Ahmadiyya

Ein Neujahrsfest: Gebet, Wohltätigkeit und Wohlwollen für alle

Seine Heiligkeit leitet das erste Morgengebet des Jahres 2020 in der Mubarak-Moschee in Tilford, Großbritannien.
© Makhzan-e-Tasaweer

Zafir Malik

Die Morgendämmerung brach heute über die malerische Mubarak-Moschee in Surrey herein, als fast 1500 Männer, Frauen und Kinder sich bereit machten, nach der Verrichtung des freiwilligen Tahajjud-Gebets und des darauf folgenden Fajr-Gebets nach Hause zurückzukehren. Dies war kein Einzelereignis – in der Tat sind weltweit Tausende von Muslimen aufgewacht, um das neue Jahr mit Gebeten in ihren örtlichen Moscheen oder in ihren Häusern zu beginnen.
Muslime sind nicht die einzigen, die das neue Jahr mit Gebeten beginnen, da dies viele andere religiöse Gemeinschaften auch tun.

Während aber andere Religionen solche Anlässe gerne besonders hervorheben, ist dies für einen Muslim einfach ein gewöhnlicher Tag. In der Tat entscheiden sich einige vielleicht dafür, den Silvesterabend mit Trinken und Feiern zu verbringen. Der Heilige Qur’an jedoch lehrt, dass das Leben eines Muslims zwei Zwecke hat: die Rechte Gottes und die Rechte der Mitmenschen zu erfüllen. Deshalb nutzen Ahmadi-Muslime bei jeder Gelegenheit, einschließlich des Neujahrstages, die Möglichkeit, ihre Pflichten in Bezug auf beides zu erfüllen. Und so sind am Neujahrsmorgen vor 5 Uhr morgens Gläubige Männer, Frauen und Kinder nach Islamabad in Tilford gekommen, um das freiwillige Gebet zu verrichten.

Was das zweite Gebot betrifft, so sind am Neujahrstag hunderte von Ahmadi-Jugendlichen in Großbritannien und anderen Ländern in ihre lokalen Stadtzentren gegangen, um dort den berühmten „Neujahrsputz“ durchzuführen, indem sie freiwillig bei der Säuberung der Straßen im ganzen Land helfen. Auf diese Weise beginnen sie das Jahr mit der Erfüllung dieser beiden wichtigen Grundsätze ihres Glaubens.

Woher nehmen diese Jugendlichen ihre Inspiration? Menschen sind beeinflussbar und lassen sich oft von anderen Menschen oder anderen Dingen inspirieren. Für die Ahmadi-Jugendlichen gibt es einen Menschen, der diese beiden Gebote in jedem Augenblick seines Lebens vorlebt. Es ist der Kalif Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, das spirituelle Oberhaupt von Millionen von Ahmadi-Muslimen auf der ganzen Welt. Seine Leitung für die Neujahrsfeierlichkeiten ist, dass dies eine Zeit der Selbstreflexion über die spirituelle Entwicklung im letzten Jahr ist. Das neue Jahr sollte mit einem neuen Entschluss für spirituelles Vorwärtskommen beginnen, und der beste Weg, ein Jahr zu beginnen, ist, sich vor unserem Gott niederzuwerfen. Diese Anleitung wird durch einen Vorfall des vierten Kalifen der Ahmadiyya Gemeinde, Hadhrat Mirza Tahir AhmadRH, bevor er Kalif wurde, wunderbar veranschaulicht.

