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»Ich habe gesehen, dass eure Khuddam Geduld und Entschlossenheit bewiesen haben.«

Die Corona-Pandemie hat die Menschen weltweit sehr stark erschüttert und schränkt das Zusammenkommen, den Handel und die Atmosphäre in der Gesellschaft stets fortlaufend ein. Inmitten dieser schweren Zeiten sind auch Ahmadi-Muslime schwer von diesen Einschränkungen betroffen. Nicht nur, dass seit über eineinhalb Jahren keine größeren Zusammenkünfte in den Moscheen oder Gebetszentren mehr stattfinden, sondern auch das Fehlen der Jahreshauptversammlungen, wie der Jalsa Salana oder den Salana Ijtemas der einzelnen Suborganisationen in der Ahmadiyya Muslim Jamaat lässt einen an jene Tage zurückdenken, als niemand damit gerechnet hatte, dass es jemals zu einer solchen Situation kommen könnte.

Zweifelsohne dienen diese Veranstaltungen in der Ahmadiyya Muslim Jamaat der Stärkung des Glaubens und waren stets eine spirituelle Impfung, die so viele Antikörper in einem Menschen injizierten, dass man für das nächste Jahr genug Kraft und Motivation sammelte, um dieses erfolgreich im Dienste der Gemeinde zu verbringen. Der Hauptgrund für den Schub war jedoch nicht nur das Stattfinden dieser Events, sondern vielmehr die Anwesenheit einer Person. Jene Person, die von Allah dem Allmächtigen dazu bestimmt ist, die Gefolgschaft des Verheißenen MessiasAS zu leiten und die Menschheit, ob Ahmadi oder Nicht-Ahmadi, vor bevorstehenden Gefahren zu warnen und die Einheit Gottes näherzubringen. 

Jener Mann, der wie ein spiritueller Vater für seine Gemeinde ist und jedem Mitglied so viel Liebe und Wärme schenkt, wie es nicht einmal die so sehr geliebten eigenen Eltern jemals könnten. Es ist nichts, als die gewaltige Huld Allahs, dass er gerade uns Ahmadis an die Institution des Khilafats gebunden hat und uns einfache Menschen dazu befähigt, dem Imam der Zeit zu folgen und Folge zu leisten. 

Nachdem die Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya Deutschland (oder MKAD, Jugendorganisation der Ahmadiyya Muslim Gemeinde, der männliche Kinder und Jugendliche im Alter von 7 – 40 Jahren angehören) seitens Seiner Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA die Erlaubnis für die Durchführung eines Salana Ijtema unter strengen Hygienemaßnahmen erhielt, stellte sie dieses Konzept der Stadt Frankfurt vor, die wiederum das Stattfinden eines solchen Events bewilligte. 

Nun wurde das Salana Ijtema der MKAD lediglich 10 Tage vorher angekündigt und es folgten tägliche Meetings und Absprachen für die Vorbereitungen und das gesamte Gelände des FSV Frankfurt stand der MKAD dafür zur Verfügung. So begannen die Aufbauarbeiten bereits am Mittwoch vor dem Ijtema und trotz großer Hindernisse, wie Tage und Uhrzeiten, zu denen kein Aufbau stattfinden durfte, wurde durch die Gnade Allahs alles zu seiner Zeit fertiggestellt. 

