Ahmadiyya Ansprachen des Kalifen

Vier grundlegende Eigenschaften Gottes

Ansprache von Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, fünfter Kalif (Nachfolger) des Verheißenen MessiasAS und Oberhaupt der weltweiten Ahmadiyya Muslim Jamaat, gehalten an nicht-muslimisches Publikum, anlässlich der Jährlichen Versammlung „Jalsa Salana“ 2013.

“Bismillahir-rahmanir-rahim – Im Namen Allahs, des Gnädigen, des immer Barmherzigen.
Sehr geehrte Gäste – Assalam-o-Alaikum wa rahmatullahi wa ba-rakatuhu – Frieden und Segnungen Allahs seien mit Ihnen allen.

Zunächst möchte ich mich bei Ihnen allen dafür bedanken, dass Sie gekommen sind, um an dieser Veranstaltung im Rahmen unserer jährlichen Zusammenkunft teilzunehmen. Diese Veranstaltung, in der ich die Möglichkeit habe, mich an unsere Nicht-Ahmadi-Freunde zu richten, ist zu einem festen Bestandteil der Jalsa Salana Deutschland geworden.
Da die Mehrheit von Ihnen Nicht-Muslime sind, habe ich mich für das Thema: „Die Vorstellung von Gott im Islam“ entschieden. Die Zeit reicht nicht aus, um sich mit diesem Thema tiefgründig auseinanderzusetzen, trotzdem werde ich versuchen, die fundamentalen Eigenschaften Gottes gemäß den wahren Lehren des Islam zu erläutern. Der Grund dafür, dass ich dieses Thema gewählt habe, liegt darin: wenn die Lehren des Islam in Bezug auf Gott klargestellt werden, werden viele der Zweifel und Vorurteile gegenüber dem Islam und den Muslimen zerstreut. In der heutigen Zeit herrscht ein genereller Eindruck, dass der Gott, der seitens des Islam präsentiert wird, ein extrem grausamer und tyrannischer Gott sei. Es wird angenommen, dass Er Zwang ausübe und Seine einzige Aufgabe darin bestünde, Strafen zu verwalten und Leute in die Hölle zu schicken. Tatsächlich wird angenommen, dass der Gott des Islam unzweifelhaft jeden Fehler und jede Sünde bestrafen würde, ganz gleich wie klein und unbedeutend diese sein mögen. Die Wahrheit ist, dass diese Annahme vollkommen falsch und unangemessen ist.
Den Gott, den wir verehren und an den wir als Besitzer aller Mächte glauben, ist vollkommen souverän und hat daher die Macht, alles zu tun. Gleichzeitig ist Er stets der immer Barmherzige. Deshalb hat Gott, der Allmächtige, im Koran den Menschen die freudige Nachricht gegeben, dass Seine Gnade und Barmherzigkeit allumfassend ist. Dies steht in der Sura 7, Vers 157 geschrieben. In einem anderen Vers des Koran sagt Allah, dass die Menschen, die Unrecht getan haben und Übertretungen gegenüber ihren eigenen Seelen begangen haben, nicht verzweifelt und hoffnungslos werden sollen. Der Vers erklärt, dass Allah alle Sünden vergeben kann, da Er der Allvergebende und immer Barmherzige ist. (Sura 39, Vers 54) An anderer Stelle sagt Allah, ohne Seine Gnade und Barmherzigkeit würde über die Menschen aufgrund ihrer unrechten Taten und Verleumdungen eine große Strafe ergehen. (Sura 24, Vers 15) Ein weiteres Beispiel für die unendliche Liebe Gottes ist, dass der Lohn für gute Taten um das zehnfache der Tat vervielfacht wird, doch die Strafe für eine schlechte Tat ist lediglich gleich der schlechten Tat selbst.
