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Der Uluru und die Kata Tjuṯa

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Die sich 340 Meter über die zentralaustralische Wüstenlandschaft erhebende Felsformation aus rotem Sandstein, die als Uluru (ehemals Ayers Rock) bekannt ist, ist eine sehr heilige Stätte für die Aborigines in Australien. Nur 30 km entfernt befindet sich die weniger bekannte, aber ebenfalls bedeutende Felsbildung Kata Tjuṯa.

Die Aborigine-Stämme, die in der Nähe des Uluru manchmal auch als Anangu-Stamm bezeichnet werden, sind vor etwa 70.000 Jahren während der letzten Eiszeit in dieses Gebiet eingewandert und haben eine spirituelle Verbindung zu diesem Ort und diesen Dingen gehabt, die allen formellen Religionen vorausging. Die Aborigine-Stämme waren bescheidene Gruppen, die jeweils an ein Gebiet in Australien gebunden waren, so dass in diesem Gebiet des Uluru der Stamm der Anangu vorherrscht, obwohl sie mit anderen Stämmen zusammenarbeiten.

Wenn man sieht, wie sich die Farbe des Uluru im Laufe des Tages verändert, ist es nicht schwer zu verstehen, warum sie die Schönheit der hiesigen Schöpfung erkannten und sich mit ihrem Schöpfer verbunden fühlten. Sie glauben, dass diese Landschaft zu Beginn der Zeit von ihren Vorfahren beim Spielen mit dem Schlamm geschaffen wurde und dass sie ihre direkten Nachkommen sind, welche die Verantwortung für die Erhaltung der Umwelt und die Heiligkeit von Uluru und Kata Tjuṯa tragen.

Die Felsformationen bieten viele heilige Zeremonienstätten für die Einweihung von Männern und Frauen, stille Höhlen und Teiche zur Kontemplation und andere Stammeszeremonien. Es gibt auch bedeutende Stellen im Zusammenhang mit vergangenen Schlachten und anderen historischen Ereignissen für ihr Volk. Ihre Spiritualität basiert auf ihren Traditionen, die über so viele Generationen hinweg weitergegeben wurden und ihre Geschichte, ihr geltendes Recht und ihre Beziehung als Gemeinschaft zu Natur und Zeit umfassen. Die Sonnen- und Schattenseiten des Felsens haben ihre eigene Bedeutung für das Volk der Anangu.

Als eine weltweit bekannte Touristenattraktion zieht der Uluru jedes Jahr viele Besucher an, die den Fels besteigen wollen, um ihn zu erkunden und zu fotografieren. Als heilige Stätte für die Anangu würden sie es vorziehen, dass die Besucher nicht auf den Felsen klettern und ihn dadurch nicht respektieren, sondern dass sie um den Felsen herumgehen, so wie sie es in ihrem heiligen »Rundgang« tun. Wenn man um die Stätte herumgeht und die verschiedenen Formationen und die Natur um sie herum sorgfältig betrachtet, bekommt der Besucher ein Gefühl für die Natur und wie wir uns mit ihr verbinden. Für die Anangu sind die Wanderrouten gut ausgebaut, gehen Tausende von Jahren zurück und beinhalten heilige Gesänge.

Der vierte Kalif der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hadhrat Mirza Tahir AhmadRH, zeigte bei seinen Recherchen über die Stämme der Aborigines auf, dass hunderte von Stammesverbänden in Australien voneinander isoliert blieben, aber alle an einen einzigen Schöpfer glaubten, an »High Gods« wie die Stämme der Wiimbaio und Wotjobaluk3. Er betonte auch die Bedeutung von Träumen in der Gemeinschaft, um mit dem Schöpfer zu sprechen, die von den Ältesten der Gemeinschaft interpretiert werden konnten und sich bei der Vorhersage von Ereignissen immer als wahr erwiesen.

Als eines der ältesten Völker mit einem eigenen Moralkodex verdienen die Aborigines viel mehr Forschung und ihre Stätten sollten mit Respekt behandelt werden, so wie jede religiöse Gemeinschaft möchte, dass ihre Gebetsstätten respektiert werden.

Referenzen:
1. Carr-Gomm, Philip (2011), Sacred Places, Quercus Books, UK
2. Mudrooroo, Nyoongah (1994), Aboriginal Mythology, Aquarian, UK 3. Ahmad, Mirza Tahir (1998), Revelation, Rationality, Knowledge and Truth, Islam International Publications Limited, UK