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STÄTTE DER ANDACHT 2/2

Die Kirche

Holy Trinity Kathedrale, Myanmar
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Das griechische Wort kȳrikón, von dem das Wort Kirche abgeleitet ist, bedeutet “dem Herrn gehörend”. Im Alten Testament findet man auch die Bezeichnung ekklesia, welches im Sinne von einer religiösen Versammlung benutzt wird. Trotz Verfolgung begann die urchristliche Gemeinde die Botschaft Jesu zu verbreiten. Die Gebäude, die sie nutzten waren an dem Aufbau von Synagogen angelehnt. Mit der Zeit aber entwickelte sich eine eigenständige Identität und Architektur von Kirchen.

Der Altar steht symbolisch für den Tisch am letzten Abendmahl. Darauf stehen neben der Bibel, Wein und Brot. Ein anderes wichtiges Merkmal der Kirche ist die Kanzel, ein erhobener Platz, von dem aus die Predigt gehalten wird. Zusätzlich gibt es in allen Kirchen Bänke, wo die Betenden Platz nehmen. Ursprünglich waren die Bänke für Würdenträger vorgesehen, aber später wurden sie von allen Mitglieder der Kongregation benutzt.

Heute spielt die Kirche innerhalb der Gesellschaft eine wichtige Rolle. Es ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern wird von den Mitgliedern der Kirchengemeinde auch für sonstige karitative Zwecke benutzt. In vielen Kirchen werden regelmäßig Obdachlose gespeist oder Armen Unterkunft gegeben. Aber auch sonstige Dienstleistungen für Benachteiligte werden dort angeboten.

Die Moschee

Masjid Al Nabawi oder die Prophetenmoschee in Medina, Saudi-Arabien.
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Das Wort Moschee kommt vom Arabischen masdschid. Es hat seine Wurzel in dem Wort sadschdah (Niederwerfung), also ein Ort an dem man sich niederwirft. Als Gotteshaus, ist es offen für alle, die darin Gott anbeten möchten. In der Zeit des Heiligen Propheten MuhammadSAW hielt eine christliche Delegation aus Najran ihren Gottesdienst in der Moschee ab.

Das Wort masdschid deutet auch auf die zentrale Rolle vom Gebet in Islam hin. Muslime sind verpflichten fünfmal am Tag das Gebet in Gemeinschaft in der Moschee zu verrichten. Da der zentrale Fokus auf das Gebet liegt, werden Moscheen so gestaltet, dass es so gering wie möglich Ablenkungen gibt. Jede Moschee hat separate Gebetshallen für Männer und Frauen. Abbildungen und Bilder sind in Moschee nicht zu finden, damit der Betende sich vollkommen auf das Gebet konzentrieren kann. Ein besonders Merkmal, welches in jeder Moschee vorzutreffen ist, ist das mihrab, eine halbkreisförmige Nische, die sich in der Vorderseite der Moschee befindet und die Richtung zur Ka’ba in Mekka zeigt. Hier steht auch der Imam, der die Menschen im Gebet leitet. Darüberhinaus haben die meisten Moscheen eine Kuppel und Minarett, ein hoher Turm, von wo aus traditionell der Muezzin das Azan (den Gebetsruf) ausruft.

Im Islam gelten Moscheen als Symbol für die Einheit Gottes, des Friedens und der Harmonie. Schon seit der Frühgeschichte des Islam, waren die Moscheen nicht nur ein Ort des Gebetes und Gottesgedenkens, sondern auch Orte an denen für das Wohl der Menschen gesorgt wurde. Moscheen waren auch Versammmlungstätten, für gesellschaftliche Zwecke aber auch Ort des Lernens. Sie waren Orte der Rast und sogar Wasserversorgung. Deswegen spielt die Moschee eine wesentliche Rolle in der Gesellschaft.
“Von allen Gebäuden, das schönste und anziehende, ist bei Allah die Moschee.”
Über den Zweck der Moschee sagt Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, das Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Gemeinde: „Ein Muslim, der seine Gebete in Demut verrichtet, ist eine fürsorgliche und barmherzige Person, die bemüht ist sich von Unmoral, illegaler Aktivität und allen Formen des Übels fern zu halten. Fernab davon Unruhe und Zwiespalt zu fördern, sind Moscheen Orte Menschen in Demut für die Anbetung ihres Schöpfers zusammenzubringen.” 1

Referenzen
1. “No Need To Fear True Mosques” – Head Of Ahmadiyya Muslim Community,”Press & Media Office (2016). http://www.pressahmadiyya.com/press-releases/2016/11/no-need-to-fear-true-mosques-head-of-ahmadiyya-muslim-community/.

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3 Kommentare

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  • Es ist sehr interessant zu lesen dass, neben den bekannten Parallelen der Gebetshäuser, auch die Namen auf die Funktion deuten und beweisen erneut, dass alle Religionen ursprünglich für die Anbetung des einzig wahren Gottes sind.

  • Es ist sehr offensichtlich das es einige Parallelen gibt jedoch ist es bemerkbar dass die Moschee wirklich ein Haus Gottes ist wo das Augenmerk nur darauf fokussiert ist, die Verbindung der spirituellen Seele mit ihrem Schöpfer zu festigen. Allein der Verzicht von Illustrationen oder überflüssigen Dekorationen zeigt das zwischen dem Gebet und der Umgebung so wenig wie mögliche Hindernisse sind sowie auch zwischen dem Betenden und sein Gott.