Ahmadiyya Ansprachen des Kalifen

Historische Konferenz der Weltreligionen

Eine Grundsatzrede von Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, fünfter Kalif (Nachfolger) des Verheißenen MessiasAS und Oberhaupt der weltweiten Ahmadiyya Muslim Jamaat, gehalten bei der historischen „Konferenz der Weltreligionen“ am 11. Februar 2014 im Guildhall in London.

Das weltweite Oberhaupt, der fünfte Kalif der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba) hielt eine Grundsatzrede bei der historischen „Konferenz der Weltreligionen“ am 11. Februar 2014.
Die Konferenz wurde durch die Ahmadiyya Muslim Jamaat UK – im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum – in der berühmten Guildhall in London organisiert. Das Thema der mit Spannung erwarteten Veranstaltung lautete: „Gott im 21. Jahrhundert“
Rund 500 Gäste waren bei der Konferenz anwesend, darunter religiöse Würdenträger aus verschiedenen Ländern, Politiker, Regierungsbeamte, Mitglieder des diplomatischen Korps, Akademiker und Vertreter verschiedener NGOs.
Auf der Konferenz wurden ebenso Grußbotschaften von Ihrer Majestät, der Königin Elisabeth II., Seiner Heiligkeit, dem Dalai Lama, dem Premierminister David Cameron und anderen Würdenträgern verlesen.
Während der Veranstaltung erörterten verschiedene religiöse Führer, welche Rolle die Religion in der heutigen Welt spielt und ob sie fortwährend als treibende Kraft für das Gute stehen könne. Die Grundsatzrede von Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba) zielte auf die Beantwortung der Fragen im Lichte der wahren Lehren des Islam ab.
Der Kalif hob hervor, dass alle großen Religionen der Welt in ihrer ursprünglichen Form die Verehrung eines Gottes der Liebe und Barmherzigkeit für die Menschheit lehren. Seine Heiligkeit sagte, wenn jene ursprünglichen Lehren heute hochgehalten würden, so würde dies zu einer harmonischen Gesellschaft führen, frei von Konflikten und Kriegen. Er verurteilte auch jene Regierungen der Welt, deren Ausgaben für Verteidigung und Militär der für das soziale Wohl und humanitäre Projekte übertreffen.


Im Hinblick auf die Reaktion des Religionstifters des Islam, des Heiligen Propheten Muhammad (saw) auf die schrecklichste und anhaltende Verfolgung, sagte Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba): „Als der Heilige Prophet (saw) den Sieg über die unerbitterlichen Feinde des Islam errang, diejenigen, die nichts in ihren Bemühungen diese Religion zu vernichten unversucht gelassen hatten, reagierte er mit Frieden und Vergebung.“
Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba) sagte, dass es keinen Widerspruch zwischen den friedlichen Lehren des Islam und der Tatsache, dass in den ersten Jahren des Islam Kriege geführt wurden, gebe. Er sagte, dass die geführten Kriege Verteidigungskriege gewesen seien. Sie wurden nicht nur zum Schutze des Islam geführt, sondern auch um die Anhänger aller Religionen zu beschützen.
Am Beispiel der Schlacht von Badr, wo 300 schlecht gerüstete Muslime eine stärkere Armee von 1.000 Soldaten bezwang, sagte Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba): „Während dies auf der einen Seite ein Sieg für den Islam war, war es ebenso ein zeitloser Triumph für jeden Menschen, der den Wunsch nach Frieden in der Welt verspürte. Es war ein Sieg für jede Person, die das Verlangen nach der Wahrung von menschlichen Werten hat und es war ein Sieg für alle Menschen, die davon überzeugt sind, dass Religion eine treibende Kraft des Guten und zur Schaffung von Frieden in der Welt ist.“
Seine Heiligkeit stellte klar, dass jeder Krieg, der zu Lebzeiten des Heiligen Propheten Muhammad (saw) oder seiner rechtgeleiteten Kalifen geführt wurde, ausschließlich defensiver Natur war und lediglich zur „Beendigung von Grausamkeit“ und „Etablierung von Frieden“ geführt. Indes, die in der Ära gewisser islamischer Monarchen geführten Kriege wurden zur Territorial- und Machterweiterung geführt.
In Bezug darauf sagte Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba): „Jene Kriege, die zur Expandierung von Königreichen und zur Mehrung von Macht geführt wurden, standen in keinerlei Einklang mit den aus dem Heiligen Koran hervorgehenden Lehren des Islam.“
Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba) sagte, dass Ahmadi Muslime glauben, dass der Begründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad von Qadian (as) der Verheißene Messias und Mahdi sei, der gekommen war, um das Ende aller Religionskriege zu verkünden, die Menschheit zu seinem Schöpfer zu führen und die Aufmerksamkeit der Welt auf die Erfüllung der gegenseitigen Rechte zu lenken.
Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba) appellierte an die Anhänger aller Religionen, gemeinsam auf eine gerechte Gesellschaft hin zu arbeiten, die auf gegenseitigen Respekt und Toleranz basiert.
Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba) sagte: „Ich hoffe und bete, dass wir, die als Vertreter unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Religionen heute zusammengekommen sind, um diese liebevollen Lehren praktisch zu demonstrieren, alle nach der Anbetung des einzigen Gottes streben, indemseine Schöpfung mit Gerechtigkeit behandelt wird und die ihr zustehenden Rechte erfüllt werden.