Diese ausgewählten Beispiele illustrieren die Natur Gottes im Islam. Zeigen diese Beispiele das Bild eines grausamen und tyrannischen Gottes oder verweisen sie nicht eher auf einen gnädigen, barmherzigen und liebenden Gott? Tatsächlich gibt es sehr viele Verse im Heiligen Koran, durch die wir von Gottes Gnade, Barmherzigkeit und Güte erfahren. Ich habe nur einige Beispiele gegeben.
Sicher ist es wahr, dass der Islam anordnet: wer auch immer gute Taten vollbringt oder eine Sünde begeht, wird dementsprechend belohnt oder bestraft. Es kann nicht sein, dass eine Person eine Handlung vollzieht und eine andere Person für diese rechenschaftspflichtig ist. In weltlichen Rechtssystemen würden wir niemals ein Prinzip der Verantwortungsübertragung tolerieren oder akzeptieren, durch das eine Person für das Unrecht einer anderen Person bestraft werden würde. Wie können wir dann akzeptieren, dass in dem System der Gesetze Gottes eine Person für das Verbrechen einer anderen bestraft wird? Die Gerechtigkeit und Weisheit Gottes ist vollkommen beispiellos und jenseits des Vorstellungsbereiches der menschlichen Weisheit und Gerechtigkeit. Wie können wir uns überhaupt vorstellen, dass Gott solche Entscheidungen trifft, die fern von Gerechtigkeit und Weisheit sind oder denen unterlegen sind, die vom Menschen gefällt werden? Wenn allerdings eine Entscheidung Gott zugeschrieben wird, bei der die Straftat zwar von einer Person begangen, aber ihre Strafe von einer anderen ertragen wird, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als Gott für grausam und ungerecht zu halten. Zum Beispiel: ein Sohn sündigt und sein Vater muss die Bestrafung erdulden. Ein Gott, der einen solch fehlerhaften Umgang mit der Gerechtigkeit pflegt, müsste als ein ungerechter und rachesüchtiger Gott angesehen werden. Indes ist der Gott des Islam vollkommen frei von allen Arten der Ungerechtigkeit und Grausamkeit; vielmehr hat Er gesagt, dass seine Gnade und Barmherzigkeit unermesslich und weitreichend ist und aufgrund dieser Attribute Er ein vergebender Gott ist.
Weiterhin sollte ich erläutern, dass der Gott des Islam einer ist, der der „Herr “ ist. Und ein Herr hat das Recht seinen Dienern zu vergeben. Wenn erst einmal dieser Punkt verstanden wurde, dann kann der Vorwurf gegen Gott nicht erhoben werden: warum vergibt Allah und ferner, warum hüllt Er die Menschheit in dem Mantel Seiner Gnade und Vergebung?
Durch diese Beispiele, die ich aus dem Heiligen Koran präsentierte, habe ich bewiesen, dass die Kritik von bestimmten Personen über die Vorstellung Gottes im Islam nichts als ein Missverständnis und Trugschluss ist. Solche falschen Auffassungen entstehen entweder durch den Mangel an Wissen oder aus dem Wunsch, den Islam unnötig zu diffamieren und zu diskreditieren.
Wie ich eingangs gesagt habe, werde ich nun auf die Eigenschaften Gottes zu sprechen kommen, die im ersten Kapitel des Korans erwähnt werden. Es sind Verse, die von jedem Muslim in allen rituellen Gebeten und auch in Gebeten zu anderen Zeiten rezitiert werden. Ich werde nicht in der Lage sein, diese im Detail zu erläutern, aber ich werde ihnen einen Überblick über diese zentralen Eigenschaften geben.
Im allerersten Kapitel des Heiligen Koran heißt es, „Dein Herr ist Allah,“ und die Bedeutung von „Allah“ ist das höchste Wesen, der Besitzer von allen vollkommenen Eigenschaften ist und völlig frei von allen Mängeln und Fehlern. Er ist der alleinige Besitzer aller Eigenschaften und Qualitäten, die Menschen sich jemals vorstellen können. Des Weiteren besitzt Er auch unzählige Eigenschaften, die Menschen aufgrund ihres begrenzten Verstandes nicht begreifen können. Das Wort „Allah“ ist eine Bezeichnung, die nur benutzt werden kann, um ein vollkommenes Wesen zu beschreiben, das nicht nur frei von jeglichen Fehlern oder potenziellen Mängeln ist, sondern auch alle vollkommenen Attribute und Eigenschaften besitzt. Wenn wir den Anspruch erheben, dass Allah vollkommen ist, dann gründet dies auf der Realität, weil schon die Definition der Vollkommenheit auf zwei grundlegenden Eigenschaften basiert.
