Ahmadiyya Jalsa Salana Deutschland

Jalsa Salana weltweit

75. Jalsa Salana Indonesien, 2000, © Makhzan-e-Tasaweer

Es ist einzig und allein die Gnade Allahs, die es einem Unfähigen und Ungebildeten wie mir ermöglicht hat, die Jalsa Salana auf fast allen Kontinenten der Erde (abgesehen von Südamerika) zu besuchen. Ich bin neben Allah vor allem meinen Eltern dankbar, die mir die Liebe zum Khilafat von klein auf eingepflanzt haben, denn es ist nur der Liebe und der Bindung zum Khilafat zu verdanken, dass ich die Welt bereist habe. Auf Schritt und Tritt habe ich immer den Kalifen der Zeit um Ratschlag, Genehmigung und Dua gebeten. Dass Allah einem wie mir die Gunst erweist, irgendwann sogar den Vorsitz bei einer Sitzung der Jalsa Salana Qadian einzunehmen, hätte ich mir nie erträumen können. Genauso ist es die Liebe des Kalifen für seine Jamaat, der als er meine Wenigkeit bei der Grundsteinlegung für eine Moschee in Indonesien im Jahr 2000 gesehen hat, zu sich gerufen hat und den dritten Grundstein für diese Moschee zu legen befohlen hat.

Seit ich denken kann, habe ich an den atemberaubenden Jalsas in Rabwah teilgenommen und kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Segnungen sowie die Strukturen der Jalsa Salana Rabwah und Qadian in allen Jalsas der Welt eingebettet sind, egal wie groß oder klein diese Jalsas sein mögen.

Neben der Jalsa Salana in Rabwah, war die Jalsa Salana Qadian für mich jedes Jahr bis zu meiner Auswanderung aus Pakistan ein Muss und beide haben die spirituellen Höhepunkte des jeweiligen Kalenderjahres dargestellt, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. 

Bei der letzten Jalsa Salana Rabwah 1983 hatte ich zudem das Privileg, einen langjährigen Nicht-Ahmadi-Freund, Mirza Muzaffar Baig Sahib, zur Teilnahme zu bewegen, der von der Atmosphäre angetan, an Ort und Stelle das Bai’at-Gelübde abgelegt hat. Als Resultat sind Jahre später ca. 17 weitere Familienmitglieder und nahe Verwandte in den Bund der Ahmadiyyat nachgezogen und haben das Bai’at-Gelübde abgelegt. Später habe ich unter anderem mit ihm, und meinem jüngeren Bruder, Mubashar Kahloon Sahib, die meisten Reisen zu den Jalsas weltweit unternommen.

So wie es die Intention ist, Fenster und Türen am Haus für die Wahrnehmung des Adhan [Gebetsruf] zu haben, so war die Intention meiner Reisen in andere Länder stets die Teilnahme an der Jalsa Salana des jeweiligen Landes. Kurzum, die gesamte Reise baute auf den Nukleus „Jalsa“ auf und hat stets die Essenz der gesamten Reise ausgemacht; alle anderen Unternehmungen der Reise waren an diese spirituellen Tage angehängt und nur eine Randnotiz. 

Jede Reise hat ihre Schwierigkeiten und eigenen Tücken. Sei es bei der Beschaffung des Visums, bei der Routenplanung, Sprachprobleme – Sie müssen wissen, dass ich bis heute weder richtig Deutsch, geschweige denn Englisch, sprechen kann – oder nur der bloße Umstand, genug Proviant für die Reise zu haben. Darunter fällt natürlich auch der finanzielle Aspekt, aber Der Ar-Razzaq [Der Große Erhalter] hat mich nie im Stich gelassen.

