern an, die zum Tod von unschuldigen Männern, Frauen und Kindern führen. Bestimmte Großmächte setzen ihre geschäftlichen Interessen weiterhin über alles hinaus und verkaufen so außerordentlich fortgeschrittene Waffen an andere Länder, auch wenn klare Beweise dafür vorliegen, dass solche Artillerie verwendet wird, um unschuldige Menschen zu töten oder zu verstümmeln und unzählige Leben zu zerstören.
Was ich sage, ist nichts Neues oder ein Geheimnis, sondern seit langem der Öffentlichkeit bekannt. Zum Beispiel, eine Reihe von westlichen Ländern verkaufen weiterhin Waffen an Saudi-Arabien, die verwendet werden, um auf die Menschen in Jemen zu zielen. Kein islamisches Land hat großräumige Waffenfabriken, die so große Mengen tödlicher Waffen produzieren können und daher ist deren einzige Quelle die westliche Welt. Einige Großmächte verkaufen Waffen an muslimische Regierungen, während andere Regierungen Waffen an die Rebellen in denselben Ländern verkaufen.

Seine Heiligkeit hob hervor, dass Regierungen und Unternehmen, die allein auf der Basis von egoistischen Interesse agieren, den Frieden und Stabilität der Welt gefährden.


So werden beide Seiten von außen aufgerüstet und bewaffnet. Ganz einfach: wenn dieser Handel gestoppt würde, hätten die muslimischen Länder keine Waffen, um gegeneinander zu kämpfen. Sogar westliche Autoren und Kommentatoren haben von der Heuchelei und der Unmoral eines solchen internationalen Handels gesprochen, aber wenn Regierungen mit der Frage über solche Verkäufe konfrontiert werden, ignorieren sie entweder die Frage oder versuchen das zu rechtfertigen, was offenkundig nicht zu rechtfertigen ist. Alles, wofür sie sich interessieren, ist, dass ihre Rechnungen aufgehen, so dass Milliarden ihren nationalen Budgets hinzugefügt werden. Kurz gesagt, Geld regiert, und die Moral ist nirgends erkennbar. Wie kann in solch einer Atmosphäre Frieden erreicht werden?
Terroristische Gruppen sind auch in der Lage, riesige Bestände schwerer Waffen und ein kontinuierliches Geldvermögen zu erwerben. Ich frage mich oft, wie es für die Terrorgruppe Daesh möglich sein kann, derartig reich zu werden? Wo kommen ihre Millionen her? Warum wurde ihre Finanzierung nicht gestoppt? Wie kann sie weiterhin Ölhandel treiben und Waffen kaufen? Die westlichen Mächte und die Vereinten Nationen waren in der Lage, äußerst restriktive Sanktionen für mächtige Länder zu verhängen, aber aus irgendeinem Grund sind sie nicht in der Lage gewesen, die Finanzierung von Gruppen wie Daesh zu bremsen. Selbst jetzt, trotz verspäteter Bemühungen und der Einschränkung der Finanzierung von Daesh, verdient er weiterhin Millionen von Dollar.