Zu allererst: damit etwas als vollkommen erachtet werden kann, muss seine Schönheit und Erscheinung absolut makellos und ohne jegliche Fehler sein. Zweitens: wenn etwas oder jemand beansprucht, vollkommen zu sein, dann muss er in seinem Wohlwollen, seiner Liebenswürdigkeit und Gnade gegenüber anderen unvergleichlich sein. Und daher sehen wir, dass die Pracht und Schönheit von allem, was in den Himmeln und auf der Erde ist, die Widerspiegelung der Schönheit Gottes und Seines Wohlwollens gegenüber Seiner Schöpfung ist und deshalb ein Beweis für Seine Vollkommenheit. Wenn wir beachten, welche Belohnungen und Segnungen Gott den Menschen gewährt hat, dann führt es die Menschheit aus natürlichem Antrieb dazu, dankbar für Seine Liebe und Sein Wohlwollen uns gegenüber zu sein.
Der Koran sagt uns, dass die Majestät, Liebe und Schönheit Allahs ohnegleichen ist. Eines der wichtigsten Attribute Allahs ist, dass Er der „Herr aller Welten“ ist. Das bedeutet, dass Er der Gott ist, der alle Menschen ernährt und erhält. Er erfüllt alle Bedürfnisse und sorgt ohne irgendeine Diskriminierung für die Mittel, die zur Existenz der Menschheit benötigt werden. Gott ist gemäß dem Islam der Gott für die gesamte Welt. Er ist der Gott der Muslime und daher bietet er ihnen Vorsorge. Er ist auch der Gott der Christen und Juden und daher stellt er ihnen all das zur Verfügung, was sie in dieser Welt benötigen. Er ist auch der Gott der Hindus, der Sikhs und Menschen aller Konfessionen und daher hat Er ihnen alle Mittel zur Existenz beschert. Und tatsächlich versorgt Gott auch diejenigen, die nicht an Ihn glauben und diejenigen, die glauben, dass alles, was sie besitzen, entweder aus ihren eigenen Bemühungen oder aus dem wissenschaftlichen Fortschritt hervorgegangen wäre. Dagegen glaubt ein wahrer Muslim, dass die Fortschritte in der Wissenschaft ein direktes Resultat der Gnaden und Segnungen Gottes sind, der uns innerhalb seiner Naturgesetze dazu befähigt, die Früchte der harten Arbeit und intensiven Erforschung zu ernten. Und wer auch immer sich daher bemüht, der wird aufgrund der Naturgesetze Gottes für seine Bemühungen belohnt werden. Das ist der Gott, der den Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten ausgestattet und ihm Möglichkeiten gegeben hat, von den Segnungen und Wohltaten Gottes profitieren zu können.