Als ich 1984 noch ein Asylsuchender in Deutschland war und nicht einmal die Erlaubnis hatte meinen Landkreis zu verlassen, hatte ich von der Jalsa Salana im Vereinigten Königreich gehört. Ich fasste den Entschluss, dieser beizuwohnen und begann, inbrünstig zu beten. Ich bat meine Ausländerbehörde um Erlaubnis und bekam diese zu meiner Verwunderung, wie Allah es wollte. Trotz aller Sprach- und Kommunikationsprobleme, hat Allah der Allmächtige mir dann auch noch den Weg zum Flughafen geebnet, wo ich ein Ticket mit all meinem Erspartem ergattern und trotz eines fehlenden Passes als Asylsuchender nach Großbritannien reisen konnte. Dort angekommen, habe ich – auf für mich unerklärliche Weise – ein Schild zur „London Mosque“ gesehen und diesem folgend das Ziel „Masjid Fazl“ in Putney erreicht. Aller Preis gebührt Allah! Ein Jahr später wurde mein Asyl in Deutschland anerkannt und seither habe ich bis heute keine Jalsa in Großbritannien sowie in Deutschland je verpasst.

Wir haben aus den Geschichtsbüchern der Jamaat gelernt, dass 75 gesegnete Personen bei der ersten Jalsa Salana zu Zeiten des Verheißenen Messiasas teilnahmen. Aber am Beispiel der Jalsa Deutschland haben wir das exponentielle Wachstum mit unseren Augen hautnah miterlebt: von den mickrigen Anfängen in Hamburg über die Jalsa in Nasir Bagh/Groß-Gerau nach Mannheim und weiter bis nach Karlsruhe. Allein die Umstände, dass ich von 1985 bis 1996 als Zuständiger für den Einkauf [Nazim Supply] der Jalsa Salana Deutschland und später in den sieben Jahren als Sadr Majlis Ansarullah Deutschland [Vorsitzende der Seniorenorganisation der AMJ Deutschland] dienen durfte, haben mich zum Zeitzeugen werden lassen, wie die Prophezeiung an den Verheißenen Messiasas (وَسِّعْ مَكَانَكَ „Erweitere Dein Haus“) glorreich in Erfüllung gegangen ist noch viel höhere Sphären erklimmen wird, Insha’Allah.

Seien es die überschaubaren Jalsas in Bosnien, Albanien, in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, in Schweden oder der Schweiz, aber auch die Großen in Qadian, Nigeria, Ghana, Indonesien sowie in den Vereinigten Staaten, in Kanada und hienieden, alle haben eine Gemeinsamkeit: Muslime vereinen sich auf der Hand des Khalifatul-Massih unter dem Banner des Heiligen Propheten Muhammadsaw und seines Dieners Hadhrat Massih-e-Maudas, um eine spirituelle Entwicklung in sich vorzunehmen und miteinander wetteifernd Gottes Nähe zu erlangen.

Ich bete jeden Tag für die Gnaden des Gnadenreichen, die er mir gezeigt und beschert hat; für meine Weggefährten und für meine Helfer auf diesen Reisen; für die beispiellos disziplinierten indonesischen Ahmadis, die ich im Jahr 2000 bei der 75. Jubiläums-Jalsa bestaunen durfte; für die unendlich gastfreundlichen afrikanischen Ahmadis, die ihrem eigenen Wohlbefinden zum Trotz, ihr ohnehin kleines Hab und Gut gänzlich nur für die Gäste des Verheißenen Messiasas zur Verfügung stellen; für die Khuddam aus Burkina Faso, die über 1000 km mit dem Fahrrad zur Jalsa fahren und eine Inspiration für uns alle sind; für die frommen japanischen Ahmadis, die eine Gottesfurcht an den Tag legen, die mir für immer eine Lehre bleiben wird; für die britischen Ahmadis, die eine strahlende Stadt in der „Wildnis“ in wenigen Tagen auf- und dann wieder abbauen; für die deutschen Ahmadis, die mit Fleiß und Gebet stets einen unermüdlichen Dienst an der Menschheit leisten. Möge Allah sie alle segnen. Mögen die Jalsas weltweit immer weiterwachsen und nie endende Größen erreichen. Amin, Allah-Humma Amin.

Über den Autor: Herr Daud Ahmad Kahloon (*1949) lebt seit 1984 in Deutschland und war neben vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten von 1997-2003 sieben Jahre Sadr Majlis Ansarullah Deutschland [Vorsitzender der Seniorenorganisation der AMJ Deutschland]. Er hat wie kaum ein anderer die Möglichkeit genossen, die Jalsa Salana der AMJ in Asien, Europa, Nordamerika, Afrika und Australien hautnah erlebt zu haben.

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