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Die drei wichtigsten Dinge über den Islam, die ich wissen sollte? (Teil 1/2)

Erstaunliche Einblicke, wenn eine neugierige Europäerin über den Tellerrand der Religionen schaut.
U.S.-Islamic Forum/flickr

Karen Armstrong, britische Religionswissenschaftlerin und Bestseller-Autorin, war als ‘Sister Martha’ von 1962 bis 1969 sieben Jahre lang katholische Ordensschwester, bevor sie ihren Orden verließ und an die Universität Oxford ging. In einem kürzlichen ausgestrahlten Interview auf „Al-Jazeera Centre Stage“ beantwortet sie trotz ihrer 79 Jahre in gewohnt erfrischender und ehrlicher Weise die Frage: Was sind die drei wichtigsten Dinge über den Islam, die ich als Nicht-Muslim wissen sollte? zu Teil 2/2

Antwort 1:
„Das Erste, denke ich, ist die Bedeutung des Rituals neben den bloßen Lehren. Ich wurde sehr stark katholisch erzogen, bin im Katholizismus aufgewachsen. Und es gab eine Menge sehr abstruse Doktrinen, denen wir zustimmen mussten, mit denen wir übereinstimmen mussten, was im Islam nicht so verbreitet ist. Aber ich denke, Menschen lernen über Religion nicht nur durch das Lernen von Fakten oder durch das Lesen von heiligen Schriften, sondern durch Rituale und Verhalten. Dies verändert den Geist und ich denke, eines der ersten Dinge, die der Prophet [Muhammad], Friede sei mit ihm, tat, war, seinen Leuten, die zu ihm kamen, zu raten zu beten, sich niederzuwerfen, sich fünfmal am Tag niederzuwerfen.

Und das war sehr sehr unangenehm für die Araber, die zu diesem Zeitpunkt sehr zufrieden mit sich selbst waren, weil es ihnen in Mekka schrecklich gut ging wirtschaftlich. Und sie dachten, dass sie starke Kämpfer waren und hatten feste Überzeugungen. Aber sie wurden aufgefordert, auf den Boden zu kriechen wie ein Sklave.

Wir lernen eine ganze Menge von Verhalten. Und unser eigentliches Wissens kommt auch von der Art, wie wir uns benehmen, wie wir handeln – und von unseren Körpern. Und diese tatsächlichen Niederwerfungen waren eines der ersten Dinge, zu denen die Quraisch – die Noblen von Mekka – angehalten wurden. Es ist wirklich beachtlich, dass Menschen bereit waren, ihr Gesicht auf den Boden zu legen und die Leere und die Unbedeutendheit ihrer selbst zu erkennen.

Und ich denke, das ist eines der großartigen Dinge am Islam. Sie sind in ständiger Kenosis – so nennt man das auf Griechisch – was Entleerung bedeutet, eine Entleerung des Egos. Und wir lernen das dort nicht nur durch Doktrinen oder abstruse Gespräche, sondern durch unsere körperliche Handlung. Also Ich denke, das war eines der ersten Dinge, die mich beeindruckt haben am Islam.“

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