Der Gott des Islam hat gesagt, dass er auf dieselbe Weise, wie er für das Essen und Trinken zur Ernährung des Menschen gesorgt hat, Er Medizin und Heilmittel zu ihrem Schutz bereitgestellt hat. Er hat zu unseren Gunsten Heilung für einige Krankheiten in bestimmte Dinge gelegt, und es gibt Ereignisse, in denen Gott selbst die Heilmittel ans Licht bringt. An solchen Anlässen arbeitet nicht das System Gottes der „Bemühung und Erforschung“, sondern Gott selbst leitet in solchen Fällen. Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben. Vor einiger Zeit wurde bei einer Ahmadi-Frau Gebärmutterkrebs diagnostiziert. Die Ärzte sagten, sie sei im Endstadium und es gebe keine Heilung für sie. Und außerdem sagte man ihr, dass sie nur noch eine kurze Zeit zu leben habe und sie daher nach Hause gehen solle, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Trotz dieser ärztlichen Prognose wurde sie bei ihrer Heimkehr von Gott auf erstaunliche Weise behandelt, der ihr das Leben gegeben und für sie gesorgt hatte. Eines Nachts sah sie in einem Traum einen Strauch, der in einem Teil von Pakistan wächst, in dem sie gelebt hat. In dem Traum erschien dieser Strauch vor ihr und eine Stimme ging von ihm aus, die sagte: „Ich bin deine Heilung – also nutze mich“. Das war die Stimme des Strauchs. Infolge dieses Traums nutzte sie diesen Strauch zur Behandlung und durch die Gnade Allahs wurde der Krebs vollkommen geheilt. Ihre Ärzte, die alle Hoffnungen aufgegeben hatten, waren erstaunt und sagten, dass es ein wahres Wunder gewesen sei.
Diese Frau, die Allah selbst geheilt hatte, informierte einen unserer Ahmadi-Ärzte über diesen Fall. Seitdem haben Ahmadi-Ärzte und Mediziner angefangen, den Strauch für Brustkrebs und für Gebärmutterkrebs zu verschreiben. Mit der Gnade Allahs, war das Resultat überaus positiv und viele Frauen wurden aus dieser schrecklichen Krankheit gerettet. Einer unserer Ahmadi-Ärzte in Großbritannien leitet die Forschung an diesem Strauch, und mit der Gnade Gottes sind die Resultate bis jetzt sehr vielversprechend. Dies sind die Wege des Allmächtigen Gottes, Seine Menschheit zu versorgen und Seine Schöpfung zu beschützen. Ebenso gibt es unzählige andere Dinge, von denen die gesamte Menschheit profitiert. Ob es die Luft ist, die wir atmen, das Wasser, das wir trinken, oder das Licht, ob es der Tag ist oder die Nacht – mit all diesen Dinge und vielen mehr hat Gott die gesamte Menschheit versorgt. In der Tat wurden aber nicht nur Menschen damit versorgt, sondern die gesamte Schöpfung Gottes.
Dies ist die erste Eigenschaft Allahs, die in dem ersten Kapitel des Heiligen Koran erwähnt wird. Wenn ein wahrer Muslim davon erfährt, dann drückt er nicht nur aus natürlichem Antrieb seine Dankbarkeit für die Gaben und das Wohlgefallen aus, das Gott als Lebensader für die Menschheit vorgesehen hat, sondern er leitet auch daraus ab, dass der Gott des Islam der Gott für jeden ist, und dass Er Menschen unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit mit den Mitteln zur Existenz versorgt. Ein wahrer Muslim entwickelt eine Dankbarkeit dafür, dass alle Menschen und alle Lebewesen ein Teil der Schöpfung Gottes bilden. Das ist auch der Grund, warum es verpflichtend für jeden Muslim ist, sich um alle Menschen zu kümmern und ihnen gegenüber gütig zu sein und immer zu berücksichtigen, wie er ihnen Gutes tun kann.
Sie können wahrhaft sehen, wie das Verständnis und die Wertschätzung der Eigenschaft Gottes, der „Herr aller Welten“ zu sein, den wahren Muslim dazu antreibt, ein Leben nach diesem Prinzip eines Gottes für alle Menschen zu leben. Mit diesem Verständnis kann ein Muslim nur den Gedanken entwickeln, dass es seine Aufgabe ist, der Menschheit zu dienen und jeder einzelnen Person, ja sogar der gesamten Schöpfung Gottes zum Nutzen zu sein. Das ist der Grund, warum wir das Motto „Liebe für alle, Hass für keinen“ benutzen.