Gewiss sind das die ursprünglichen Lehren aller Religionen. Wir sollten all unsere Ressourcen und Fähigkeiten nutzen, um eine bessere Gesellschaft aufzubauen, der Schöpfung Gottes zu helfen und Liebe, Zuneigung und Frieden auf jeder Ebene zu verbreiten. Das akute und wichtigste Bedürfnis der heutigen Welt ist, Frieden und den Glauben an Gott zu etablieren.“
Seine Heiligkeit rief die Staatsführer der Welt dazu auf, das soziale Wohl jenseits unnötiger Militarisierung zu priorisieren. Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba) sagte: „Das akute  und wichtigste Bedürfnis der heutigen Welt ist, Frieden und den Glauben an Gott zu etablieren. Wenn die Welt dies in Wirklichkeit verstehen würde, dann würden alle Staaten, ob groß oder klein, nicht Millionen und Billionen von Dollar im Namen der Verteidigung ausgeben, um ihre militärische Kapazitäten zu erhöhen. Vielmehr würden sie ihr Vermögen für die Lebensmittelversorgung der Hungernden, für die  Allgemeinbildung und Verbesserung des Lebensstandards in den Entwicklungsländern einsetzen.“
Der Kalif erinnerte abschließend an die Tatsache, dass Gott, ein „lebendiger Gott“ sei, der weiterhin die Gebete der Menschheit anhöre.
Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba) sagte: „Um uns selbst zu schützen und die Menschheit zu retten bedarf es, dass wir uns dem Allmächtigen Gott zuwenden und dass wir zu jenem lebendigen Gott eine Bindung aufbauen, der weder den Propheten Moses und sein Volk noch den Propheten Jesus und seine Jünger im Stich ließ. Noch wurde den treuen Muslimen die Erlangung der Segnungen Gottes und die Erhörung ihrer Gebete verweigert.“
Zuvor betraten am selben Abend eine Reihe religiöser Führer und Würdenträger das Podium, um ihren jeweiligen Glauben zu beleuchten. Alle Redner drückten ihre Wertschätzung gegenüber der Ahmadiyya Muslim Jamaat für das Organisieren eines solchen Events zur Förderung des interreligiösen Dialogs aus.
Rabbinerin Jackie Tabick, Co-Präsidentin des „World Congress of Faiths“ sagte: „Wir sollten uns gegenseitig in unser spirituelles Leben unterstützen und unseren eigenen Überzeugungen gegenüber treu sein, während wir die Einheit untereinander verstehen und wertschätzen.“
Umesh Sharma, Vorsitzender des „Hindu Council UK“ zitierte heilige Hindu-Schriften, die die friedvollen Lehren des Propheten Krishna hervorhoben. Er erwähnte auch, dass Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba) in seinen Bemühungen, Frieden in der Welt zu etablieren, mit gutem Beispiel vorangeht.
Rt. Hon. Dominic Grieve, Mitglied des Queen‘s Counsel, Abgeordneter des Britischen Parlaments und Generalstaatsanwalt, sagte: „Die individuelle Gewissensfreiheit ist die Basis von allem und daher ist es essentiell, dass Menschen die Freiheit haben, ihre Religion ohne jeglichen Zwang zu praktizieren. Ich möchte mich auch bei Seiner Heiligkeit, Hadhrat Mirza Masroor Ahmad und der Ahmadiyya Muslim Jamaat für ihren erstaunlichen Beitrag für das Vereinigte Königreich bedanken.“
Geshe Tashi Tsering, trug die Botschaft Seiner Heiligkeit, des Dalai Lama vor: „Die Tugenden der Liebe und Selbstlosigkeit bilden die Basis aller Religionen und deshalb ist der Respekt vor allen Religionen unentbehrlich. Alle Religionen sind ein Mittel zu Erlangung des inneren Friedens. Ich sage der Konferenz der Weltreligionen meine volle tiefempfundene Unterstützung zu.“
Prof. Kwaku Danso-Boafo, High Commissioner von Ghana verlas eine Botschaft des Präsidenten von Ghana, in der es hieß: „Diese Konferenz wird sich als ein hilfreiches Mittel zur Schaffung von Frieden in der Welt erweisen.“
Sheikh Moafaq Tarif, das spirituelle Oberhaupt der Drusen-Gemeinschaft inIsrael, sagte: „Alle Weltreligionen stimmen dem Grundsatz der Einheit Gottes zu. […] Lassen Sie uns alle vereinen und gemeinsam gegen Gewalt anzupacken.“
Dr. Katrina Lantos-Swett, Vize-Vorsitzende der Kommission der USA „International Religious Freedom“, sagte: „Ich bin vom Spirit der Ahmadi Muslime immer gerührt und bewegt. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Religion wohl ein Mittel zum Frieden sein kann.“
Dr. Lantos-Swett erkannte die Rolle des verstorbenen Sir Chaudhry Zafrullah Khan Sahib bei den Verhandlungen der Vereinten Nationen zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte an und die Tatsache, dass er diese für Pakistan unterschrieb.
Baroness Berridge, Vorsitzende der britischen Parlamentariergruppe „International Religious Freedom“ stellte die Arbeit der Parlamentariergruppe vor und sagte, dass es ihr Ziel sei, „bei den Regierungen das Bewusstsein zur Etablierung der Religionsfreiheit zu wecken“.


