Hadhrat Mirza Masroor Ahmad - Khalifatul Masih V (aba)

Zusammenfassung der ʿĪdu l-ʾaḍḥā-Ansprache vom 31. Juli 2020

Der wahre Geist der Opferbereitschaft

Der 31. Juli 2020 markiert die Feier von ʿīdu l-ʾaḍḥā, dem Opferfest. Nach Leitung des ʿĪd-Gebetes hielt der Fünfte Kalif und weltweite Oberhaupt der Ahmadiyya Gemeinde, Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, die ʿīdu l-ʾaḍḥā-Ansprache in der Mubarak-Moschee in Islamabad, Tilford, Großbritannien. Im Folgenden wird die Zusammenfassung präsentiert:

Ein ewiges Beispiel für Opfer

Seine HeiligkeitABA sagte: Heute feiern wir ʿīdu l-ʾaḍḥā, auch bekannt als das Opferfest. Es erinnert an jenes Opfer, das vor über 4000 Jahren erbracht wurde. Trotz so vieler zurückliegender Jahre haben die Gläubigen diese Erinnerung lebendig gehalten. Dennoch wird es einige geben, die dieses ʿīd lediglich als ein Fest feiern und die Tiere lediglich als einen Anlass zum Glücklichsein opfern. Ein wahrer Gläubiger erinnert sich jedoch an die Bedeutung und den Geist dieses Opfers.

Seine HeiligkeitABA sagte, dass die Geschichte dieses Opfers von Vater und Sohn einen wahren Gläubigen emotional macht. Gott der Allmächtige hat diesen Vorfall im Heiligen Qur’an festgehalten und ihn so zu einer Erinnerung und zu einem Maßstab für die Ewigkeit gemacht. Welch ein großartiges Beispiel: Ein Mann erreicht das Alter von fast 90 Jahren und erst dann wird ihm ein Sohn geschenkt. Dann wird ihm von Gott geboten, seinen einzigen Sohn zu opfern. Wie großartig ist das Beispiel von AbrahamAS, dass er seinen Sohn hinlegte und bereit war, ihn zu opfern, als er dieses Gebot hörte.

Der Gehorsam von Vater und Sohn

Seine HeiligkeitABA sagte, dass nicht nur der Vater, AbrahamAS, Gehorsam zeigte, sondern auch der Sohn, IsmaelAS, die Bereitschaft zeigte, das zu akzeptieren, was ihm befohlen worden war.

»O mein Vater, tu, wie dir befohlen; du sollst mich, so Allah will, standhaft finden.«

Der Heilige Qur’an 37:103

Diese Antwort wurde zu einem Vorbild für Gläubige bis zur Endzeit. Sie wurde zu einem Vorbild für Jugendliche und zeigte, wie der Grad des Glaubens und der Gewissheit an Gott sein sollte. Wen würde es nicht bewegen, ein solches Beispiel zu hören? Ein 90-jähriger Mann setzte ein Beispiel für die Älteren und ein kleiner Junge setzte ein Beispiel für die Jugendlichen.

Der Heilige Qur’an berichtet davon, dass auch IsmaelAS für dieses Opfer bereit war, was ihn zu einem Vorbild machte. Warum war er dazu in der Lage? Weil in ihm ein wahres Gottesverständnis vorhanden war und er erkannte, dass Aufopferung der wahre Weg zum Erfolg sei. So sehnen sich unsere Herzen nach ihm und unsere Augen füllen sich mit Tränen. Aber selbst dann wird vielleicht niemals dasselbe Gefühl in unseren Herzen aufkommen, das vor so langer Zeit im Herzen AbrahamsAS entstanden war. Er glaubte, dass er die Gelegenheit hatte, Gott näher zu kommen und Seine Liebe zu erlangen. Dies war kein bloßer Gedanke, vielmehr weiß jeder, der die Geschichte kennt, jeder, der den Heiligen Qur’an gelesen hat, und jeder, der durūd šarīf rezitiert [Segensgebete für den Heiligen ProphetenSAW], dass er mit dieser Überlegung gehandelt hat.