Jetzt möchte ich kurz auf die zweite Eigenschaft Gottes eingehen, die Gott uns lehrt. Abgesehen davon, dass Gott der „Herr aller Welten“ ist, ist Allah auch der „Gnädige“. Im Koran sagt Allah, dass die Menschen, die nicht an die Existenz Gottes glauben, die Muslime fragen: „Wer ist der gütige Gott, auf den ihr euch bezieht?“ In Beantwortung sagt der Koran, dass ihnen gesagt werden solle, dass der Gnädige Gott jener ist, der die Quelle aller Segnungen ist und von dem alle Güte ausgeht. Es ist der Gnädige Gott, der das Universum erschaffen hat und darin Sonne, Mond, Sterne und die Planeten geschaffen hat. All dies wurde nicht nur zum Nutzen für die Muslime erschaffen, sondern für die gesamte Schöpfung jenseits aller Diskriminierung und Voreingenommenheit. Diejenigen Menschen, die all das erkennen, die wirklich an den Gnädigen Gott glauben und den Umfang Seiner Güte und Liebe erkennen, sind mit Dankbarkeit Ihm gegenüber erfüllt. Solche Menschen wandeln mit einer unermesslichen Demut auf der Erde und verbringen ihr Leben auf gute und gütige Weise. Sie fügen niemandem Schaden oder Leid zu, und wenn andere Menschen ihnen Zorn entgegenbringen oder unsanft mit ihnen umgehen, dann antworten sie auf würdige Art und Weise mit Frieden und Zuneigung. Sie beantworten Kränkungen und Schimpfwörter nur mit Gebeten und dadurch entwickeln sie solche Qualitäten in sich, die einen gnädigen und liebenden Gott widerspiegeln. Mit anderen Worten, sie streben danach, allen anderen von Nutzen zu sein und ihnen Gutes zu tun. Ich habe bereits erklärt, dass Gottes Gnade und Barmherzigkeit sehr umfassend ist und daher personifizieren diejenigen, die an Ihn glauben, in gleicher Weise hohe Stufen der Liebe und Barmherzigkeit. Und sicher ist es so, wie es sein sollte.
Die dritte wichtige Eigenschaft Gottes, die im Koran erwähnt wird, ist der „Barmherzige“. Während das Attribut Gottes, der „Gnädige“ zu sein, bedeutet, dass Seine Segnungen und Liebe an alle in gleicher Weise verteilt werden, wird Sein Attribut der „Barmherzigkeit“ den Menschen basierend auf ihrer individuellen Lebensweise zuteil. Als ein barmherziger Gott sorgt Allah für den allerbesten Lohn für diejenigen, die Seinen Geboten folgen. Gott, der Allmächtige, belohnt jeden, der bestrebt und bemüht ist, sich auf den Weg des Guten mit den allerbesten Früchten seiner Anstrengung zu begeben. Als ein mitfühlender und gütiger Gott übersieht und überdeckt Er jegliche Fehler in dem Bemühen einer Person und lässt seine Anstrengungen nicht ins Leere laufen, sondern Er belohnt und schätzt sie hoch. Wenn eine Person eine starke Bindung zu Gott unterhält, dann belohnt Er ihn in wahrhaft wundersame Art und Weise, indem Er seine Gebete beantwortet und Wunder zeigt. Wir Ahmadi-Muslime sind zweifellos dauernd Zeugen der Wunder durch Gott. Zum Beispiel gab es unzählige Anlässe, bei denen Ärzte all ihre Hoffnungen aufgegeben hatten und sagten, dass der Patient sicherlich sterben würde, doch als Ahmadis sich vor ihrem Herrn niederwarfen und flehentlich um Seine Barmherzigkeit baten, führte es dazu, dass Menschen geheilt wurden und zur vollkommenen Genesung gelangten. Ich habe bereits ein solches Beispiel gegeben, als ich eine Ahmadi-Frau erwähnte, die Krebs hatte. Wenn solche Fälle auftauchen, dann sind die Ärzte ausnahmslos erstaunt und sie räumen ein, dass die Genesung ein echtes Wunder sei. In diesem Sinne haben wir einen festen Glauben an die Wunder Gottes. Das ist der lebendige Gott, den der Islam präsentiert. Dieses Konzept der Barmherzigkeit ist der Grund, der uns vor jeglichem Zweifel an unserem Glauben an Gott bewahrt. Durch die Beantwortung der Gebete ist Gott selbst derjenige, der unser Vertrauen in und unsere Überzeugung von Seiner Existenz stärkt.