Erzbischof Kevin McDonald, Repräsentant der Römisch Katholischen Kirche, sprach von dem „Weltgebetstag für Frieden“, der vom verstorbenen Papst Johannes Paul II. im Jahre 1986 organisiert wurde und sagte, dass „die heutige Konferenz stelle einen weiteren Moment für die friedliche und gerechte Zusammenkunft von Menschen unterschiedlicher Religionen dar“. Der Erzbischof verlas eine Grußbotschaft von Kardinal Peter Turkson, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für Frieden und Gerechtigkeit.
Rt Hon Baroness Warsi, Staatsministerin für Außenpolitik, sagte: „Es ist ein Testament für Offenheit, Pragmatismus und Demut der Ahmadiyya Muslim Jamaat, dass ihr globales Vorzeigeevent alle Religionen feiert.“
Rabbiner Prof. Daniel Sperber, der den Oberrabbiners Israels repräsentierte, adressierte Hadhrat Mirza Masroor Ahmad als „Kalifen des Islam“ und sagte: „Die Menschen in der Welt sind keine Herren, sondern vielmehr Hüter. Lassen Sie uns auf den einfachen Glaubensgedanken und die Heiligkeit Gottes zurückbesinnen.“
Die Konferenz der Weltreligionen endete mit einem stillen Gebet, das von Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba) geleitet wurde. Zuvor empfing Seine Heiligkeit eine Reihe von Würdenträgern und Delegationen aus verschiedenen Ländern in Privataudienz und leitete im Guildhall das Maghrib- und Isha-Gebet.

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