Aufopferung ist kein Verdienst, sondern eine Ehre

Seine HeiligkeitABA sagte, dass AbrahamAS nicht davon ausging, dass er eine große Tat vollbracht oder einen Verdienst getan hatte, sondern dass er es als eine große Ehre und ein Privileg verstand, dass er auserwählt worden war und die Möglichkeit erhielt, ein solches Opfer darzubringen und die Nähe Gottes zu erlangen. Es gibt also kein Opfer, das wir darbringen können, das vergleichbar wäre.

Selbst das kleinste Opfer kann zu immensen Segnungen führen. Ahmadis auf der ganzen Welt können dies bezeugen. Viele Ahmadis schreiben über die von ihnen erbrachten Opfer und darüber, wie unermesslich sie belohnt wurden, manche schon wenige Minuten nach ihrer Opferbereitschaft. Aber dieser Eifer sollte nicht vorübergehender Natur sein, sondern dauerhaft bestehen bleiben. Das Streben nach der Nähe Allahs und Seines Wohlgefallens sollte ein lebenslanges Bemühen sein. Dann wird eine schöne Atmosphäre in unserem Leben und in unseren Häusern entstehen und dies wird einen positiven Eindruck auf die nächsten Generationen hinterlassen.

Als AbrahamAS seinen Sohn opfern wollte, hielt Gott ihn auf und sagte:

»›erfüllt hast du bereits das Traumgesicht.‹ Also lohnen Wir denen, die Gutes tun.«

Der Heilige Qur’an 37:106

Die Belohnung des Opferns

Seine HeiligkeitABA fragte dann, wie Gott diejenigen belohne, die Gutes täten. Er gewährt ihnen Seine Nähe und Liebe. Aber danach endeten die Opfer AbrahamsAS nicht und sie beschränkten sich auch nicht nur auf AbrahamAS und IsmaelAS, sondern derselbe Opfergeist wurde auch in seiner Frau HagarAS geweckt. Dies sollte zeigen, wenn man danach strebt, den wahren Opfergeist zu entwickeln, kann sich dies positiv auf seine Frau und Kinder auswirken. So brachte AbrahamAS, von Gott befohlen, seinen Sohn IsmaelAS und seine Frau HagarAS in ein unfruchtbares Land (Mekka), wo es meilenweit kein Lebenszeichen gab. Mit wenig Wasser und wenigen Datteln ließ AbrahamAS sie in diesem Land zurück. Er wusste, dass diese Mindestvorräte nicht lange reichen würden. Aber er wusste auch, dass dies ein Gebot Gottes war und so setzte er sein ganzes Vertrauen auf Gott. 
Wie zu erwarten war, belohnte Gott sie unermesslich. Von ihren Nachkommen kam das Siegel der Propheten, der Heilige Prophet MuhammadSAW. AbrahamAS wurde zum Vater der Spiritualität und durch sein Vorbild und den von ihm gesetzten Maßstab ist man in der Lage, Gott zu erreichen. Durch den Heiligen ProphetenSAW brachte Gott die ganze Welt zu den Füßen der Nachkommen IsmaelsAS. An die Opfer von HagarAS erinnern sich Millionen von Menschen, die sich in Scharen versammeln, um Umrah und Hadsch aufzuführen.

Richtige Art des Gedenkens an dieses Opfer

Dieser Tag soll uns daher an ihr Opfer erinnern. Aber wir müssen uns fragen: Reicht es aus, an diese Opfer zu erinnern und sie zu erzählen? Nein. Vielmehr müssen wir unser Leben danach ausrichten. Frauen sollten das Beispiel von HagarAS verinnerlichen und überlegen, was sie tun können, um sich dieses Vorbild bewusst zu machen. Wenn unsere Männer versuchen, den von AbrahamAS gesetzten Standard umzusetzen, dann wird sich das auch in den Frauen und Kindern widerspiegeln. Daher müssen zuerst die Männer ihr Opfer vorleben, wenn wir wollen, dass das Gleiche bei Frauen und Kindern etabliert wird.