Die vierte wichtige Eigenschaft Gottes gemäß dem Islam ist, dass Gott der „Herr des Gerichtstages“ ist. Er ist der Herr über Bestrafung und Belohnung. Dieses Attribut bezieht sich nicht nur auf das Urteil Gottes im Jenseits, sondern auch in diesem Leben gibt es Bestrafung und Belohnung von Gott. Menschen werden sicherlich im nächsten Leben für ihre eigenen Handlungen verantwortlich gemacht werden. Sie werden für ihre guten Taten belohnt und für ihre Fehler bestraft werden. In weltlichen Systemen scheint das Konzept der Bestrafung und Belohnung auf einem Prinzip der absoluten Gleichheit zu gründen. Indes lehrt der Islam, dass, weil Gott der Herr über alle Dinge ist, Er nicht an ein Gesetz gebunden ist, so dass Er zwingend jede schlechte Tat bestrafen muss. Fakt ist, dass wenn andere Eigenschaften Gottes wie Gnade, Barmherzigkeit und Liebe ins Spiel kommen, dann Allah jemandem als Belohnung für eine einzelne Tat ganz und gar vergeben kann. Von einem Beispiel dieses Elements der Güte Gottes erzählt eine Überlieferung des Heiligen Propheten Muhammad (Frieden und Segen Allahs seien auf ihm), in der er sagte, dass einst eine Person, die 100 Menschen getötet hatte, anschließend seine Sünden bereute. Er war aufrichtig in seiner Reue, begab sich wahrhaft auf die Suche nach Buße, verstarb aber in diesem Zeitabschnitt seines Lebens. Dennoch fand Gott Gefallen an seinem letzten Akt der Reue, vergab ihm all seine Mordtaten und gewährte ihm Einlass ins Paradies. In diesem Fall kam die Souveränität Allahs als „Herr “ zum Vorschein. In gleicher Weise übersieht Gott viele der Mängel und Fehler, die von den Menschen begangen werden und bewahrt sie von den negativen Konsequenzen und Schäden, die mit diesen Taten zusammenhängen. In der Tat, durch Seine Gnade und Barmherzigkeit lässt Allah manchmal aus diesen Fehlern positive und nützliche Resultate hervorgehen.
Das ist der Unterschied zwischen den Gesetzen Gottes und den von Menschen geschaffenen Gesetze, da in den von Menschen geschaffenen Gesetzen Sünden und falsche Handlungen nur zu Sanktionen führen. Abschließend hat Allah diese vier fundamentalen Eigenschaften Gottes im Koran als Beweis für Seine Existenz erwähnt und daher wurde uns geboten, den Gott anzubeten, der diese Eigenschaften besitzt. Wenn der Gott aufrichtig angebetet wird, der diese vollkommenen Eigenschaften besitzt, dann wird ein Mensch die spirituellen Wunder Gottes auf einem neuen Wege erfahren.
Ich sollte auch erwähnen, dass Allah den wahren Gläubigen auferlegt hat, diese Eigenschaften in sich selbst zu entwickeln. Während also auf der einen Seite ein wahrer Muslim eine starke Bindung zu Gott entwickelt, beweist er ebenso, ein Werkzeug zum Schaffen von Frieden und Harmonie auf der Welt zu sein.

Mit diesen Worten hoffe ich und bete darum, dass Sie in einem gewissen Maße das wahre Konzept von Gott im Islam verstehen. Zum Abschluss möchte ich mich nochmal bei Ihnen allen für Ihre Anwesenheit bedanken. Möge Allah Sie alle segnen.
Vielen Dank.

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