Ahmadiyya

Kalif der Ahmadiyya Muslim Jamaat besucht Deutschland, um Missverständnisse über den Islam auszuräumen

Fast die Hälfte der Deutschen ist der Meinung, dass der Islam nicht mit ihrer Gesellschaft vereinbar ist. Das geht aus einer einmonatigen Umfrage hervor, bei der 47% der deutschen Befragten dies bestätigten. Auch in Deutschland haben sich die rechtsextremen Gruppen verstärkt, schätzt das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), dass es inzwischen 24.100 Rechtsextreme im Land gibt. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen werden als »gewaltbereit« eingestuft.

Vor diesem Hintergrund kam am Dienstagabend der Kalif der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Seine Heiligkeit Hazrat Mirza Masroor AhmadABA, in Frankfurt am Main an. Seine Heiligkeit ist das spirituelle Oberhaupt von Millionen von Ahmadi-Muslimen. Der Kalif wird auf einer dreitägigen Jahresversammlung – einer der größten muslimischen Versammlungen Europas – in Karlsruhe sprechen, wo fast 40.000 Menschen aus aller Welt erwartet werden. Am zweiten Tag der Veranstaltung spricht der Kalif traditionell ein großes Publikum mit fast 1000 nicht-muslimischen Gästen an.

Die Ahmadiyya Muslim Gemeinschaft besteht in über 200 Ländern und glaubt, dass ihr Begründer, Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS, der Verheißene Messias war, dessen Ankunft von allen großen Religionen prophezeit wurde. Das Bestreben der Gemeinde ist es, die wahren Lehren des Islam wiederzubeleben und ihre ursprünglichen Werte von Respekt, Toleranz und Mitgefühl wiederherzustellen.

Der Kalif kam in Baitus Subuh, der deutschen Zentrale der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland, an. Eine beträchtliche Zahl von Ahmadi-Muslimen empfing den Kalifen enthusiastisch, die stundenlang geduldig auf eine Begegnung mit ihrem spirituellen Führer wartete. Die Mehrheit von ihnen waren Einwanderer aus Pakistan. Ebenfalls zu sehen waren einige Ahmadi-Konvertierten aus Deutschland, Sierra Leone, dem Kongo und den ehemaligen russischen Staaten.

In Pakistan bedeutet staatlich sanktionierte Verfolgung von Ahmadi-Muslimen, dass Ahmadis nach der Verfassung aufgrund der Ausübung islamischer Praktiken zu Freiheitsstrafe oder sogar zum Tod verurteilt werden können. Tausende von Ahmadi-Muslimen mussten aus Angst um ihr Leben aus Pakistan fliehen. Einige aus der Menge sahen ihren geliebten Kalifen zum ersten Mal und fanden es schwierig, ihre Emotionen auszudrücken.

Stefan Härter

Nachdem der Kalif gegen 23 Uhr das gemeinschaftliche Abendgebet (bekannt als Maghrib und Ishaa)  geleitet hatte, sprach »The Review of Religions« mit Stefan Härter. Stefan ist vor vielen Jahren zum Islam und somit in die Ahmadiyya Gemeinde konvertiert.  Wir fragten Stefan über die Ankunft seiner Heiligkeit und der bevorstehenden Jahresversammlung:

»Ich bin sehr glücklich, denn wenn der Kalif des Islam nach Deutschland kommt, versuche ich immer den Menschen zu sagen, was für eine Bedeutung dies mit sich bringt. Für mich ist es so, als würde JesusAS kommen, denn erABA ist derjenige, der den wahren Geist der Religion und des Islam repräsentiert. Wenn du in der Gesellschaft einer solchen Person bist, verschwinden deine Sorgen. Die Jahresversammlung ist eine sehr gute Gelegenheit, da 40.000 Muslime zusammenkommen. Jene Menschen, die den Islam nicht kennen, sondern nur das wissen, was sie in den Medien gelesen haben. Sie sind sehr überrascht, wenn sie erfahren, dass wir eine so große Versammlung abhalten. Dadurch sehen sie ein ganz anderes Bild des Islam.«

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