Seine HeiligkeitABA sagte, dass wir diese Ereignisse nicht als bloße Geschichten betrachten dürfen; vielmehr sind diese Begebenheiten ein Leitbild für uns. Wenn jeder Mann sich bemüht, das Beispiel AbrahamsAS vorzuleben, wenn jede Frau versucht, nach dem Vorbild von HagarAS zu handeln, wenn jeder Jugendliche versucht, nach dem Vorbild IsmaelsAS zu agieren, erst dann wird es zu einer wirklichen Veränderung kommen.

Der Verheißene MessiasAS wurde auch Abraham genannt

Seine HeiligkeitABA sagte, dass wir den Verheißenen Messias und MahdiAS dieses Zeitalters angenommen haben, den wahren Diener des Heiligen ProphetenSAW, den Gott bei verschiedenen Anlässen und in verschiedenen Offenbarungen als AbrahamAS bezeichnet hat. Wenn wir die Fahne des Islam in der Welt hissen wollen, dann müssen wir das Vorbild des Opferns übernehmen, das etabliert worden ist. Wenn wir anfangen, gemäß unserem Versprechen zu handeln, dem Glauben Vorrang vor allen weltlichen Angelegenheiten zu geben, dann können wir einen revolutionären Wandel in der Welt herbeiführen.

Die ganze Welt muss Opfer bringen

Seine HeiligkeitABA sagte, wir interessieren uns nicht für weltliche Macht, Ressourcen und Reichtum; unsere einzige Sorge ist, wie wir solche Mittel nutzen können, um die Botschaft des Islam in der Welt zu verbreiten, wie wir die Einheit Gottes herstellen und wie wir Güte im Menschen wecken können. Daher sollten immer mehr junge Menschen ihre Bereitschaft zeigen und auf die Jamia Ahmadiyya gehen, um Theologie zu studieren, so dass wir diese Botschaft so schnell wie möglich verbreiten können. All dies erfordert Opferbereitschaft. Durch das bloße Hören von Opfergeschichten kann keine Veränderung herbeigeführt werden, vielmehr müssen sie umgesetzt werden. Jede Nation auf der ganzen Welt wird Opfer bringen müssen. So kann eine Einheit in der Welt zustande kommen und so wird der Zweck des Aufbaus der Kaaba, eines Symbols der Einheit Gottes, erfüllt werden.

Möge Allah in uns ein wahres Verständnis der Einheit Gottes schaffen und uns befähigen, Opfer darzubringen, die sich in dieser und in der nächsten Welt als fruchtbar erweisen mögen.

Ein Aufruf zum Gebet

Am Ende rief Seine HeiligkeitABA die Gemeinde dazu auf, für die Menschen zu beten, die auf dem Weg Allahs aufgrund falscher Anschuldigungen aufgrund ihres Glaubens, zu denen auch eine Dame gehört, inhaftiert worden sind, nur weil sie den Verheißenen MessiasAS angenommen haben. Beten Sie für die Familien der Märtyrer. Beten Sie für die Imame, Muallimeen und diejenigen, die ihr Leben der Gemeinde gewidmet haben, dass sie ihr Versprechen der Hingabe erfüllen mögen. Mögen wir in der Lage sein, unseren Teil zur Erfüllung des Zwecks der Ankunft des Verheißenen MessiasAS beizutragen. Abgesehen von Pakistan sehen sich die Ahmadis auch in anderen Teilen der Welt mit Schwierigkeiten konfrontiert, und in einigen Ländern Afrikas gibt es Widerstand und Schwierigkeiten; aber die Ahmadis bleiben entschlossen in ihrem Glauben.
Zum Schluss wünschte Seine HeiligkeitABA allen Ahmadis auf der ganzen Welt ein gesegnetes ʿīd-Fest.