Worte des Verheißenen Messias (as)

Vollkommenes Vorbild an Moral

Aus den Worten (Malfūẓāt) des Verheißenen MessiasAS

»Unser vollkommener Führer musste beide Situationen ertragen. Einst wurde er in Ta’if1 mit Steinen beworfen. Eine große Menschenmenge fügte ihm schlimmste körperliche Schmerzen zu, doch die Entschlossenheit des Heiligen ProphetenSAW blieb unverändert. Als das Volk sah, dass ihn diese Qualen und Leiden nicht im Geringsten etwas anrichten konnten, haben sie sich zusammengetan und ihm die Herrschaft versprochen. Sie wollten ihn zu ihrem Herrscher machen und versprachen ihm allen möglichen Luxus, sogar die hübschesten Frauen, unter der Bedingung, dass der Heilige ProphetSAW von der Verurteilung der Götzen abhält. Aber wie zur Zeit der Drangsale in Ta’if hat der Heilige ProphetSAW auch im Augenblick des Herrschaftsversprechens keinen Deut drum geschert und bevorzugt mit Steinen beworfen zu werden. Wenn also der Heilige ProphetSAW nicht besonderen Genuss dabei empfand, worin bestand dann die Notwendigkeit für ihn, auf Komfort zu verzichten und Leid zu ertragen?

Kein anderer Prophet außer unserem Gesandten – Friede und Segen seien auf ihm – wurde mit einer Situation konfrontiert, dass ihm für die Unterlassung der Tätigkeit des Prophetentums etwas versprochen wurde. Auch der MessiasAS wurde nicht mit solchen Umständen konfrontiert. In der Geschichte der Welt ist es nur der Heilige ProphetSAW, dem Herrschaft versprochen wurde, falls er seinen Auftrag aufgäbe. Diese Ehre gilt also ausschließlich unserem GesandteSAW. Ebenso hat unser vollkommener Führer beide Zeiten erlebt – die Zeit der Unterdrückung und die des Triumphes – sodass er in beiden Zeiten ein vollkommenes Vorbild der Moral demonstrieren konnte.

Allah hat für die Gottesfürchtigen vorgesehen, dass sie beide Genüsse erleben: zu mancher Zeit in Form von weltlichen Genüssen, Komfort und Gaben, und zu manch einer Zeit  in Form von Schwierigkeiten und Entbehrungen, damit ihre Moral in beiderlei Hinsicht ein vollkommenes Vorbild demonstrieren kann. Bestimmte moralische Werte manifestieren sich in Zeiten der Autorität, während andere in Zeiten der Bedrängnis zum Vorschein kommen. Unser Heiliger ProphetSAW erlebte beide Zeiten. Deswegen können wir so viele Tugenden von unserem ProphetenSAW präsentieren, wie kein anderes Volk die Tugenden irgendeines ihrer Propheten vorweisen kann. Beispielsweise zeigt sich bei JesusAS nur seine Geduld, weil er nämlich Drangsalierung erfuhr; wo aber finden wir, dass ihm Macht zuteil wurde? Er ist zweifelsohne ein wahrhaftiger Prophet, aber es kann nicht bewiesen werden, dass er in sämtliche Tugenden aufwies. Da er im Heiligen Qur’an erwähnt wurde, glauben wir an ihm als Prophet. Andernfalls lässt sich aus dem Neuen Testament keine solche Tugend bewiesen, was zur Auszeichnung entschlossener Propheten gehört. Wenn unser vollkommener Führer in den anfänglichen 13 Jahren der Drangsal gestorben wäre, so könnten auch viele seiner edlen moralischen Eigenschaften – genauso wie bei JesusAS – nicht bewiesen werden. Doch als die zweite Zeit des Triumphs kam und die Täter ihm vorgeführt wurden, konnte die Eigenschaft der Barmherzigkeit und Vergebung vollkommen bewiesen werden. Daraus geht auch hervor, dass die Handlungen des Heiligen ProphetenSAW nicht von Zwang gekennzeichnet waren, genauso wenig von Gewalt. Vielmehr waren alle seine Handlungen ganz natürlich. Genauso lassen sich viele weitere Tugenden des Heiligen ProphetenSAW bewiesen. Drum wenn Allah sagt:

Wir sind in dieser Welt und auch im Jenseits Freund des Rechtschaffenen. Somit widerlegt dieser Vers die Vorstellung jener törichten Menschen, die das Herabsteigen von Engeln in diesem Leben leugnen. Wenn erst zum Zeitpunkt des letzten Atemzuges das Herabsteigen der Engel erfolgen würde, wie kann  dann Allah ein Freund in diesem Leben sein?«

Anmerkungen:
1 Ta’if ist eine Stadt im westlichen Saudi-Arabien, die 70 Kilometer südöstlich von Mekka liegt.
2 »Wir sind eure Freunde in diesem Leben und im Jenseits.« (Der Heilige Qur’an 41:32)

Referenz: Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS, Malfūẓāt, Bd. 1, S. 15 f.

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