Die Highlights des Ijtemas waren jene besonderen Segnungen Allahs, die eigentlich in Anbetracht der momentanen Situation undenkbar gewesen wären. Gleich an beiden Tagen sollten Audienzen mit dem weltweiten Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, zur Mittagsstunde stattfinden. An diesem virtuellen Treffen sollten nicht nur einige wenige Khuddam teilnehmen, sondern das Hygienekonzept erlaubte es der MKAD, dass alle Anwesenden auf dem Ijtema an den gesegneten Audienzen teilnehmen konnten. 
Während am Samstag, den 21. August 2021, Schüler die ersten Reihen besetzten und am Sonntag, den 22. August 2021 Studenten, war es an beiden Tagen allen Teilnehmern möglich sich auf dem Kunstrasenplatz des FSV Frankfurt zu versammeln, um der Audienz zu lauschen. Bereits morgens gegen 9 Uhr begannen die Vorbereitungen und die Khuddam setzten sich mit Refreshment-Paketen gewappnet und mit dem dem schwarz-weißen Schal der MKA gekleidet in die Reihen. Im Laufe der nächsten Stunden steigt die Temperatur an, sodass viele Khuddam den Wetterwechsel von 20 auf 30 Grad hautnah erleben und ohne sich zu beschweren die pralle Mittagshitze ertragen, nur um ihren geliebten KalifenABA zu empfangen.

Am Samstag war es um pünktlich 13:30 Uhr dann soweit und das »As-salāmu ʿalaikum wa-raḥmatullāhi wa-barakātuhū« [Friede und Segnungen Allahs seien auf euch] erschallt aus den Lautsprechern. Seine HeiligkeitABA ist da, hier in Deutschland. Auch wenn der KalifABA digital zugeschaltet ist, fühlt es sich so nah an. Die Khuddam erheben sich und antworten mit »wa ʿalaikumu s-salām wa-raḥmatullāhi wa-barakātuhū« [Friede und Segnungen Allahs seien ebenso auf ihnen]. Nach der Rezitation aus dem Heiligen Qur’an fragt Seine HeiligkeitABA, ob ein Gedicht vorbereitet wurde und Sadr Sahib MKAD [Bundesvorsitzender] antwortet, dass zwar keines vorbereitet sei, jedoch Khuddam gerne bereit wären, Seiner HeiligkeitABA ein Gedicht vorzutragen. Ein Jugendlicher meldet sich spontan und ihm wird dann auch die Ehre zuteil, einige Verse eines Gedichts des Verheißenen MessiasAS vorzutragen. Anschließend geht es in eine Frage-Antwort-Sitzung mit Seiner HeiligkeitABA über. 

Seine HeiligkeitABA beantwortete jede Frage auf väterliche Art und Weise, sodass jeder Khadim die Antwort verstand. Die Gesichter der Khuddam waren gefüllt mit Emotionen und trotz der Masken sah man das Funkeln und Strahlen jedes Teilnehmers, als ihm bewusst wurde, dass sich niemand geringeres, als unser geliebter KalifABA die Zeit für uns nahm und uns mit seiner Zeit und Anwesenheit segnete.

Labeed Ahmad aus Flörsheim am Main, besucht die 12. Klasse und hatte die Möglichkeit an diesem Treffen teilzunehmen und dem KalifenABA eine Frage zu stellen. 

»Meine Frage lautete, ob das Jagen von Tieren im Islam erlaubt sei und wie es im Zusammenhang mit der Barmherzigkeit Gottes stehe. HudhurABA [der Kalif] antwortete darauf, dass das Jagen von Tieren erlaubt sei, jedoch als Anschaffung von Nahrungsmitteln dienen sollte und es gewisse Tiere gebe, die nur als eine Art Schönheit und Dekoration existieren und man diese meiden sollte. 

Das Mulaqat [Audienz] war ein besonderes Erlebnis und übertraf meine Erwartungen. Obwohl HudhurABA nur virtuell zugeschaltet war, haben wir seine Präsenz gespürt und den Augenkontakt gemerkt. Ebenso möchte ich anmerken, dass das stundenlange Warten sich mehr als nur gelohnt hat und jeder mit einem Lächeln im Gesicht diese Sitzung verließ. Es war Alhamdulillah [Aller Preis gebührt Allah] ein sehr erfolgreiches Programm und ich bin sehr froh, dass ich Teil dieses Mulaqats sein durfte.«

Auch am Sonntag begannen sich bereits morgens die Reihen zu füllen und die Khuddam warteten sehnsüchtig auf die Übertragung aus England. Der große Unterschied jedoch zu Samstag war das Wetter, welches von bewölkt zu leicht sonnig schwankte, jedoch stets angenehme 20 Grad war.