Vor kurzem kündigte der kanadische Minister für öffentliche Sicherheit an, dass die kanadische Regierung sich nicht mehr auf Daesh als „islamischen Staat“ beziehen werde. Er sagte, dass Daesh weder islamisch noch ein Staat sei. Seine Kommentare waren sehr passend und beweisen, dass die westlichen Regierungen sich der Tatsache bewusst sind, dass ein solcher Terrorismus nicht auf dem Islam basiert. Wie auch immer, es wurden jedoch gleichzeitig keine wirksamen Maßnahmen ergriffen, um die Finanzierung und das Wachstum solcher Gruppen zu stoppen. Ich habe ausführlich über den Mangel an Gerechtigkeit in der Welt gesprochen und nun werde ich das islamische Konzept der Gerechtigkeit erklären. Aufgrund der begrenzten Zeit werde ich nur zwei Verse aus dem Heiligen Koran zitieren, die die unvergleichlichen Lehren des Islam über Fairness und Gerechtigkeit illustrieren.
In Kapitel 4, Vers 136 des Heiligen Koran heißt es:
“O die ihr glaubt, seid fest in Wahrung der Gerechtigkeit und Zeugen für Allah, mag es auch gegen euch selbst oder gegen Eltern und Verwandte sein. Ob Reicher oder Armer, Allah hat über beide mehr Rechte. Darum folget nicht niederen Begierden, damit ihr billig handeln könnt. Und wenn ihr (die Wahrheit) verhehlet oder (ihr) ausweichet, dann ist Allah wohl kundig eures Tuns.”
In diesem Vers sind Muslime angewiesen worden, bereit zu sein, Zeugnis gegen sich selbst und ihre Familienmitglieder zu geben, um die Wahrheit zu etablieren und Gerechtigkeit zu wahren. Die Loyalität eines Muslims gegenüber der Wahrheit muss Vorrang vor allem haben. Danach, in Kapitel 5, Vers 9 des Heiligen Koran, sagt Allah der Allmächtige:
“O die ihr glaubt! Seid standhaft in Allahs Sache, bezeugend in Gerechtigkeit! Und die Feindseligkeit eines Volkes soll euch nicht verleiten, anders denn gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist näher der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist kundig eures Tuns.”
Nachdem die Muslime belehrt wurden, bereit zu sein, gegen sich selbst auszusagen, befiehlt der Quran ihnen, fair und gerecht mit allen Parteien zu sein, einschließlich ihrer Feinde und Gegner. Dies ist der hohe Standard der vom Islam befürworteten Gerechtigkeit, und wenn die heutigen muslimischen Regierungen dieser Lehre nicht folgen, dann ist dies ihre Schuld. Daher wäre es völlig ungerecht und falsch, den Islam für ihre Missetaten verantwortlich zu machen.

Seine Heiligkeit beim Treffen mit Ontarios Forschungsminister, Reza Moridi (links), und den Kanzler der York Universität, Greg Sorbara (rechts), die beide die historische Ansprache beiwohnten und seine Heiligkeit an der York Universität willkommen hießen.


Darüber hinaus sage ich es noch einmal, dass die westliche Welt nicht untadelig ist und es ihr obliegt, ihre eigenen Interessen beiseitezulassen und selbstlos auf eine bessere und glücklichere Zukunft für unsere Kinder und zukünftige Generationen hinzuarbeiten. Wenn jede Politik auf den soliden Grundlagen der Gerechtigkeit und Integrität basiert, dann werden automatisch die Konflikte, die die Welt verzehrt haben, ohne Rückgriff auf Gewalt, Blutvergießen und Brutalität gelöst werden. Wenn wir wirklich Frieden in unserer Zeit wollen, dann müssen wir gerecht handeln. Wir müssen auf Gleichheit und Fairness Wert legen.
Ob Muslim oder nicht-Muslim, sollten wir den universellen Standards der Gerechtigkeit folgen, die im Heiligen Koran beschrieben worden sind. Wie es der Prophet des Islam (Frieden und Segen Allahs seien auf ihm) so schön gesagt hat, müssen wir bei anderen genauso das lieben, was wir bei uns selbst lieben. Wir müssen die Rechte anderer mit dem gleichen Eifer und Entschlossenheit wahren, wie wir unsere eigenen Rechte einfordern. Wir sollten unseren Horizont erweitern und darauf schauen, was für die Welt richtig ist, und nicht darauf, was für uns das Richtige ist. Das sind die Mittel für den Frieden in unserer Zeit.
Aus den Tiefen meines Herzens bete ich, dass Allah, der Allmächtige, allen Beteiligten und allen Völkern Weisheit schenken möge, sodass alle mit diesem selbstlosen Geist für die Besserung der Menschheit zusammenarbeiten. Mit diesen Worten danke ich Ihnen allen, vielen Dank.”

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