Hadhrat Mirza Tahir AhmadRH erzählte: »Einmal befand ich mich in der Silvesternacht in Großbritannien. Zahlreiche Menschen hatten sich auf dem Trafalgar Square versammelt; in dieser Nacht sind die Menschen normalerweise in alle möglichen unanständigen Handlungen verstrickt, und sobald die Uhr Mitternacht schlägt, glauben sie, dass sie frei sind, alles zu tun, was sie wollen, und verlieren jeglichen Sinn für Moral und religiöse Verpflichtungen. An jenem Abend befand ich mich zufällig auf dem Bahnhof Euston. Also entschied ich mich Nawafil (freiwilliges Gebet) zu verrichten, was für mich nichts Besonderes war, denn durch die Gnade Allahs des Allmächtigen beginnt die Mehrheit der Ahmadis das neue Jahr auf die gleiche Weise. Ich breitete eine Zeitung aus, um mein Gebet zu verrichten. Nach einigen Minuten bemerkte ich, dass jemand neben mir stand. Ich hatte mein Gebet noch nicht beendet, als ich jemanden weinen hörte. Als ich mein Gebet beendet hatte, sah ich einen älteren englischen Herrn, der bitterlich weinte. Ich machte mir große Sorgen und dachte, dass er vielleicht Mitleid mit mir hatte und vermutete, ich hätte vielleicht die Fassung verloren. Also fragte ich ihn, was denn mit ihm los sei. Er antwortete: ›Mit mir ist alles in Ordnung, aber mein Volk hat den Verstand verloren. Im Augenblick ist mein Volk in alle möglichen unmoralischen Handlungen versunken und es gibt nur eine Person, die sich ihres Herrn erinnert. Dieser Gedanke hat mein Herz so tief bewegt, dass ich meine Tränen nicht zurückhalten konnte.‹ Daraufhin sagte er wiederholt die Worte: ›Gott segne Sie, Gott segne Sie.‹ 
Selbst wenn also die ganze Welt uns verspottet, sollte es einem Ahmadi-Jugendlichen völlig gleichgültig sein, denn er hat jedes Recht, seine Freiheit auszuleben und ist allein Gott dem Allmächtigen gegenüber Rechenschaft schuldig.«

In seiner ersten Freitagsansprache in 2020 am 3. Januar nahm Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA auf das aktuelle Weltgeschehen Bezug und sagte:
»Der allgemeine Zustand der Welt ist so, als ob alle ihre eigene Zerstörung heraufbeschwören. Auch die Situation im Nahen Osten hat sich verschlechtert. Es besteht die Gefahr eines Krieges zwischen dem Iran, den USA und Israel. Es gibt keine Einheit zwischen den muslimischen Ländern. Deshalb sollten wir inbrünstig dafür beten, dass die Welt vor der Zerstörung bewahrt bleibt und sich Allah, dem Allmächtigen, zuwendet. Möge Allah der Allmächtige Seine Gnade erweisen und ihnen Vernunft und Einsicht gewähren.«

An die Ahmadi-Muslime richtete Seine Heiligkeit in seiner Freitagsansprache die folgende Botschaft:
»Das neue Jahr hat angefangen. Wir wünschen uns gegenseitig das neue Jahr, aber die Finsternis nimmt immer mehr zu. Damit dieses Jahr gesegnet wird, ist es wichtig, dass wir vor Allah dem Allmächtigen beten, dass Er dieses Jahr so segnen möge, dass die Weltregierungen die Welt nicht in die Zerstörung führen, um ihre Überlegenheit unter Beweis zu stellen, sondern dass sie Frieden und Gerechtigkeit in der Welt schaffen mögen. Sie dürfen die Menschheit nicht zerstören, nur um ihre egoistischen und nationalen Interessen durchzusetzen. Möge Allah der Allmächtige ihnen Vernunft geben. Die muslimischen Länder sollten sich dem Diener des Heiligen ProphetenSAW, dem Verheißenen MessiasAS, anschließen und dabei helfen, die Fahne des Heiligen ProphetenSAW in der Welt zu hissen. Mögen sie zu denen werden, die Tauhid (Einheit Gottes) in der Welt etablieren und nicht in der Feindschaft des Verheißenen Messias derart voranschreiten, bis sie jegliches Maß überschritten haben.«

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