Gegen 13:30 Uhr war es erneut so weit, Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA erscheint auf dem Bildschirm und begrüßt die Khuddam herzlich mit »As-salāmu ʿalaikum wa-raḥmatullāhi wa-barakātuhū« und die Khuddam springen förmlich aus den Stühlen und erwidern den Salām [Friedensgruß] mit »wa ʿalaikumu s-salām wa-raḥmatullāhi wa-barakātuhū«. Bereits zu Beginn deutete alles auf einen bevorstehenden Regen. HudhurABA sah die leichten Regentropfen und merkte an, dass er gestern von einem Khadim um Dua [Bittgebet] gebeten wurde, dass es Sonntag nicht so warm werde, wie am Samstag und dass er nun hoffe, dass es nicht anfange zu regnen. Sadr Sahib MKAD antwortet, dass kein Regen die Khuddam heute davon abhalte, ihrem geliebten KalifenABA zu lauschen. 

Nach der Rezitation aus dem Heiligen Qur’an und einem Gedicht kam es genau so, wie befürchtet. Die Teilnehmer konnten förmlich sehen, wie leichter Regen von nordwestlicher Richtung auf sie zukam und sich bald in ein Platzregen verwandelte.

Marvin Hirsch studiert Biopharmaceutical Science und erinnert sich an diese außergewöhnliche Momente: 

»Als ich nach vorne gelaufen bin, um meine Frage zu stellen, fiel der Platzregen über uns alle ein. HudhurABA sorgte sich um uns und fragte, ob der Regen auszuhalten sei. In dem Moment wurde mir auch ein Regenschirm gereicht. Trotzdem hörte ich mich kaum, als ich meine Frage stelle und hörte nur die Regentropfen im Mikrofon über das ganze Feld hallen. HudhurABA hatte mich trotzdem weitestgehend verstanden und meine Frage beantwortet. Es war toll mit allen Brüdern gemeinsam dieses Unwetter durchzusitzen, um den Worten von unserem KalifenABA zu lauschen. Ein Erlebnis, welches ich nie vergessen werde.«

Der Regen hielt kontinuierlich an und die Khuddam hatten zuvor Überzieher für den Regen bekommen, welchen die meisten dann auch anzogen. Jedoch dachte kein Khadim auch nur eine Sekunde daran aufzustehen oder gar den Rasenplatz zu verlassen. Stets mit einem Lächeln unter der Maske saßen die Teilnehmer still auf ihren Plätzen und lauschten ihrem geliebten KalifenABA. Die Frage-Antwort-Sitzung mit Seiner Heiligkeit wurde fortgesetzt ohne auch nur den Hauch einer Schwäche zu zeigen. Nach einer kurzen Zeit wurde es auch sehr kalt und alle Anwesenden waren durchnässt vom Regen und viele begannen leicht zu zittern. Dennoch saßen alle Khuddam still auf den Plätzen und beobachteten den KalifenABA.

Niemand wollte auch nur einen Augenblick die direkten Anweisungen Seiner HeiligkeitABA verpassen. Bei jeder Anweisung, die der KalifABA den Khuddam gab, fühlten sich alle individuell angesprochen. Viele Wünsche, Anregungen und Sorgen der Khuddam wurden in dem Moment von einem Anwesenden gegenüber HudhurABA ausgesprochen und alle erhielten ihre Antwort. Die Dankbarkeit und das Strahlen war kontinuierlich in den Gesichtern der Anwesenden graviert. 

Einigen Teilnehmern, die Seiner HeiligkeitABA eine Frage stellten, wurde sogar die Ehre zuteil, direkte Anweisungen hinsichtlich ihres Studiums bzw. ihrer Tätigkeit zu erhalten. Einer von ihnen war Samar-Ahmad Albrecht-Mahmood, der in Mergers & Acquisitions Masters studiert. Er brachte seine Eindrücke wie folgt zum Ausdruck:

»Bislang kannte ich die virtuellen Treffen nur über ›This week with Huzoor‹. Jetzt auch selbst die Möglichkeit zu erhalten daran teilhaben zu dürfen, das war ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Ich kann mich noch genau daran erinnern – es hatte angefangen immer stärker zu regnen, sodass mein ganzer Körper aufgrund der Kälte anfing zu zittern und ich verzweifelt darüber nachdachte, ob ich überhaupt in der Lage sein würde, meine Frage an unseren geliebten KalifenABA stellen zu können. Als ich dann jedoch an der Reihe war, war das Kältegefühl und das Zittern von jetzt auf gleich komplett verschwunden, da unser geliebter HudhurABA  mich nicht nur mit einem solch wunderschönen Lächeln ansah und viel Interesse an meiner Frage hegte. Vielmehr noch beauftragte mich Seine HeiligkeitABA selbst im Bereich des islamischen Bankwesens zu recherchieren und HudhurABA dann diesbezüglich zu informieren. Eine sehr große Ehre wurde mir damit zuteil, wie ich finde, jedoch auch eine große Verantwortung, die meiner Person durch unseren geliebten KalifenABA auferlegt wurde. Dies wird mich sicherlich noch einige Zeit begleiten, InshaAllah [so Allah will].«

Als sich die Audienz dem Ende näherte, lobte der KalifABA die Geduld und Stärke der Khuddam, die trotz des Starkregens keinerlei Form von Schwäche zeigten und ihrem geliebten KalifenABA zuhörten, mit den folgenden Worten: »Ich habe gesehen, dass eure Khuddam Geduld und Entschlossenheit bewiesen haben.«

HudhurABA sprach viele Gebete für alle Anwesenden, dass Allah Ihre Geduld belohnen, sie erfolgreich in ihrem Leben machen und aus ihnen wahre Diener des Kalifen formen möge. Gerade der Abschluss der Sitzung war gefüllt mit Emotionen auf den Gesichtern aller Anwesenden, von den Studenten bis hin zum Bundesvorsitzenden der Ahmadiyya Muslim Jamaat. Auch wenn es für jeden Teilnehmer undenkbar gewesen wäre, auch nur eine Sekunde der gesegneten Zeit Seiner HeiligkeitABA zu verpassen, schätzte der KalifABA den Teilnehmern diese Geste so hoch an, dass ihm eine sichtbare Freude überkam und auch einen Tag später Sadr Sahib MKAD die Botschaft und Anweisung von Seiner HeiligkeitABA erhielt, dass alle Teilnehmer, die im Regen während der Audienz saßen, das homöopathische Medikament »Aconite 1000« erhalten sollen.

Hieran sieht man erneut die väterliche Liebe und Sorge des KalifenABA zu den Mitgliedern seiner Jamaat. Durch die Gnade Allahs haben sich innerhalb von Minuten die nationale Amila, die Qaideen der Regionen sowie Majalis und diverse Khuddam bereit erklärt, das von einem homöopathischen Assistenzarzt bereitgestellte Medikament im Laufe der Nacht vom 23. auf den 24. August deutschlandweit zu transportieren, damit die Khuddam dieses spätestens am Dienstag, den 24. August 2021, erhielten. Es ist nichts, als die überaus große Gnade und Huld Allahs, die er den Khuddam Deutschlands gewährt hat, von ihrem geliebten KalifenABA durch eine kleine Geste der Geduld und Opferbereitschaft ein solches Lob und solche Gebete erhalten zu dürfen. Die Dankbarkeit und Motivation durch diese Liebe ihres KalifenABA ist den Khuddam Deutschlands sichtlich ins Gesicht geschrieben.

Über den Autor: Safi ud Din Khan ist Student der Wirtschaftswissenschaften an der JLU in Gießen und dient als Qaid Majlis in Seligenstadt. Auch er hielt sich unter den Studenten auf, die am virtuellen Treffen mit Seiner HeiligkeitABA teilnahmen.

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